Archiv der Kategorie: Schmerztherapie

PDF: Fortbildungen zum Thema Schmerz für Pflegefachkräfte in Deutschland


Fortbildungen zum Thema Schmerz für Pflegefachkräfte in Deutschland.pdf

Eckdaten der Fortbildungen zur „Algesiologischen Fachassistenz“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. (DGSS) und der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), der Fernfortbildungen „Pain Nurse“ und „Pain Nurse Plus“ (zertifiziert von der DGSS), der Fortbildungen „Pain Care Assistant“ und „Schmerzassistenz Pflege“ (zertifiziert von der DGS) und der Fortbildung „Algesiologische Fachassistenz mit Schwerpunkt Tumorschmerz / Palliative Care“ (akkredetiert von der European Oncology Nursing Society (EONS).
Desweiteren eine Gegenüberstellung der Curricula zur „Algesiologischen Fachassistenz“ der DGS und der DGSS, auf denen die meisten deutschen Fortbildungen zum Thema „Schmerz“ basieren.

Es lässt sich feststellen, dass die Curricula erwartungsgemäss dieselben Bereiche abdecken. Das Curriculum der DGSS legt den Schwerpunkt eher auf die medikamentöse, nichtmedikamentöse und multimodale Schmerztherapie, während die DGS zusätzliche Unterrichtseinheiten zu Praxisorganisation und Reanimation enthält. Auch die ärztlicher Assistenz bei verschiedenen schmerztherapeutischen Maßnahmen wird vertieft.
Die Vorraussetzungen zum Erhalt des Zertifikats sind bei der DGS ebenfalls höher angesetzt. Auch eine Rezertifizierung fordert nur die DGS.
Die Titel „Pain Nurse“ oder „Algesiologische Fachassistenz“ sind in Deutschland nicht geschützt.
Die meisten Fortbildungen hierzulande finden lediglich in Anlehnung an das Curriculum der DGSS statt – oft jedoch mit Projektarbeiten und Praxis- und/oder Studientagen ergänzt. Diese Fortbildungen firmieren meist unter der Bezeichnung „Pain Nurse“ oder „Schmerzmanager/in“.
Die Fortbildung „Pain Care Assistant“(4) legt besonderes Augenmerk auf Recht, Qualitätssicherung und die Expertenstandards der DNQP, während die „Algesiologische Fachassistenz mit Schwerpunkt Tumorschmerz / Palliative Care“(5) organisatorische Faktoren (Koordination, Management) zugunsten einer umfassenderen Differenzierung der Schmerzarten vernachlässigt.

Quellen:
1 http://www.dgss.org/aus-weiter-fortbildung/curriculare-lehre/weiterbildung-zur-algesiologischen-fachassistenz/, abgerufen am 05.11.2015
2 http://www.cekib.de/kurs/pain-nurse-schmerzmanagement-in-der-pflege.html und http://www.cekib.de/kurs/pain-nurse-plus-wissen-und-kompetenz-im-umgang-mit-schmerzpatienten.html,
abgerufen am 05.11.2015
3 http://dgschmerzmedizin.de/algesiologische_fachassistenz.html, abgerufen am 05.11.2015
4 http://www.pain-care-assistant.de/, abgerufen am 05.11.2015
5 Ausbildung zur Schmerzassistenz Pflege, Flyer, Mundipharma Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG, keine Jahresangabe
6 http://www.km-potsdam.de/pain-nurse-1.html, abgerufen am 05.11.2015

Grafik: Stufenschema der Schmerztherapie

Eine grafische Übersicht der Schmerztherapie basierend auf dem WHO-Stufenschema mit zusätzlichen Erläuterungen und Erweiterung um „Invasive Schmerztherapie“ und „Palliative Sedierung“.

Stufenschema der Schmerztherapie – Download in Farbe und Schwarz/Weiss als JPG oder PDF
Mein herzlicher Dank für die Mithilfe gilt Heide Kreße.

Bei nichtausreichender Schmerzlinderung wird von links nach rechts die nächste Stufe angewandt.
Von oben nach unten gelesen wird ersichtlich, welche Maßnahmen weitergeführt werden sollten.

Die invasive Schmerztherapie wird in der Literatur häufig als „Stufe 4“ des Stufenschemas bezeichnet.  Diese Bezeichnung ist von der WHO selbst jedoch nicht eingeführt worden.
In einigen Quellen wird auch die transdermale Opioidtherapie oder die Opioidgabe über Pumpensysteme zur „Stufe 4“ hinzugezählt.

Quellen:

World Health Organization – Cancer pain relief. With a guide to opioid availability (Second Edition), WHO, Genf,1996, Seite 5, 17 – 36

Klaschik – Medikamentöse Schmerztherapie bei Tumorpatienten (10. Auflage), PalliaMed Verlag, Bonn, 2010, S. 32 – 36

Strobach – Koanalgetika – Erweiterung der Schmerztherapie, Pharmazeutische Zeitung, 16/2014, http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=50588, S. 40 – 45

Nobis – Multimodale Schmerztherapie, http://www.dgss.org/patienteninformationen-start/netzwerke-der-versorgung/multimodale-schmerztherapie/, aufgerufen am 10.10.2015

Wagner, Klein – Invasive Schmerztherapie / Nervenblockaden, http://www.dgss.org/patienteninformationen-start/medizinische-schmerzbehandlung/invasive-schmerzbehandlung/, aufgerufen am 10.10.2015

Hoff – Neurochirurgische Schmerzbehandlung, http://www.dgss.org/patienteninformationen-start/medizinische-schmerzbehandlung/neurochirurgische-schmerzbehandlung/, aufgerufen am 10.10.2015

Cherny, Radbruch – Sedierung in der Palliativmedizin – Leitlinie für den Einsatz sedierender Maßnahmen in der Palliativversorgung, EAPC 2009, S. 6 – 8

App / Website: Palliative Care Tools

Google Play Store (Android): https://tinyurl.com/schmerzapp

Mehr zur App und Website gibt es auch hier: https://nilswommelsdorf.de/artikel-schmerzmanagement-2-0/

Umrechnung von Opioiden mit Bolusberechnung (für Schmerzspitzen), Berechnung von Infusionen (Berechnung von Dosierung, Laufrate, Laufzeit, Bolusgaben und mit „Tropfenklicker“) und Umrechnung von Kortikoiden in einem Tool. Portabel bei der täglichen Arbeit (nicht nur) in der palliativen und onkologischen Versorgung für Arzt und Krankenpflege.

Palliative Care Tools
Palliative Care Tools
Entwickler: Nils Wommelsdorf
Preis: Kostenlos
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1. Opioidkonverter
– Umrechnung von bis zu 2 Opioiden in ein anderes Opioid mit variabler Reduktion und Bolusdosis
– Ausgabe der gesamten Umstellung mit Dosishinweisen und möglichen Bolusgaben (auch anderer gängiger Opioide)
– Bolusberechnung auf Basis eines Opioids (auch Boli mit anderen gängigen Opioiden werden angezeigt)

2. Infusionsberechnung
– Eingabe der (wässrigen) Infusionslösung über Gesamtmenge, Wirkstoffmenge oder Wirkstoffkonzentration
– Eingabe der Laufrate über Wirkstoffmenge, Infusionsmenge, Tropfrate (auch über sog. „Tropfenklicker“) oder Laufzeit
– Eingabe von Wirkstoffbolus oder Infusionsbolus
– Ausgabe des gesamten Regimes inkl. Laufzeit bei 1-6 Bolusgaben

3. Kortikoidumrechnung
– Konvertierung auf Basis der glukokortikoiden Potenz mit Wirklängenangabe

Umrechnungsfaktoren / Conversion Chart


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Idee, Konzept, Programmierung:
Nils Wommelsdorf
Frameworks:
jQuery mobile (jquerymobile.com)
PhoneGap (phonegap.com)
Plugins:
jQuery Keypad (keith-wood.name)
FT fastclick (labs.ft.com)

Facebook:
https://www.facebook.com/palliativecaretools

+++ WICHTIG:
Der Autor übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Ergebnisse der Berechnungen.
Die Tools in diesem Programm ermöglichen auch die Eingabe unwahrscheinlicher Werte und Kombinationen.
Hinweise erscheinen nur bei verläßlichen Vorgaben.Ergebnisse der Tools durch den Nutzer wird
Es wird immer empfohlen, sämtliche Ergebnisse selbständig zu validieren.+++

INSTALLATION:
Nur Zugriff auf Netzwerkkonfiguration nötig (bedingt durch die Entwicklersoftware).
Beim erstmaligen Starten etwas verzögertes Laden der App.

MÖGLICHE OPIOIDE:
Alfentanil i.v., Buprenorphin enteral, Buprenorphin parenteral, Buprenorphin transdermal, Codein, Dihydrocodein enteral, Dihydrocodein parenteral, Fentanyl enteral, Fentanyl parenteral, Fentanyl transdermal, Hydromorphon enteral, Hydromorphon parenteral, Hydromorphin peridural, Hydromorphon spinal, Levomethadon, Meptazinol, Morphin enteral, Morphin s.c., Morphin i.v., Morphin peridural, Morphin spinal, Nalbuphin, Oxycodon enteral, Oxycodon parenteral, Pethidin, Piritramid, Remifentanil i.v., Sufentanil i.v., Tapentadol, Tilidin, Tramadol

MÖGLICHE KORTIKOIDE:
Betamethason, Cloprednol, Cortison(acetat), Deflazacort, Dexamethason, Fludrocortison, Fluocortolon, Hydrocortison (Cortisol), Methylprednisolon, Prednison, Prednisolon, Triamcinolon

Video: Was ist Schmerz und wie kann ich ihn lindern?

YouTube: https://tinyurl.com/was-ist-schmerz

Das großartige Video „Understanding Pain in less than five minutes?“ aus Australien habe ich ins Deutsche übersetzt und synchronisiert.

Mittlerweile empfiehlt sogar die Deutsche Schmerzgesellschaft (DGSS) das Video auf ihrer Webseite mit der „Note 1“:
http://www.dgss.org/patienteninformationen/weitere-informationen. Ebenso verweist Dr. M. v. Wächter an verschiedenen Stellen darauf (beispielsweise http://www.schmerzpsychoedukation.de/audio), wie auch einige Fachbücher (beispielsweise AiQuA
Altenpflege-Ausbildung (AP) Lernbausteine 1-13
).

Das Video (und meine Übersetzung) ist unter einer CC-Lizenz veröffentlicht und darf somit (gerade für Fortbildungen, Info-Veranstaltungen etc.) frei genutzt werden.

Ein Paket mit dem Video und weiteren Infos dazu findet sich hier:

Video - Was ist Schmerz und wie kann ich ihn lindern (Understanding Pain What to do about it in 5 Minutes).zip

Die „Brainman“-Trilogie ist fertig:
– Was ist Schmerz und wie kann ich ihn lindern?
Was ist Schmerz? – Die Therapie chronischer Schmerzen
Was ist Schmerz? – Opioide bei chronischen Schmerzen

Transkript des Videos:

Jeder von uns weiss, dass Schmerz eine grundlegende menschliche Erfahrung ist.
Doch heute wissen wir, dass Schmerz zu 100% vom Gehirn produziert wird – und zwar jeder Schmerz, sei er schneidend, dumpf, stark oder leicht – und ganz gleich, wie lange er anhält.
Sie können Schmerzen für einige Wochen oder Monate haben: Akute Schmerzen, die durch Zellschädigung entstehen – beispielsweise nach einem Sturz oder bei einem verstauchten Knöchel.
Man wird Sie ermuntern, aktiv zu bleiben und nach und nach in ihren normalen Tagesrhythmus zurückzufinden – und wieder zur Arbeit zu gehen.
Sollten die Schmerzen allerdings drei Monate oder länger anhalten, spricht man üblicherweise von einem chronischen Schmerz, denn eine Verletzung oder Zellschädigung ist nicht das eigentliche Problem.
Wenn Ihnen nun gesagt wird, Sie hätten chronische Schmerzen, werden Sie wahrscheinlich nicht wissen, wie Sie sich am besten verhalten sollen.
Obwohl chronischer Schmerz in Deutschland, wie in Australien, ein wirklich großes Problem ist, denn jeder fünfte Mensch leidet darunter.

Ein Gehirn zu haben, das weiterhin Schmerz produziert, obwohl Verletzungen verheilt sind, macht keinen Spaß.
Manche sagen, dass es sich anfühlt, als wären sie immer noch körperlich erkrankt.
Aber so ist es nicht, denn wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden oder nach spätestens 3 – 6 Monaten ausgeheilt sind, liegt ein chronischer Schmerz vor, der vom
Gehirn produziert wird.
Es geht also weniger um körperliche Schädigungen, sondern um ihr Gehirn und das Nervensystem in ihrem Körper – mit anderen Worten, es ist komplex.
Um nun herauszufinden, was ihre Schmerzen lindern kann, müssen Sie ihr Gehirn und das Nervensystem
umtrainieren.
Darum sollten Sie wissen, welche Dinge das Nervensystem beinflussen und so ihre Schmerzen verursachen könnten.
Hilfreich ist es, bei der Erforschung des Schmerzes objektiv und mit Hilfe eines strukturierten Plans vorzugehen, sodass keine möglicherweise wichtigen Punkte ausser acht gelassen werden.

Zuerst die klassische Medizin.
Medikamente können helfen, aber nur in beschränktem Maß. Um das Gehirn umzutrainieren, müssen sie selbst aktiv werden. Anfänglich Medikamente zu nehmen ist ok. Im Laufe der Behandlung können sie dann ausgeschlichen und abgesetzt werden.
Oftmals denken Menschen auch über eine Operation nach, doch kann diese bei chronischen Schmerzen meist nicht helfen. In diesem Falle ist es gut, eine zweite Meinung einzuholen und vorher die nun folgenden Punkte zu beachten.

Sie sollten bedenken, wie Gedanken und Emotionen Ihr Nervensystem beinflussen.
Schmerzen belasten das Leben, verändern die Gefühlslage und Belastbarkeit. Aber Gedanken und Gefühle sind Nervenimpulse des Gehirns, und Sie können lernen, Stress zu reduzieren und das Nervensystem zu entlasten.
Dies fördert Ausgeglichenheit und reduziert wiederum den Schmerz.

Der dritte Bereich umfasst Ernährung und Lebensstil.
Unsere moderne Lebensführung scheint nicht sehr gesund für uns zu sein – Ernährung und unser Lebensstil führen zu einem überstrapazierten Nervensystem.
Dinge wie Nikotin, ungesunde Lebensmittel, Alkohol oder mangelnde Bewegung könnten problematisch sein – und Punkte auf Ihrem persönlichen Plan zur Linderung der Schmerzen.

Wichtig ist oft auch das Erforschen der Ursachen des Schmerzes in der eigenen Geschichte.
Mit Abstand auf die Dinge zu schauen, die zur Zeit des ersten Auftretens des Schmerzes geschehen sind, hilft vielen Menschen eine Verbindung zwischen einem Schicksalsschlag und der Veränderung des Schmerzempfindens zu finden.
Für viele ist das Erkennen dieser tiefen Emotionen Teil des Heilungsprozesses.

Zuguterletzt die körperliche Aktivität.
Des Beste ist es, aus Sicht des Gehirns, ein aktives Leben ohne Angst vor Schmerzen zu führen

Zusammenfassend lässt sich also über den chronischen Schmerz sagen:
Er kommt aus dem Gehirn und das Gehirn kann umtrainiert werden.
Wenn man Körper, Geist und Umfeld betrachtet, bieten sich viele Möglichkeiten.

Also, holen Sie sich eine helfende Hand, wenn Sie eine brauchen, haben sie ein Ziel vor Augen
und fangen sie an!