Übersicht: PCA-Pumpen

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Die patientenkontrollierte Analgesie (Patient-Controlled Analgesia / PCA) über eine mechanische Pumpe, oft auch Schmerzpumpe oder Morphinpumpe genannt, wird in der Palliativversorgung häufig genutzt.
Über diese Infusionspumpen werden Opioide (v.a. Morphin oder Hydromorphon), aber auch Nicht-Opioide (z.B. Metamizol) appliziert.
PCA-Pumpen geben dem Patienten die Möglichkeit, sich selbst während der laufenden Schmerztherapie eine zusätzliche Menge der Infusion, also des Wirkstoffs, zu applizieren (Bolusgabe). Dies ist das zentrale Element, welches die Schmerzlinderung (Analgesie) patientenkontrolliert (also vom Patienten dosiert) werden lässt.
Gemein ist den Pumpen eine Sicherung über verschiedene Codes, um ein, gewolltes oder ungewolltes, Ändern des Infusionsregimes zu verhindern.
Auch verschiedene zeitgesteuerte Sperren der Bolusgaben (z.B. eine Sperre der Bolusgabe 45 Minuten nach erfolgter Bolusapplikation) sind programmierbar.
Die PCA kann intravenös oder subkutan, epidural oder intrathekal erfolgen.

Indikationen:
– hoher Opioidverbrauch / Toleranzentwicklung bei oraler oder transdermaler Applikation
– Schluckstörungen / Resorptionsstörungen
– regelmäßige Medikamenteneinnahme durch Non-Compliance oder degenerative Erkrankungen (z.B. Demenz) nicht möglich
– Terminalphase bei dekompensierter Symptomlage (-> Palliative Sedierung)

Vorteile:
– aufgrund schneller Bolusgabe weniger Schmerzmittel nötig
– bessere Dosierbarkeit führt zu weniger Nebenwirkungen
– Überdosierung aufgrund verschiedener Sperrmöglichkeiten selten
– gute Kontrolle des Analgetikabedarfs, da die Pumpe die Anzahl der abgerufenen Bolusgaben speichert
– Der Pat wird in seine Therapie miteingebunden, ist autonom und mobil
– Einzelinjektionen entfallen

Auch eine palliative Sedierung bei therapierefraktären Symptomen (Schmerz, Dyspnoe) oder Blutungen kann mit diesen Pumpen angewandt werden. Hierbei kommen dann Benzodiazepine (z.B. Midazolam, Diazepam), auch in Verbindung mit Opioiden zur Analgosedierung, zum Einsatz.
Verwendung finden die Pumpen aber auch postoperativ, während Operationen oder in der Intensivversorgung.
Ferner können sie zur antiemetischen Therapie oder allgemein zur Applikation von Infusionen genutzt werden.

CC BY 4.0 Übersicht: PCA-Pumpen von Nils Wommelsdorf ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 international.

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