Schlagwort-Archive: Sterbebegleitung

Neuroleptika als Antiemetika


Da immer häufiger Neuroleptika als Antiemetika genutzt werden, habe ich eine Übersicht der gängigen (sowohl zugelassenen als auch off-label genutzten) Dosierungen zusammengestellt. Diese ist als Übersicht gedacht, da bei der Gabe von Neuroleptika immer die niedrigsmögliche Dosis gewählt werden sollte, um Nebenwirkungen wie Sedierung zu vermeiden oder zumindest zu mindern. In der antiemetischen Therapie mit Neuroleptika kann nur durch gut dosierte Gaben die Compliance der Behandelten erhalten werden.

Neuroleptika als Antiemetika.pdf

Wirkstoffe:
Haloperidol (Haldol®), Promethazin (Atosil®), Olanzapin (Zyprexa®), Levomepromazin (Neurocil®)

Quellen:
– https://palliativedrugs.com/formulary/de/richtlinien-fur-das-management-von-ubelkeit-und-erbrechen.html (Palliative Care Formulary), abgerufen am 24.9.18
– Universitätsklinikum Essen – https://www.uk-essen.de/tumorforschung/patienten-besucher/empfehlungen-und-informationen-zur-tumortherapie/supportive-therapie/empfehlungen-zur-antiemese-bei/, abgerufen am 21.9.18
– https://www.palliativedrugs.com/formulary/de/olanzapin.html (Palliative Care Formulary), abgerufen am 24.9.18
– Fonte, C. et al. – A review of olanzapine as an antiemetic in chemotherapy-induced nausea and vomiting and in palliative care patients, Critical Reviews in Oncology / Hematology , Volume 95 , Issue 2 , 214 – 221, 2015
– https://palliativedrugs.com/formulary/de/levomepromazin.html (Palliative Care Formulary), abgerufen am 24.9.18

Artikel/PDF: Schmerzmanagement 2.0 (Schmerz und Schmerzmanagement Jg. 1, Heft 4/2017)

In der 4. Ausgabe der Fachzeitschrift „Schmerz und Schmerzmanagement“ des Verlags Hogrefe ist mein Artikel „Schmerzmanagement 2.0 – Die Entwicklung eines digitalen „Opioidkonverters“ zur Schmerztherapie“ über die Entwicklung meiner App und Webseite „Palliative Care Tools“ erschienen.
Ich schreibe über die Hintergedanken und den Weg von der Programmierung zur Veröffentlichung und Rezeption des Opioid-, Kortikoid- und Infusionskonverters.

Das sogenannte „Pre-Script“, also die von mir favorisierte Endfassung vor dem Redigat durch die Redaktion, ist hier mit freundlicher Erlaubnis von Hogrefe zu lesen.

Schmerztherapie 2.0 (Nils Wommelsdorf - Schmerz und Schmerzmanagement 4/17).pdf

    Wommelsdorf, N. (2017). Schmerzmanagement 2.0 – Die Entwicklung eines digitalen „Opioidkonverters“ zur Schmerztherapie. Schmerz und Schmerzmanagement (2017), 1:4, pp. 43 – 45. https://doi.org/10.1024/2504-1037/a000005.

Mehr Informationen zur App gibt es hier: https://nilswommelsdorf.de/palliative-care-tools/
Mehr Informationen zur Zeitschrift gibt es hier: www.hogrefe.de/produkte/zeitschriften/schmerz-und-schmerzmanagement


Die Zeitschrift gibt es hier gedruckt: www.hogrefe.de/produkte/zeitschriften/bestellformular/
und hier als PDF zu kaufen: http://econtent.hogrefe.com/toc/ssm/1/4.
Alternativ kann es über die ISSN-L 2504-1037 (Print ISSN: 2504-1037, Online ISSN: 2504-1320) im Fachhandel bestellt werden.
Eine Übersicht meiner bisherigen Autorentätigkeit findet sich hier:
nilswommelsdorf.de/veroeffentlichungen

Video: LimLess (PCA und parenterale Ernährung)

Playlist (YouTube): https://tinyurl.com/limless-pumpe

In den letzten Tage habe ich eine Übersicht zur LimLess Medikamentenpumpe in der PCA-Therapie und für parenterale Ernährung / andere Infusionen gedreht. In diesem Video wird auf die Wiederholung eines PCA-Regimes, die Programmierung, das Auslösen eines „Arztbolus“ und die Eingabe einer zweiten Basalrate eingegangen. Weiter zeige ich die Umstellung auf ein neues Profil (z.B. PCA -> Kontinuierlich) und die Eingabe des neuen Regimes.
Infusionen werden bei der LimLess auf die selbe Art und mit nahezu den gleichen Bestecken wie schon bei der Bodyguard 323 hergestellt / vorbereitet, sodass ich bitte, bei Fragen die entsprechenden Videos anzuschauen.


LimLess Videoaufnahmen
LimLess Videoaufnahmen

Mehr über die LimLess findet sich hier:
https://www.pfmmedical.com/de/produktkatalog/elektronische_infusionspumpen/limlessR/index.html

Diese Videos vermitteln nur eine kurze Übersicht und Informationen.
Sie können und dürfen keine Geräteeinweisung ersetzen.

Transkript:
Für die LimLess Medikamentenpumpe der Firma pfm sind spezielle Infusionsbestecke unter der Produktbezeichnung „LL2012“ erhältlich .
Diese werden, wie bei Pumpen dieser Art üblich, durch ein spezielles Schlüssel-Schloss-Prinzip in die Pumpe eingelegt.
Nach dem Starten durchläuft die Pumpe einen kurzen Selbsttest und zeigt anschließend die Eckdaten der vorangegangenen Infusion an.
Durch Drücken der Taste „i“ für Information gelangt man zum Hauptmenü, in dem man, nach Eingabe eines Sicherheitscodes, den Bolusrecorder einsehen kann.
Anschließend verlässt man das Menü wieder durch Drücken der Taste „i“.
Nun gelangt man, über „Infusion ändern“ und „Profil wiederholen“, zur passwortgeschützten Eingabe des PCA-Regimes.
Dies lässt sich über Touchpadbedienung schnell und einfach anpassen.
Ist das Regime angepasst, kann über die „Spritzentaste“ das System entlüftet werden.
Startet man jetzt die Infusion, ist auch der Bolusrecorder resettet.
Startet die Infusion, ist eine erste Bolusgabe erst nach Ablauf des eingegebenen Sperrintervalls möglich.
Dies lässt sich umgehen, indem zuerst „Stop“ und dann die „Spritzentaste“ zur Gabe eines passwortgeschützten Arztbolus genutzt wird.
Bei der LimLess-Pumpe kann zudem, unter Eingabe eines Passworts, während der laufenden Infusion die Basalrate geändert werden.
Ein weiterer Vorteil der LimLess ist die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Basalraten in der PCA-Therapie einzugeben.
So kann beispielsweise in der Nacht automatisch die Analgetikagabe erhöht werden.
Hierfür muss ich zuerst im Hauptmenü die Profilsperre aufheben.
Dann kann ich, über das entsprechende Symbol, eine zweite PCA-Basalrate freischalten.
Verlasse ich nun das Menü wieder, muss ich zuerst das Beutelvolumen, dann die verschiedenen Basalraten sowie deren Beginn eingeben.
Um das Profil zu wechseln, also beispielsweise anstelle einer PCA-Therapie eine parenterale Ernährung durchzuführen, starte ich die Pumpe neu, gehe in das Hauptmenü und entsperre zuerst.
Jetzt kann ich über „Profil“ das für mich passende Profil auswählen.
Anschließend verlasse ich das Menü wieder über die „Info“-Taste und gebe die Parameter der jetzt folgenden Infusion ein.
Im Hauptmenü kann auch der Ereignisspeicher der Pumpe ausgelesen werden, der sämtliche Fehlermeldung enthält.
Hier kann beispielsweise auch die Option „Zeitdauer“ umgestellt werden, sodass die Geschwindigkeit der Infusion über Eingabe einer Basalrate erfolgt.
Weiterhin können Einstellungen zur Sensibilität der Lufterfassung, zur Art des Zugangs und Weiteres eingestellt werden.

Artikel: Zeichen des nahen Todes (pflegen:palliativ 36/2017)

Zeichen des nahen Todes (Nils Wommelsdorf, Auszug aus: pflegen:palliativ 36/2017 Lebensende Fischer Verlag)
Zeichen des nahen Todes (Nils Wommelsdorf, Auszug aus: pflegen:palliativ 36/2017 Lebensende Fischer Verlag)

In der Ausgabe 36/2017 der Fachzeitschrift „pflegen:palliativ“ (Fischer Verlag) wurde mein Artikel „Zeichen des nahen Todes“ veröffentlicht.
Ich gehe auf die verschiedenen körperlichen Zeichen und Veränderungen des Verhaltens Sterbender ein, die in den letzten Lebenstagen auftreten können. Durch Beobachtung und Diskussion im Team können hierdurch Maßnahmen eingeleitet oder beendet werden, die an das jeweilige Stadium am Ende des Lebens angepasst sind.

Eine (ältere) Übersicht zum Thema findet sich hier:
PDF: Zeichen des nahenden Todes

Das Heft kann hier gekauft werden:
https://www.friedrich-verlag.de/shop/lebensende
oder über die ISSN 1867 – 9390 im Fachhandel bestellt werden.
Eine Übersicht meiner bisherigen Autorentätigkeit findet sich hier:
nilswommelsdorf.de/veroeffentlichungen

Veröffentlichungen

„Ich schreibe Fachartikel und Buchbeiträge, filme und synchronisiere Videos und programmiere Apps im Themenfeld Palliativversorgung und Schmerztherapie. Praxisnah und interessant.“

Buchbeiträge:

  • Pflege von Menschen mit Schmerzen
    in: Nicole Menche (Hrsg.): Pflege heute. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag, München, 7. Auflage – 3/2019, ISBN 978-3-437-26773-4
  • Schmerzmanagement
    in: Klinikleitfaden Pflege. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag. München, 9. Auflage – 201?, ISBN 978-3-437-26163-3

Fachartikel:

E-Learning:

Videos:
Veröffentlichungen auf meinem Kanal: YouTube

Apps:

Bilder:
Bilder finden sich bei Flickr

Betreuung von Webseiten:

Dozententätigkeit

„Ich unterrichte freiberuflich zu den Themen Palliativversorgung und Schmerztherapie. Praxisnah und erfahren. Von Flensburg bis Nürnberg.“

Qualifikationen:

  • Examinierter Krankenpfleger (seit 2008 in der stationären und ambulanten Palliativversorgung)
  • Fachkraft Palliative Care (nach § 39 a SGB V)
  • Pain Nurse Plus mit Auszeichnung (Cekib, Nürnberg, zertifiziert durch die DGSS)
  • Staatlich anerkannter Praxisanleiter

Referententätigkeit und Inhouse-Schulungen (deutschlandweit) für

  • Diakonische Fortbildungsakademie (DFA), Hamburg
  • Lembke Seminare und Beratungen, Hamburg
  • Nomavision (Nomamed), Harsum
  • Rauhes Haus (Berufsschule für Pflege), Hamburg
  • THB Grund-Schule, Hamburg
  • Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Hamburg
  • Kursana Akademie
  • Albertinen-Akademie, Hamburg
  • Deutscher Hausärzteverband / Norddeutscher Hausärztetag
  • Berufsgenossenschaftliches (BG) Klinikum Hamburg / Boberger Schmerzsymposium
  • Goldbach PalliativPflegeTeam / PalliativPartner Hamburg
  • Mundipharma GmbH
  • und Einzelaufträge

Dozententätigkeit seit 2012:

  • Symptombehandlung in der Palliative Care (Ganztagsschulung)
  • Expertenstandards zum Schmerzmanagement in der Pflege / Schmerzerfassung und Therapie (Ganztagsschulung)
  • Einführung in die Palliative Care / Palliativversorgung
  • Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz
  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)
  • Hospizversorgung
  • Portversorgung
  • PCA (Patient-Controlled Analgesia)
  • Respiratorische Symptome (Schwerpunkt: Dyspnoe und Death Rattle)
  • Schlaf in der Palliativversorgung
  • Lymphödeme in der Palliativversorgung
  • Palliative Erkrankungen der Leber (Schwerpunkt: Ikterus, Enzephalopathie, Juckreiz und Aszites)
  • Palliatives Notfallmanagement und Palliative Sedierung
  • Symptome und Stadien des Sterbeprozesses
  • Essen und Trinken am Lebensende (Schwerpunkt: Dehydration und Sterbefasten)
  • Versorgung von exulcerierenden Tumoren  / „Tumorwunden“ (Schwerpunkt: Geruch und Blutungen)
  • Qualitätssicherung, Dokumentation, Standards und Forschung in der Palliativversorgung
  • SAPV – Zusammenarbeit Palliative Care Team und Apotheke

Unterricht in den Weiterbildungen

  • Palliative Care (nach § 39 a SGB V)
  • Algesiologische Fachassistenz / Pain Nurse (zert. DGSS)
  • Berater/in der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (nach § 132g SGB V)
  • Fachtherapeut Wunde ICW®
  • Pflegeexperte für außerklinische Beatmung (Curriculum der DIGAB / DGF e.V. anerkannt)
  • Staatlich anerkannte Fachpflegekraft in der gerontopsychiatrischen Pflege
  • Registrierte Fortbildungen zur Rezertifizierung der ICW/PersCert TÜV
  • Trainer der Weiterbildung „Pain Care Assistant“ (zert. DGS)
  • Dozent in der Ausbildung zum Altenpfleger / zur Altenpflegerin

PDF: Beurteilung der Schmerzen bei kognitiv eingeschränkten Menschen durch Azubis (Hausarbeit)


Beurteilung der Schmerzen bei kognitiv eingeschränkten Menschen durch (HA Nils Wommelsdorf).pdf


Die Beurteilung der Schmerzen bei kognitiv eingeschränkten Menschen durch Auszubildende in der Altenpflege im ersten Ausbildungsjahr – meine Hausarbeit im Rahmen der Weiterbildung zum staatlich anerkannten Praxisanleiter.
Ich habe mich entschieden, diese Hausarbeit hier zu veröffentlichen, um einerseits Möglichkeiten zur besseren Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz aufzuzeigen
– und um andererseits Anregungen zum Erstellen der Hausarbeit für angehende Praxisanleiter zu geben.
Die Hausarbeit wurde mit einer „1“ bewertet.

Material zu dieser Hausarbeit findet sich hier:
Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz (Umfrage)
BESD-Übungsvideos

Ein Auszug:

    Einleitung

„Das Erleben von akuten Schmerzen hat Auswirkungen auf das physische, psychische und auch das soziale Befinden von Patienten / Bewohnern. Die negativen Auswirkungen von nicht oder nicht ausreichend gelinderten Schmerzen reichen von einer momentanen Belastung und Beeinträchtigung der Lebensqualität bis zu lang andauernden Einschränkungen der Qualität der gesamten Lebenssituation.“ (DNQP, 2011, S. 22)

Diese Aussage aus der Präambel des „Expertenstandards Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen“ in der Aktualisierung von 2011 umschreibt den Einfluß, den unzureichend oder nicht behandelter Schmerz auf das Leben und Erleben eines Menschen haben kann. In der Versorgung von pflege- und/oder behandlungsbedürftigen Menschen kommt dieser Aussage insofern noch mehr Gewicht zu, da es sich oft um schon im Voraus durch Erkrankungen belastete Menschen handelt. Deshalb ist das Erkennen von Schmerz und Diagnostik und Therapie anzuregen eine zentrale Aufgabe der Pflegekräfte in ihrer täglichen Arbeit.

„Schmerz ist das, was immer die an Schmerz leidende Person darunter versteht und liegt vor, wann immer diese Person ihn wahrnimmt.“ (McCaffery, 1968, S. 95)

Wie McCaffery impliziert, ist Schmerz ein vielschichtiges Phänomen, das nicht nur den „von außen“ nachvollziehbaren Schmerz (Gewebedefekte, Frakturen etc.) bezeichnet, sondern auch Schmerzen, die nur bedingt aufgrund von diagnostizierten Erkrankungen nachvollzogen werden können. Schmerzen, die also nur der betroffene Mensch selbst als solche erlebt. Menschen ohne kognitive Einschränkungen können ihre Schmerzen, wie auch andere Stimmungen oder Gemütslagen, klar und deutlich artikulieren.

Doch wie steht es um Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen? Wie können Menschen mit gestörter „Informationsverabeitung“ ihre Schmerzen artikulieren, wenn sie selbst das Gefühl „Schmerz“ nicht einordnen können? Wenn die Möglichkeit, sich überhaupt zu artikulieren oder durch willkürliche gestische oder mimische Äußerungen verständlich zu machen fehlt?
Die Expertenstandards zum Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten respektive chronischen Schmerzen fordern folgerichtig „aktuelles Wissen zur systematischen Schmerzeinschätzung“ von Pflegefachkräften (DNQP, 2011, S. 25 Strukturkriterium S1a, ebenso sinngemäß DNQP, 2015, S. 27 Strukturkriterium S1a). Desweiteren müssen Einrichtungen der Pflege „aktuelle, zielgruppenspezifische Einschätzungsinstrumente und Dokumentationsmaterialen zur Verfügung“ stellen (DNQP, 2011, S. 25 Strukturkriterium S1b und DNQP, 2015, S. 27 Strukturkriterium S1b).

Laut den Expertenstandards sind auch bei kognitiv eingeschränkten Menschen „einfache“ Zahlenskalen (beispielsweise von 0-10) anzuwenden (vgl. DNQP, 2011, S. 71 und 74 sowie DNQP, 2015, S. 104), diese sollten jedoch, gerade bei stärker eingeschränkten Personen, mit einer Fremderfassungsskala ergänzt werden (vgl. DNQP, 2011, S. 74 und DNQP, 2015, S. 104). Auch in verschiedenen medizinischen Leitlinien wird eine spezielle Schmerzerfassung für Menschen mit kognitiven Einschränkungen explizit gefordert (vgl. beispielsweise Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und Deutschen Krebshilfe (DKH), 2015, S. 61f, ebenso Deutsche Gesellschaft für Neurologie / Wasner, 2017, S. 7). Dieser Umstand zeigt, dass auch Ärzte nach einer Fremderfassungsskala den Schmerz bei Menschen mit Demenz erfassen müssen, wenn sie nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft versorgen wollen.

In den oben genannten Expertenstandards, hier jetzt exemplarisch im Standard zum Schmerzmanagement bei akuten Schmerzen, werden auf den Seiten 74 und 75 exemplarisch die Schmerzassessmentinstrumente BESD, BISAD, ZOPA sowie einige andere genannt, die zur Erfassung des Schmerzes bei kognitiv beeinträchtigten Menschen ausreichend validiert sind. Diese Skalen sind insofern für die Ausbildung in der Altenpflege relevant, da Menschen mit kognitiven Einschränkungen, hier vor allem Demenz, in der Altenpflege ein zunehmend großes Klientel sind. Laut der aktuellen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts (Statistisches Bundesamt, 2015, S. 9) werden bereits 59,1% der stationär versorgten Menschen und 25,1% der Pflegebedürftigen in der ambulanten Versorgung der Gruppe der „Menschen mit erheblich eingeschränkter Altagskompetenz“ (siehe dort) zugerechnet.

Geht man nun von einer zunehmend älteren Gesellschaft aus (Bundesministerium des Innern, 2011, S. 11), verbunden mit einer mit zunehmendem Alter stark steigenden Inzidenz von Demenzerkrankungen (vgl. Sütterlin et al, 2011, S. 20) , wird dieses Klientel nur noch mehr an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen der Recherche habe ich im Zeitraum 25.11. – 31.12.2016 eine große Umfrage zur Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz initiert, in der ich unter anderem zu dem Ergebnis kam, dass in den meisten Pflegeeinrichtungen das Schmerzassessment bei Menschen mit Demenz lediglich durch dreijährig ausgebildetes Personal durchgeführt wird (vgl. Nils Wommelsdorf, 2017) . In den Anleitungen der am stärksten verbreiteten Fremderfassungsskalen wird aber eine Erfassung durch alle an der Pflege beteiligten Personengruppen gefordert (vgl. Anhang 2, S. 2 und Fischer, keine Jahresangabe, S. 1). In der Umfrage stellte sich ebenso heraus, dass, sollte ein entsprechendes Schmerzerfassungsinstrument implementiert sein, dies in den weitaus meisten Fällen die BESD (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz) ist (Anhang 1).

Ich werde in dieser Hausarbeit also das Hauptaugenmerk auf die Anleitung in der Arbeit mit der BESD legen, die im deutschsprachigen Raum geläufig und vielen Pflegekräften aus der täglichen Arbeit bekannt sein dürfte.

Video: Was ist Palliative Care?

YouTube: https://tinyurl.com/was-ist-palliative-care

Was bedeutet Palliative Care? Was ist Palliativversorgung?
Stellen Sie sich Ihr Leben als eine Art Brücke vor:
Schwere Krankheiten lassen die Brücke instabil werden – doch Palliative Care stabilisiert sie wieder.

Please accept YouTube cookies to play this video. By accepting you will be accessing content from YouTube, a service provided by an external third party.

YouTube privacy policy

If you accept this notice, your choice will be saved and the page will refresh.


Eine neue Whiteboard-Animation, diesmal von getpalliativecare.org aus den USA, in deutscher Synchronisation.
Das Originalvideo „Palliative Care: You Are a BRIDGE“ kann man sich hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=lDHhg76tMHc

Transkript des Videos:

Um Ihnen die Palliativversorgung besser erklären zu können, stellen Sie sich Ihr Leben als eine Art Brücke vor:
Wenn Sie gesund und vital sind, ist die Brücke stabil und kann viele Lasten tragen:
Autos, Züge – die Höhen und Tiefen des Lebens.
Sie sind gefestigt.

Wenn Sie jedoch schwerwiegend erkranken und zum Beispiel Krebs bei Ihnen diagnostiziert wird,
wird die Brücke instabil, bekommt Risse, und irgendwann kann die Brücke die Last nicht mehr tragen.
Belastungen zu denen auch die Therapie ihrer schweren Erkrankung gehört.
Und hier setzt Palliative Care an.

Palliative Care ist eine spezialisierte Versorgungsform für schwerst erkrankte Menschen.
Die Palliativversorgung verbessert die Lebensqualität, indem sie das Gewicht auf die Linderung von Schmerzen, Luftnot und anderen Symptomen, von Belastungen und depressiven Gedanken legt, die bei fortgeschrittenen Erkrankungen und ihrer Behandlung auftreten.

Um es kurz zu sagen: Palliative Care stabilisiert ihre Brücke.

Denn die Palliativversorgung ist eine tragfähige Konstruktion.
Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Psychologen, Seelsorger und viele mehr
unterstützen ihre behandelnden Ärzte, die Brücke wieder tragfähig zu machen.
Palliative Care sorgt für Stabilisierung, gerade auch in frühen Krankheitsstadien –
im eigenen Zuhause, im Pflegeheim, im Hospiz oder im Krankenhaus.
Es ist nie zu spät, um sie zu nutzen.

Sollten Sie also selbst oder ein Mensch aus ihrer Umgebung schwer erkranken, nutzen Sie das Potenzial der Palliativversorgung.