Archiv der Kategorie: Artikel

Schmerz in den digitalen Medien (Interview, Schmerz und Schmerzmanagement Jg.3, Heft 3/2019)

Ass.-Prof. Dr. Nadja Nestler hat mich für die aktuelle Ausgabe von “Schmerz und Schmerzmanagement” zum Thema “Schmerz in den digitalen Medien” interviewt. Das Interview ist hier als Pre-Script mit freundlicher Genehmigung von Hogrefe zu lesen:

      • Wommelsdorf, N., Nestler, N.. Schmerz in den digitalen Medien (Interview mit Nils Wommelsdorf).

           Schmerz und Schmerzmanagement (2019), 3:3, pp. 27.

      https://doi.org/10.1024/2504-1037/a000012.

Mehr Informationen zur Zeitschrift gibt es hier: www.hogrefe.de/produkte/zeitschriften/schmerz-und-schmerzmanagement

Die Zeitschrift gibt es hier gedruckt: www.hogrefe.de/produkte/zeitschriften/bestellformular/
und hier als PDF zu kaufen: http://econtent.hogrefe.com/toc/ssm/3/3.
Alternativ kann es über die ISSN-L 2504-1037 (Print ISSN: 2504-1037, Online ISSN: 2504-1320) im Fachhandel bestellt werden.
Eine Übersicht meiner bisherigen Autorentätigkeit findet sich hier:
nilswommelsdorf.de/veroeffentlichungen

Geschichten vom Rand des Lebens: Protokoll einer Nacht

Diese Kurzgeschichte wurde im Mai 2019 von der österreichischen Seite und Fachzeitschrift “Pflege Professionell” veröffentlicht (https://pflege-professionell.at/geschichten-aus-der-pflege-protokoll-einer-nacht), eine Hörfassung gibt es hier: https://tinyurl.com/geschichten-nacht.

Protokoll einer Nacht (https://pflege-professionell.at)
https://pflege-professionell.at/geschichten-aus-der-pflege-protokoll-einer-nacht

21:45 – Ein angenehmer Tag liegt hinter mir.
Am Morgen Frühdienst mit meinem normalen Arbeitspensum, am Nachmittag mit der Familie die Sonne im Garten genießen. Zwischendurch ab und an das Bereitschaftstelefon, meist wegen organisatorischer Fragen oder Unsicherheit bei der Bedarfsmedikamentengabe.

Ich arbeite in der SAPV, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Ich versorge schwerstkranke und sterbende Menschen in der Häuslichkeit oder im Pflegeheim.

Nun liege ich also entspannt auf dem Sofa und gucke fern. Ich genieße es, neue Serien zu gucken und das zwiespältige Vergnügen, einerseits müde zu sein und andererseits dann doch bei jedem Cliffhanger weiterzuschauen. Um 21:45 klingelt das Telefon und der Mann von Frau Hahn ruft an.

Am vorigen Morgen habe ich Frau Hahn aufgrund ihrer starken Schmerzen eine subkutane Medikamentenpumpe gebracht. In der vorletzten Nacht sind die Schmerzen derart eskaliert, dass die Angehörigen sehr viele Morphininjektionen geben mussten und eine Dauergabe unumgänglich war. Im Verlauf des Tages hat sich die Anspannung dann gelegt, der Allgemeinzustand jedoch verändert. Trotz der wirklich niedrigen Dosis an Morphin über die Pumpe, war sie heute im Frühdienst nur noch schwer kontaktierbar. Sie reagiert noch auf Ansprache, jedoch ist der Lidschluß inkomplett, die Atmung durch den offenen Mund unregelmäßig und leicht brodelnd. Alles Zeichen eines baldigen Versterbens. Die Angehörigen habe ich schon am Morgen über den zu erwartenden Verlauf aufgeklärt, ihnen Mundpflege mit einer Sprühflasche und möglichst wenig belastende Pflegehandlungen angeraten sowie das weitere Procedere erläutert.

Diese Situationen sind trotz bester Vorbereitung für Angehörige äußerst belastend. Immer, ganz egal, ob jemand vorher viel oder wenig Kontakt zu Sterbenden hatte. Ich kenne diese Anrufe und hoffe, dass ich den Angehörigen wieder etwas Sicherheit vermitteln kann. Frau Hahn wirkt gerade etwas unruhig. Da sie vor 45 Minuten erst einen Bolus, also eine zusätzliche Morphingabe neben der Dauergabe, mit der Pumpe erhalten hat, empfehle ich den Angehörigen buccales, also vorrangig über die Schleimhaut resorbierbares, Lorazepam zu geben. Dies erscheint mir, da ich aufgrund der Beschreibung der Angehörigen motorische Unruhe vermute, als sinnvoller.

Ab 21:55 bin ich mir mehr oder weniger sicher, dass ich in der Nacht noch einen Einsatz bei Frau Hahn haben werde. Entweder die Symptome brechen wieder durch – oder sie ist verstorben.
Trotzdem gucke ich jetzt erst einmal diese Folge der Serie zuende. Meine Frau und ich verabreden schon einmal, wer die Kinder am Morgen zu Schule und Kita weckt, wenn es ein langer Einsatz werden sollte.

Um 3:00 klingelt das Handy. Fr. Hahn ist verstorben.
Ich schäle mich aus dem Bett, trinke einen Becher Milch, putze mir die Zähne. Dann ins Auto. Ein offenes Fenster und Musik helfen, wach zu werden. Das Gute an Nachtfahrten ist ja, dass selbst in der Großstadt kaum Verkehr herrscht. Ich rekapituliere die Ereignisse der letzten Tage, die Veränderung der Symptomlast, die Haltung der Angehörigen. Wie haben sie auf mich gewirkt, was für ein Typus Mensch sind sie, gerade im Hinblick auf eine solche Ausnahmesituation, die das ganze Leben durcheinanderwirbelt.

3:40 – ich komme im Haus der Familie Hahn an.
Ehemann, Sohn und Tochter erwarten mich, andere Angehörige sind schon auf dem Weg. Ich reiche die Hand, blicke den Angehörigen in die Augen – Floskeln möchte ich nicht von mir geben, ich suche lieber ein persönliches Wort in solchen Situationen, gerne auch später.
Die Familie wirkt gefasst, einerseits erleichtert, andererseits traurig. Der Tod kommt selten zur richtigen Zeit: Menschen sterben entweder zu früh oder leiden zu lange.

Wir suchen gemeinsam Kleidung für Frau Hahn zusammen, ich lege mir Waschutensilien zurecht. Die Pflege nach dem Versterben unterscheidet sich nicht wirklich von der Pflege zu Lebzeiten. Ich spreche mit den Verstorbenen, wasche den Körper, schaue, dass der Intimbereich bedeckt bleibt. Am Ende die Augen und den Mund, soweit möglich, schließen, die Hände übereinanderlegen oder falten, je nach religiöser Überzeugung. Für ein ruhiges Ambiente zum Abschiednehmen sorgen.
Ich mag diese Arbeit. Sie ist wichtig. Geburt und Tod sind die einzigen Sicherheiten in diesem Leben. Am Anfang des Lebens ist das Bonding, die Nähe zu den Eltern, die Geborgenheit wichtig. Am Ende des Lebens ist die Nähe zu Familie und Freunden für den Sterbenden, aber auch die Zugehörigen, wichtig. Diese Arbeit hat das Ziel, all das zuhause zu ermöglichen. Das Sterben, den Tod und das, was danach kommt.

Wir sprechen noch ein wenig über die letzten Tage, über die Unsicherheit, die ganz natürlich ist, über die Dinge, die jetzt noch zu erledigen sind. Ich wünsche der Familie viel Kraft und hoffe, dass ich einen friedlichen, guten Abschied ermöglichen konnte. In Hamburg sagt man ja bekanntermaßen „Tschüß“, was in solchen Situationen gut passt.

Um 5:40 bin ich wieder zuhause. Der Hund müsste mal vor die Tür. Danach mache ich mir einen Kaffee und wecke die Kinder.

Ich bin zufrieden mit meiner Arbeit. Nach solchen Nächten bin ich erschöpft – aber eben auch glücklich, dass ich in der Lage bin, Menschen beim Sterben zu begleiten und den Angehörigen oft ein Trauma zu ersparen.

*Namen sind geändert

Pflege bei Schmerzen (Pflege Heute, 7. Auflage, Buchbeitrag)

Das Schreiben des Buchbeitrags “Pflege bei Schmerzen” für die 7. Auflage des “Pflege Heute” war für mich persönlich eine grosse Ehre, da ich das “Pflege Heute” in meiner eigenen Ausbildung als Lehrbuch genutzt habe. Ausserdem ist hiermit endlich mein erster Buchbeitrag veröffentlicht worden, was für mich Anlass genug war, ein paar Anekdoten in einem Video zusammenzuschneiden, und so einen kleinen Blick “hinter die Kulissen” zu geben.

Das fantastische neue Lehrbuch mit deutlich verbessertem, modernem Stil gibt es hier:

Pflege bei Schmerzen
in: Pflege Heute. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag, München, 7. Auflage, 18.3.2019, ISBN 978-3-437-26778-9 (Normalausgabe), ISBN 978-3-437-28143-3 (Kleine Ausgabe)

https://shop.elsevier.de/pflege-heute-9783437267789.html

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Die Anfrage

“Das hier ist die aktuelle, die siebte Auflage des Pflege Heute, des meistverkauften Lehrbuchs für die Pflegeausbildung. Ich möchte in diesem Video kurz erzählen, wie es dazu kam, dass in der aktuellen Auflage als Autor das Kapitel zur Schmerztherapie geschrieben habe: Von der Anfrage bis zur Veröffentlichung. Im Juni 2017 habe ich überraschend eine E-Mail erhalten vom Elsevier Verlag, vom Redaktionsteam des Pflege Heute, ob ich Interesse hätte mitzuschreiben. Für mich kam das wirklich sehr überraschend. Ich habe vorher ein paar Fachartikel geschrieben (Eine Übersicht meiner bisherigen Autorentätigkeit findet sich hier:
nilswommelsdorf.de/veroeffentlichungen), ich habe ein paar Jahre doziert, bin lange im Beruf tätig, in der SAPV und davor in Hospizen.
Aber es kam doch einigermaßen überraschend, über einen netten gemeinsam Freund, Herrn Wenner. Vielen Dank!
Und so stand ich da und dachte: “Pflege Heute? Cool, das ist ja mein Fachbuch, mit dem ich meine Ausbildung damals
gemacht habe!” Und habe natürlich gleich zugesagt: “Das mache ich! Tolle Sache, da freue ich mich!”

Was kommt auf mich zu?

Aber die Frage war: “Was kommt jetzt auf mich zu?” Für einen Fachartikel habe ich zuerst ein Brainstorming gemacht, mir dann eine grobe Struktur aufgeschrieben, meine Quellen zusammengesucht – und dann angefangen los zu schreiben, hin und her zu sortieren, zu korrigieren, zu schieben. Dass es bei einem großen Lehrbuch nicht völlig anders läuft, war mir auch klar. Der Verlag gibt jedoch mehr an Struktur vor, deutlich mehr als in einem Fachjournal, da hier das große Ganze zählt.
Wenn ich eine Lehrbuch für eine komplette Ausbildung mache, muss natürlich auch eine gewisse Einheitlichkeit da sein. Noch dazu hat natürlich auch vorher schon jemand ein Kapitel zur Schmerztherapie geschrieben: Thomas Fischer.
Ein Kapitel, das ich auf den aktuellen Stand bringen möchte. Ich möchte es ein bisschen griffiger haben, denn ein paar Sachen haben mir nicht so gepasst – aber alles natürlich im Rahmen dessen, was der Verlag von mir fordert.
So fing also alles damit an, dass ich mir das vorherige Kapitel durchgelesen habe und dann eine Arbeitsversion des Verlags bekommen habe, mit einem riesigen Kopf an verschiedenen Formatierungshilfen und Vorschriften, die ich zu beachten habe, damit das Ganze nicht völlig durcheinander läuft und man sich im Redigat die Finger blutig tippt.

Das Schreiben des Kapitels

Die größte Schwierigkeit war dann auch, sich durch die Formatierungshilfen zu arbeiten. Dazu gibt es auch eine große Übersicht, die man geschickt kriegt, die auch nötig ist. Letztenendes müssen einem trotzdem die Leute aus dem Verlag ein wenig helfen. Ich habe also einige Kapitel neu geschrieben, habe ein paar bestehende umgestellt, umformuliert, Sachen angepasst. Und ein bisschen am Design “geschraubt”, dass heißt neue Bilder dazu, neue Schaubilder dazu entworfen, die dann vom Verlag in gute, druckbare Grafiken “umgebaut” wurden.
So ging dann das Ganze ein paar mal hin und her. Ich habe meinen Kapitel geschrieben, ich habe es zum Verlag geschickt. Der Verlag hat es redigiert, also korrigiert, geschaut, ob das fachlich okay ist, ob es vom Ausdruck her stimmt. Dann wieder zu mir zurück – da habe ich das Ganze wieder durchgelesen, ich hab’s redigiert. Dann ist es wieder zum Verlag, und dann kam die ganz lange Wartezeit, – ich glaube fast ein Jahr – die es gedauert hat, bis alle Kapitel fertig waren, bis dass das ganze Buch stand, und es dann in den Druck gehen konnte.
So hat es also insgesamt “nur” zwei Weihnachtskarten gedauert, bis das komplette Buch stand.

Pflege bei Schmerzen in: Pflege Heute. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag, München, 7. Auflage, 18.3.2019, ISBN 978-3-437-26778-9 (Normalausgabe), ISBN 978-3-437-28143-3 (Kleine Ausgabe)
Pflege bei Schmerzen
in: Pflege Heute. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag, München, 7. Auflage, 18.3.2019, ISBN 978-3-437-26778-9 (Normalausgabe), ISBN 978-3-437-28143-3 (Kleine Ausgabe)
Das fertige Buch

Und vor einigen Wochen habe ich dann endlich mein Exemplar zugeschickt bekommen, ganz aufgeregt den Karton aufgerissen, geschaut, was drin ist.
Und da war es endlich, nach langer Wartezeit: Die siebte Auflage des Pflege Heute!
Ich bin einigermaßen stolz darauf, was für ein tolles Buch daraus geworden ist. Es ist deutlich moderner im Design, es ist besser aufgebaut, hat viel mehr Zusammenfassungen, hat neue, richtig gute, Grafiken, die sehr einleuchtend sind, so dass man verschiedene Lerntypen auch damit gut erreichen kann und für jeden etwas dabei ist.
So glaube ich, dass man mit dem neuen Pflege Heute den Beruf der Krankenpflege, und ich denke auch die generalisierte Ausbildung, in den nächsten Jahren gut meistern kann.
Ich freue mich, dass es ein echt gutes Kapitel geworden ist, und ich hoffe, dass die kommenden Generationen an Schülern das gut nutzen können, und so gut durch die Ausbildung kommen – und sich bewusst sind, wie wichtig die Schmerztherapie, das Schmerzmanagement in der Pflege für alle Patienten ist.”

SAPV und ambulante Palliativversorgung (E-Learning Altenpflege Akademie)

Die zweite E-Learning Einheit für dck-media: Die Geschichte und die Gegenwart in der SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung). Informationen zu rechtlichen Hintergründen, Beschreibung der Tätigkeitsbereiche von AAPV (Allgemeine Ambulante Palliativversorgung), SAPV und SAPPV (SAPV für pädiatrische Patienten). Die tabellarische Übersicht gibt es hier, das ganze Heft hier:
https://www.altenpflege-akademie.de/lerneinheiten/lerneinheiten_artikel/t/sapv_und_ambulante_palliativversorgung

Ambulante palliative Versorgung gibt es, seit es ambulante Medizin und Krankenpflege gibt.
Pflegekräfte und Ärzte passen die Ziele ihrer Arbeit an, wenn Erkrankungen nicht mehr geheilt werden können und die Belastung durch Symptome zunimmt. Symptomlinderung und -kontrolle stehen im Vordergrund. Behandlungen, die auf ein Heilen der Erkrankung zielen und mit Belastungen für den Betroffenen einhergehen werden könnten, werden überdacht, Behandlungsziel ist das Wohlbefinden des Betroffenen. Die ambulante Palliativversorgung ist als zusätzliche Struktur bei besonders herausfordernden und aufwändig zu versorgenden Symptombelastungen am Ende des Lebens konzipiert. An ihren Aufbau werden besondere Anforderungen gestellt, um schnell und umfassend auf rasche Veränderungen der Situation reagieren zu können. Multiprofessionalität und ein erweitertes Aufgabenspektrum in Bezug auf Koordination und Beratung decken den besonderen Bedarf ab.
Wenn sie diesen Artikel gelesen haben, kennen sie
– die Akteure und Geschichte der ambulanten Palliativversorgung
– die verschiedenen Leistungen der SAPV
– die Indikationen, die eine Verordnung von SAPV ermöglichen
– die Unterschiede der einzelnen palliativen ambulanten Versorgungsmöglichkeiten

Essen und Trinken am Lebensende (Praxishandbuch Pflege / Pflege & Management)

Für das “Praxishandbuch PDL” und “Pflege & Management” des duz (Deutsche Universitätszeitung) medienhauses habe ich einen Artikel zum Thema “Essen und Trinken am Lebensende” verfasst. Aus den viele Vorträgen und Seminaren, die ich zum Thema inspiriert, gehe ich vor allem auf praktische Aspekte der Versorgung bei Inappetenz und Dehydration / Exsikkose ein. Die Frage nach Sinn und Zweck unterstützender oder parenteraler Ernährung und Hydration spielt ebenso eine Rolle, wie der Themenbereich “Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit am Lebensende (FVNF – “Sterbefasten”)”.

Palliative Care – Essen und Trinken am Lebensende

  • Praxishandbuch PDL (Nr. 45 1/19, Februar 2019, Kap. 4 P), duz medienhaus, ISSN 1868-9523 https://www.pdl-bibliothek.de/
  • Pflege & Management (Nr. 77 1/19, Februar 2019, Kap. B 4.14), duz medienhaus, ISSN 1619-1463
"Praxishandbuch PDL" und "Pflege und Management" des duz (Deutsche Universitätszeitung) Medienhauses
“Praxishandbuch PDL” und “Pflege und Management” des duz (Deutsche Universitätszeitung) Medienhauses

“Wenn Menschen während des Sterbeprozesses Hunger- und Durstgefühl verlieren, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Neben der Ermittlung der Gründe und der Einleitung appetitanregender Maßnahmen muss überlegt werden, ob eine Nahrungssubstitution sinnvoll ist. Dabei gibt es viel zu bedenken, allem voran: Was ist der Wille des Betroffenen? Und machen sich Pflegekräfte und Ärzte strafbar, wenn sie den Betroffenen bei einem freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit unterstützen? Dieser Beitrag zeigt Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten auf, mit dem Verlust von Hunger und Durst von sterbenden Pflegebedürftigen umzugehen – wobei die individuelle Situation des Betroffenen immer im Vordergrund steht.

Essen und Trinken haben im Leben einen hohen Stellenwert, denn  „Essen hält Leib und Seele zusammen“. Die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ist ein sinnliches Erlebnis, ein basaler Reiz, das Spüren des eigenen Körpers, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Wenn Pflegebedürftige am Lebensende die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verweigern oder eine orale Aufnahme durch Erkrankungen nicht mehr möglich ist, stecken die Pflegenden, die Angehörigen, die behandelnden Ärzte und häufig die Betroffenen selbst in einem Dilemma:

  • Kann die orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme unterstützt und verbessert werden?
  • Kann künstliche Ernährung, Flüssigkeitsgabe über Sonden oder Infusionen die Situation des Betroffenen verbessern?
  • Möchte der Betroffene solch eine invasive Maßnahme oder ist es womöglich sein Wille, keine Nahrung und Flüssigkeit mehr aufzunehmen?
  • Wie können die Behandelnden rechtssicher handeln?”

Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz (E-Learning Altenpflege / Betreuungskräfte Akademie)

Für den “dck media verlag” habe ich Artikel mit der Möglichkeit zum E-Learning erstellt. Zum Thema “Schmerzerfassung im Alter und bei Demenz” können in den Magazinen “Altenpflege Akademie” (Ausgabe 4/2018), mit Schwerpunkt auf Pflegefachkräfte, und in der “Betreuungskräfte Akademie” (Ausgabe 1/2019), mit Schwerpunkt auf nicht-examinierte Pflege- und Betreuungskräfte, die Artikel gelesen und dann online Fragen dazu beantwortet werden. Sind mindestens 70% der Fragen richtig beantwortet worden, erhält man einen Fortbildungspunkt und ein Zertifikat. Lohnend für alle an der Versorgung beteiligten Kräfte, wenn die Zeit für Präsenzfortbildung knapp wird.

“Durch die zunehmende „Veralterung“ der Gesellschaft steigt die Anzahl der Menschen mit demenziellen Erkrankungen in Deutschland. Die Vorbeugung vor chronischen Schmerzen mit den damit verbundenen körperlichen und psychosozialen Einschränkungen wird erst durch Schmerzerfassung möglich. Diese muss an das veränderte Schmerzerleben und die häufige Bagatellisierung von Schmerzen im Alter angepasst werden.

Während bei Menschen mit leichter Demenz zuverlässige Angaben zu den Schmerzen gemacht werden können, ist bei Menschen mit mittelschwerer und schwerer Demenz durch die abnehmenden kognitiven Fähigkeiten zudem die Kommunikation zunehmend beeinträchtigt. So sollte hier das Verhalten neben der subjektiven Schmerzangabe erfasst und zusätzliche Fremderfassungsinstrumente genutzt werden, die das Verhalten der Betroffenen „von außen“ beurteilen. Die Schmerzerfassung durch Pflegekräfte umfasst jedoch nicht nur das Nutzen der Assessmentinstrumente, sondern auch die Wertung der Testergebnisse auf andere auslösende Faktoren.”

Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz (Artikel und E-Learning)

Artikel/PDF: Schmerzmanagement 2.0 (Schmerz und Schmerzmanagement Jg. 1, Heft 4/2017)

In der 4. Ausgabe der Fachzeitschrift “Schmerz und Schmerzmanagement” des Verlags Hogrefe ist mein Artikel “Schmerzmanagement 2.0 – Die Entwicklung eines digitalen „Opioidkonverters“ zur Schmerztherapie” über die Entwicklung meiner App und Webseite “Palliative Care Tools” erschienen.
Ich schreibe über die Hintergedanken und den Weg von der Programmierung zur Veröffentlichung und Rezeption des Opioid-, Kortikoid- und Infusionskonverters.

Das sogenannte “Pre-Script”, also die von mir favorisierte Endfassung vor dem Redigat durch die Redaktion, ist hier mit freundlicher Erlaubnis von Hogrefe zu lesen.

Schmerztherapie 2.0 (Nils Wommelsdorf - Schmerz und Schmerzmanagement 4/17).pdf

Artikel: Zeichen des nahen Todes (pflegen:palliativ 36/2017)

Zeichen des nahen Todes (Nils Wommelsdorf, Auszug aus: pflegen:palliativ 36/2017 Lebensende Fischer Verlag)
Zeichen des nahen Todes (Nils Wommelsdorf, Auszug aus: pflegen:palliativ 36/2017 Lebensende Fischer Verlag)

In der Ausgabe 36/2017 der Fachzeitschrift “pflegen:palliativ” (Fischer Verlag) wurde mein Artikel “Zeichen des nahen Todes” veröffentlicht.
Ich gehe auf die verschiedenen körperlichen Zeichen und Veränderungen des Verhaltens Sterbender ein, die in den letzten Lebenstagen auftreten können. Durch Beobachtung und Diskussion im Team können hierdurch Maßnahmen eingeleitet oder beendet werden, die an das jeweilige Stadium am Ende des Lebens angepasst sind.

Die Intuition der Behandelnden

Gleichberechtigt neben den körperlichen Symptomen steht bei der Einschätzung des Zustands die Intuition des Behandlungsteams. Diese „weichen“ Faktoren lassen sich oft schwer objektiv dokumentieren; deshalb muss eine Beurteilung des Status immer durch das interprofessionelle Team im Austausch getroffen werden (Leitlinienprogramm Onkologie, 2015: 149f, Kantonsspital St.Gallen, Uniklinik Köln, 2013: 1).

Um die Einschätzung der Teammitglieder zu erfassen, wurde im LCP die Überraschungsfrage (surprise question) entwickelt: „Wären Sie überrascht, wenn der Patient in den nächsten Tagen sterben würde?“ (Kantonsspital St.Gallen und Uniklinik Köln, 2013: 2).

Das Bauchgefühl

Die Individualität der Lebensentwürfe und Ansichten zeigt sich auch im Verlauf des Sterbens. Durch Nähe zum sterbenden Menschen können bei Veränderungen oft Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf des Sterbeprozesses gezogen werden.

So scheint beispielsweise der Zeitpunkt des Sterbens oft durch die persönliche Lebensgeschichte des Menschen bestimmt zu sein. Das „Loslassen“ geschieht häufig nach Ereignissen wie einem Jahrestag oder nach dem Besuch eines Angehörigen.

Manche Sterbende sind unruhig; die Unruhe kann dann nur durch Beistand gelindert werden. Andere empfinden Gesellschaft und Berührungen dagegen möglicherweise als störend: Sie sterben erst in einem Moment völliger Ruhe.

Vor dem Versterben „blühen“ manche Menschen kurz wieder auf; für kurze Zeit kehren Vitalität und Appetit wieder zurück. Wichtig ist, dass die Pflegenden auf Zeichen eines Delirs achten.”


Eine (ältere) Übersicht zum Thema findet sich hier:
PDF: Zeichen des nahenden Todes

Das Heft kann hier gekauft werden:
https://www.friedrich-verlag.de/shop/lebensende
oder über die ISSN 1867 – 9390 im Fachhandel bestellt werden.
Eine Übersicht meiner bisherigen Autorentätigkeit findet sich hier:
nilswommelsdorf.de/veroeffentlichungen

Veröffentlichungen

„Ich schreibe Fachartikel und Buchbeiträge, filme und synchronisiere Videos und programmiere Apps im Themenfeld Palliativversorgung und Schmerztherapie. Praxisnah und interessant.”

Buchbeiträge:

  • Schmerzmanagement
    in: Klinikleitfaden Pflege. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag. München, 9. Auflage, 19.8.2019, ISBN 978-3-437-26163-3

Fachartikel:

  • Sterbeprozess
    in: Praxishandbuch PDL, Nr. 49 5/19, November 2019, Kap. 4 S, duz medienhaus, ISSN 1868-9523 https://www.pdl-bibliothek.de/
  • Sterbeprozess
    in: Pflege & Management, Nr. 81 5/19, Dezember 2019, Kap. B 4.18, duz medienhaus, ISSN 1619-146
  • Charta zur Betreuung sterbender Menschen (Artikel und E-Learning)
    in: Altenpflege Akademie, Ausgabe 3/2019, dck media GmbH, ISSN: 2365 – 5011
    www.altenpflege-akademie.de

Weitere Veröffentlichungen:

Apps:

Videos:
Veröffentlichungen auf meinem Kanal: YouTube

Betreuung von Webseiten:

Artikel: Sicherheit planen: Palliatives Notfallmanagement (pflegen:palliativ 35/2017)

Sicherheit planen: Palliatives Notfallmanagement (Nils Wommelsdorf, Auszug aus: pflegen:palliativ 35/2017 Notfälle, Fischer Verlag)
Sicherheit planen: Palliatives Notfallmanagement (Nils Wommelsdorf, Auszug aus: pflegen:palliativ 35/2017 Notfälle, Fischer Verlag)

Zur Ausgabe 35/2017 der Fachzeitschrift “pflegen:palliativ” (Fischer Verlag) habe ich den Artikel “Sicherheit planen: Palliatives Notfallmanagement” über die Notwendigkeit einer Notfallroutine in der Palliativversorgung beigesteuert.
Im Text werden die Basics eines funktionierenden Notfallmanagements mit Bezug auf die Besonderheiten der Palliativversorgung dargestellt – eben keine kurative Rettungskette, sondern eine Variante, die der palliativen Versorgung am Lebensende Rechnung trägt:

    Stressfaktoren mit Folgen
    Erfolg oder Misserfolg der Notfallmaßnahmen in der Palliativversorgung bestimmen auch die Symptomlast von Sterbenden und die Belastungen ihrer Zugehörigen; sie ermöglichen oder verhindern somit die Möglichkeit des Sterbenden und seines Umfeldes, voneinander Abschied zu nehmen.
    Für das Pflege- und Behandlungsteam ergibt sich die schwere Last der Entscheidung aus den grundverschiedenen, folgenschweren Behandlungsoptionen – beispielsweise das Abwägen zwischen Intubation oder palliativer Sedierung. Durch diese Entscheidungssituationen, mit hohen Anforderungen an Handlungssicherheit und Fachlichkeit, entsteht Stress, der unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann. So kann ein „… plötzlicher oder qualvoller Tod eines Patienten/einer Patientin, extrem entstellende Verletzungen, Tod während einer Pflegehandlung […] bereits […] sehr belastend und potentiell traumatisch sein” (Hausmann, 2011: 2). Im schlimmsten Fall können kritische Ereignisse sogar zu behandlungsbedürftigen, psychischen Störungen führen (vgl. Teegen, 2003).”

Das Heft kann hier gekauft werden:
https://www.friedrich-verlag.de/shop/notfalle
oder über die ISSN 1867 – 9390 im Fachhandel bestellt werden.
Eine Übersicht meiner bisherigen Autorentätigkeit findet sich hier:
nilswommelsdorf.de/veroeffentlichungen


Mein Flickr-Album zum Thema: https://www.flickr.com/photos/nilswommelsdorf/albums/72157687719172375