Archiv der Kategorie: PDFs

Neuroleptika als Antiemetika


Da immer häufiger Neuroleptika als Antiemetika genutzt werden, habe ich eine Übersicht der gängigen (sowohl zugelassenen als auch off-label genutzten) Dosierungen zusammengestellt. Diese ist als Übersicht gedacht, da bei der Gabe von Neuroleptika immer die niedrigsmögliche Dosis gewählt werden sollte, um Nebenwirkungen wie Sedierung zu vermeiden oder zumindest zu mindern. In der antiemetischen Therapie mit Neuroleptika kann nur durch gut dosierte Gaben die Compliance der Behandelten erhalten werden.

Neuroleptika als Antiemetika.pdf

Wirkstoffe:
Haloperidol (Haldol®), Promethazin (Atosil®), Olanzapin (Zyprexa®), Levomepromazin (Neurocil®)

Quellen:
– https://palliativedrugs.com/formulary/de/richtlinien-fur-das-management-von-ubelkeit-und-erbrechen.html (Palliative Care Formulary), abgerufen am 24.9.18
– Universitätsklinikum Essen – https://www.uk-essen.de/tumorforschung/patienten-besucher/empfehlungen-und-informationen-zur-tumortherapie/supportive-therapie/empfehlungen-zur-antiemese-bei/, abgerufen am 21.9.18
– https://www.palliativedrugs.com/formulary/de/olanzapin.html (Palliative Care Formulary), abgerufen am 24.9.18
– Fonte, C. et al. – A review of olanzapine as an antiemetic in chemotherapy-induced nausea and vomiting and in palliative care patients, Critical Reviews in Oncology / Hematology , Volume 95 , Issue 2 , 214 – 221, 2015
– https://palliativedrugs.com/formulary/de/levomepromazin.html (Palliative Care Formulary), abgerufen am 24.9.18

Artikel/PDF: Schmerzmanagement 2.0 (Schmerz und Schmerzmanagement Jg. 1, Heft 4/2017)

In der 4. Ausgabe der Fachzeitschrift „Schmerz und Schmerzmanagement“ des Verlags Hogrefe ist mein Artikel „Schmerzmanagement 2.0 – Die Entwicklung eines digitalen „Opioidkonverters“ zur Schmerztherapie“ über die Entwicklung meiner App und Webseite „Palliative Care Tools“ erschienen.
Ich schreibe über die Hintergedanken und den Weg von der Programmierung zur Veröffentlichung und Rezeption des Opioid-, Kortikoid- und Infusionskonverters.

Das sogenannte „Pre-Script“, also die von mir favorisierte Endfassung vor dem Redigat durch die Redaktion, ist hier mit freundlicher Erlaubnis von Hogrefe zu lesen.

Schmerztherapie 2.0 (Nils Wommelsdorf - Schmerz und Schmerzmanagement 4/17).pdf

    Wommelsdorf, N. (2017). Schmerzmanagement 2.0 – Die Entwicklung eines digitalen „Opioidkonverters“ zur Schmerztherapie. Schmerz und Schmerzmanagement (2017), 1:4, pp. 43 – 45. https://doi.org/10.1024/2504-1037/a000005.

Mehr Informationen zur App gibt es hier: https://nilswommelsdorf.de/palliative-care-tools/
Mehr Informationen zur Zeitschrift gibt es hier: www.hogrefe.de/produkte/zeitschriften/schmerz-und-schmerzmanagement


Die Zeitschrift gibt es hier gedruckt: www.hogrefe.de/produkte/zeitschriften/bestellformular/
und hier als PDF zu kaufen: http://econtent.hogrefe.com/toc/ssm/1/4.
Alternativ kann es über die ISSN-L 2504-1037 (Print ISSN: 2504-1037, Online ISSN: 2504-1320) im Fachhandel bestellt werden.
Eine Übersicht meiner bisherigen Autorentätigkeit findet sich hier:
nilswommelsdorf.de/veroeffentlichungen

PDF: Komplikationen mit Portkathetern

Komplikationen im Umgang mit Portkathetern (Ports), wie Okklusion, Paravasation, Infektion oder Dislokation, stellen Pflegekräfte immer wieder vor Probleme. In diesem PDF sind mögliche Ursachen und Maßnahmen der Probleme mit Portkathetern übersichtlich und detailliert ausgeführt.

Komplikationen mit Portkathetern.pdf


Meine Flickr-Gallerie zum Thema:

Quellen:
– Schmalzer, Stangl, Guger-Halper – Umgang mit Port-Systemen aus Sicht der Pflege (Version 12/05), A. ö. KH Oberwart, Interne Abteilung mit Onkologie
– Robert-Koch-Institut (RKI) – Empfehlungen zur Prävention gefäßkatheterassoziierter Infektionen, Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 2002 45:907–924 DOI 10.1007/s00103-002-0499-8, S. 917
– Eigene Erfahrungen

Veröffentlichungen

„Ich schreibe Fachartikel und Buchbeiträge, filme und synchronisiere Videos und programmiere Apps im Themenfeld Palliativversorgung und Schmerztherapie. Praxisnah und interessant.“

Buchbeiträge:

  • Pflege von Menschen mit Schmerzen
    in: Nicole Menche (Hrsg.): Pflege heute. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag, München, 7. Auflage – 3/2019, ISBN 978-3-437-26773-4
  • Schmerzmanagement
    in: Klinikleitfaden Pflege. Elsevier (Urban & Fischer) Verlag. München, 9. Auflage – 201?, ISBN 978-3-437-26163-3

Fachartikel:

E-Learning:

Videos:
Veröffentlichungen auf meinem Kanal: YouTube

Apps:

Bilder:
Bilder finden sich bei Flickr

Betreuung von Webseiten:

PDF: Beurteilung der Schmerzen bei kognitiv eingeschränkten Menschen durch Azubis (Hausarbeit)


Beurteilung der Schmerzen bei kognitiv eingeschränkten Menschen durch (HA Nils Wommelsdorf).pdf


Die Beurteilung der Schmerzen bei kognitiv eingeschränkten Menschen durch Auszubildende in der Altenpflege im ersten Ausbildungsjahr – meine Hausarbeit im Rahmen der Weiterbildung zum staatlich anerkannten Praxisanleiter.
Ich habe mich entschieden, diese Hausarbeit hier zu veröffentlichen, um einerseits Möglichkeiten zur besseren Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz aufzuzeigen
– und um andererseits Anregungen zum Erstellen der Hausarbeit für angehende Praxisanleiter zu geben.
Die Hausarbeit wurde mit einer „1“ bewertet.

Material zu dieser Hausarbeit findet sich hier:
Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz (Umfrage)
BESD-Übungsvideos

Ein Auszug:

    Einleitung

„Das Erleben von akuten Schmerzen hat Auswirkungen auf das physische, psychische und auch das soziale Befinden von Patienten / Bewohnern. Die negativen Auswirkungen von nicht oder nicht ausreichend gelinderten Schmerzen reichen von einer momentanen Belastung und Beeinträchtigung der Lebensqualität bis zu lang andauernden Einschränkungen der Qualität der gesamten Lebenssituation.“ (DNQP, 2011, S. 22)

Diese Aussage aus der Präambel des „Expertenstandards Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen“ in der Aktualisierung von 2011 umschreibt den Einfluß, den unzureichend oder nicht behandelter Schmerz auf das Leben und Erleben eines Menschen haben kann. In der Versorgung von pflege- und/oder behandlungsbedürftigen Menschen kommt dieser Aussage insofern noch mehr Gewicht zu, da es sich oft um schon im Voraus durch Erkrankungen belastete Menschen handelt. Deshalb ist das Erkennen von Schmerz und Diagnostik und Therapie anzuregen eine zentrale Aufgabe der Pflegekräfte in ihrer täglichen Arbeit.

„Schmerz ist das, was immer die an Schmerz leidende Person darunter versteht und liegt vor, wann immer diese Person ihn wahrnimmt.“ (McCaffery, 1968, S. 95)

Wie McCaffery impliziert, ist Schmerz ein vielschichtiges Phänomen, das nicht nur den „von außen“ nachvollziehbaren Schmerz (Gewebedefekte, Frakturen etc.) bezeichnet, sondern auch Schmerzen, die nur bedingt aufgrund von diagnostizierten Erkrankungen nachvollzogen werden können. Schmerzen, die also nur der betroffene Mensch selbst als solche erlebt. Menschen ohne kognitive Einschränkungen können ihre Schmerzen, wie auch andere Stimmungen oder Gemütslagen, klar und deutlich artikulieren.

Doch wie steht es um Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen? Wie können Menschen mit gestörter „Informationsverabeitung“ ihre Schmerzen artikulieren, wenn sie selbst das Gefühl „Schmerz“ nicht einordnen können? Wenn die Möglichkeit, sich überhaupt zu artikulieren oder durch willkürliche gestische oder mimische Äußerungen verständlich zu machen fehlt?
Die Expertenstandards zum Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten respektive chronischen Schmerzen fordern folgerichtig „aktuelles Wissen zur systematischen Schmerzeinschätzung“ von Pflegefachkräften (DNQP, 2011, S. 25 Strukturkriterium S1a, ebenso sinngemäß DNQP, 2015, S. 27 Strukturkriterium S1a). Desweiteren müssen Einrichtungen der Pflege „aktuelle, zielgruppenspezifische Einschätzungsinstrumente und Dokumentationsmaterialen zur Verfügung“ stellen (DNQP, 2011, S. 25 Strukturkriterium S1b und DNQP, 2015, S. 27 Strukturkriterium S1b).

Laut den Expertenstandards sind auch bei kognitiv eingeschränkten Menschen „einfache“ Zahlenskalen (beispielsweise von 0-10) anzuwenden (vgl. DNQP, 2011, S. 71 und 74 sowie DNQP, 2015, S. 104), diese sollten jedoch, gerade bei stärker eingeschränkten Personen, mit einer Fremderfassungsskala ergänzt werden (vgl. DNQP, 2011, S. 74 und DNQP, 2015, S. 104). Auch in verschiedenen medizinischen Leitlinien wird eine spezielle Schmerzerfassung für Menschen mit kognitiven Einschränkungen explizit gefordert (vgl. beispielsweise Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und Deutschen Krebshilfe (DKH), 2015, S. 61f, ebenso Deutsche Gesellschaft für Neurologie / Wasner, 2017, S. 7). Dieser Umstand zeigt, dass auch Ärzte nach einer Fremderfassungsskala den Schmerz bei Menschen mit Demenz erfassen müssen, wenn sie nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft versorgen wollen.

In den oben genannten Expertenstandards, hier jetzt exemplarisch im Standard zum Schmerzmanagement bei akuten Schmerzen, werden auf den Seiten 74 und 75 exemplarisch die Schmerzassessmentinstrumente BESD, BISAD, ZOPA sowie einige andere genannt, die zur Erfassung des Schmerzes bei kognitiv beeinträchtigten Menschen ausreichend validiert sind. Diese Skalen sind insofern für die Ausbildung in der Altenpflege relevant, da Menschen mit kognitiven Einschränkungen, hier vor allem Demenz, in der Altenpflege ein zunehmend großes Klientel sind. Laut der aktuellen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts (Statistisches Bundesamt, 2015, S. 9) werden bereits 59,1% der stationär versorgten Menschen und 25,1% der Pflegebedürftigen in der ambulanten Versorgung der Gruppe der „Menschen mit erheblich eingeschränkter Altagskompetenz“ (siehe dort) zugerechnet.

Geht man nun von einer zunehmend älteren Gesellschaft aus (Bundesministerium des Innern, 2011, S. 11), verbunden mit einer mit zunehmendem Alter stark steigenden Inzidenz von Demenzerkrankungen (vgl. Sütterlin et al, 2011, S. 20) , wird dieses Klientel nur noch mehr an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen der Recherche habe ich im Zeitraum 25.11. – 31.12.2016 eine große Umfrage zur Schmerzerfassung bei Menschen mit Demenz initiert, in der ich unter anderem zu dem Ergebnis kam, dass in den meisten Pflegeeinrichtungen das Schmerzassessment bei Menschen mit Demenz lediglich durch dreijährig ausgebildetes Personal durchgeführt wird (vgl. Nils Wommelsdorf, 2017) . In den Anleitungen der am stärksten verbreiteten Fremderfassungsskalen wird aber eine Erfassung durch alle an der Pflege beteiligten Personengruppen gefordert (vgl. Anhang 2, S. 2 und Fischer, keine Jahresangabe, S. 1). In der Umfrage stellte sich ebenso heraus, dass, sollte ein entsprechendes Schmerzerfassungsinstrument implementiert sein, dies in den weitaus meisten Fällen die BESD (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz) ist (Anhang 1).

Ich werde in dieser Hausarbeit also das Hauptaugenmerk auf die Anleitung in der Arbeit mit der BESD legen, die im deutschsprachigen Raum geläufig und vielen Pflegekräften aus der täglichen Arbeit bekannt sein dürfte.

PDF: Fentanylpflaster – Wirkstoffmenge in transdermalen Pflastern


Ein „25er Fentanylpflaster“ enthält nicht 25µg Fentanyl.
Für ein Seminar habe ich die Wirkstoffmengen von verschiedenen transdermalen Fentanylpflastern aufgelistet – und recherchiert, welche Pflaster Sojaöl (Allergiker!) enthalten.
Hier nun diese Tabelle zur freien Nutzung. Und ein paar freie Bilder dazu.

Fentanylpflaster (Wirkstoffmenge).pdf



In der Liste enthalten sind:
Fentanyl-Hexal TTS 25 µg/h, Fentanyl AL 25 µg/h, Fentanyl Aristo 25 µg/h, Fentanyl Hennig 25 µg/h, Fentanyl Pfizer 25 µg/h, Fentapon 25 µg/h, Matrifen 25 µg/h, Fentanyl AbZ 25 µg/h, Fentanyl-Actavis 25 µg/h, Fentanyl AWD Matrix 25 µg/h, Fentanyl-CT 25 µg/h, Fentanyl-ratiopharm 25 µg/h, Fentanyl STADA 25 µg/h, Fentanyl TAD 25 µg/h, Fentanyl Winthrop 25 µg/h, Durogesic SMAT 25 µg/h, FentaMat Sandoz 25 µg/h, Fentanyl-Hexal S 25 µg/h, Fentanyl Mylan 25 µg/h, Fentanyl TAD 25 µg/h, Fentadolon 25 µg/h, Fentanyl esparma 25 µg/h, Fentanyl Heumann 25 µg/h, Fentanyl Krewel 25 µg/h, Fentanyl beta 25 µg/h, Fentanyl Draco Matrix 25 µg/h, Fentanyl Q-Pharm 25 µg/h, Fentavera 25 µg/h, Fentanyl – 1 A 25 µg/h, Fentanyl-Hexal MAT 25 µg/h, Fentanyl Sandoz 25 µg/h

PDF: Zeichen des nahenden Todes (Version 2)

Zeichen des nahenden Todes (Version 2).pdf

Die Einschätzung des Stadiums, in dem sich ein Mensch am Ende seines Lebens befindet, ist wichtig – und schwierig, da Menschen sehr individuell sind. Um trotzdem zu einer objektiven Einschätzung zu gelangen, können Symptombeobachtung und Skalen helfen:

1. Begrifflichkeit
2. Skalen zur Prognostik
3. Merkmale und Symptome des nahenden Todes
4. „Klassische“ Merkmale des nahenden Todes

1. Begrifflichkeit (nach Ingeborg Jonen-Thielemann, 1997)
Rehabilitationsphase (Monate bis Jahre vor dem Tod)

weitgehend normale Teilnahme am gesellschaftlichen Leben trotz fortgeschrittener Erkrankung

Präterminalphase (Wochen bis Monate vor dem Tod)

eingeschränkte Möglichkeiten des aktiven Lebens:

– Schwäche, vermehrte Müdigkeit

Terminalphase (Wenige Tage bis Wochen vor dem Tod) (häufig auch Präfinalphase)

Bettlägerigkeit; innerer Rückzug oder Ruhelosigkeit; deutlich beeinträchtigte Aktivität:

– beginnende Inappetenz und Exsikkose
– Inkontinenz (seltener: Harnverhalt)
– vermehrt „palliative“ Symptome: Angst, Dyspnoe, Nausea, Koprostase, Diarrhoen, Delir

Sterbephase (Stunden bis 1 Tag) (häufig auch Finalphase)

Der Mensch „liegt im Sterben“; das Bewußtsein ist nicht auf die Außenwelt gerichtet:

– Organversagen: Leber, Niere, Lunge, Nervensystem
→ Verwirrtheit, Halluzinationen, Agitiertheit, Somnolenz, Koma, Death Rattle, Cheyne-Stokes-Atmung
– Zentralisierung des Kreislaufs: marmorierte, zyanotische Extremitäten

2. Skalen zur Prognostik

Diese Skalen dienen der Einschätzung der symptombezogenen Einschränkung der Aktivität und Selbstversorgungsfähigkeiten bei Patienten mit bösartigen Tumoren.
Sie werden als prognostische Instrumente genutzt, um Therapieziele zu definieren und Therapiepläne zu erstellen.

Karnofsky-Index (Karnofsky performance status scale)2
ECOG (Performance Status nach der Eastern Cooperative Oncology Group (auch WHO- oder Zubrod-Index)3
Palliative Performance Scale (Version 2)4

Gewichtung der Tabelle „von links nach rechts“: Sollte ein Pat. z.B. vollständig immobil (PPS-Wert 30%), jedoch noch teilweise zur selbständigen Körperpflege fähig sein (PPS-Wert 40 – 50%), ergibt sich ein PPS-Wert von 30%, da die Mobilität höher als die Fähigkeit zur selbständigen Körperpflege gewichtet wird.

3. Merkmale und Symptome des nahenden Todes

Die Tabelle basiert auf einer seit 2012 laufenden Studie mit mittlerweile 357 in 2 onkologischen Kiniken eingelieferten, erwachsenen Patienten mit Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium. Es wurden bei den Patienten in Houston, Texas und Barretos, Brasilien systematisch von der Einlieferung in eine Palliativstation bis zur Entlassung oder bis zum Tode alle 12 Stunden 52 (anfänglich 100) klinische Merkmale untersucht. Die Ergebnisse wurden 2014 (5) und 2015 (6) publiziert.

In einer Metaanalyse mit den Daten von 12 Studien und 2416 Patienten wurden von Kehl und Kowalkowski 2013 zudem die häufigsten Symptome in den letzten 2 Lebenswochen identifiziert.7

4. „Klassische“ Merkmale des nahenden Todes:
Facies Hippocratica („Mund-Nasen-Dreieck“)8

– spitze Nase
– eingefallene Augen und Schläfen
– kalte zusammengezogene Ohren mit nach außen gewendeten Ohrläppchen
– raue, gedehnte und ausgetrocknete Stirn
– grünliches oder fahles Gesicht
(beschrieben durch Hippocrates (450 – 370 v. Chr.)

Indikator der Terminal- / Finalphase bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, Traumata, Herzerkrankungen, Peritonitis und Typhus

Delirium („Terminale Agitiertheit“)

– Störung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit
– Wahrnehmungsstörungen (Gedächtnis, Orientierung)
– Psychomotorische Störungen
– Schlafstörungen
– Akuter Beginn und fluktuierender Verlauf
(Definition des Deliriums laut ICD-10)

In einer Studie unter 104 Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung8 wurde bei insgesamt fast ¾ der Probanden ein Delir diagnostiziert. Bei 88% der 52 während der Studie verstorbenen Patienten wurde ein terminales Delirium diagnostiziert.
Reversible Ursachen eines Delirs laut verschiedener Studien 9,10 waren:

– Opioidgabe
– Exsikkose (→ Palliative Dehydratation)

Irreversible Ursachen:

– cerebrale Metastasen, Hirntumore
– Hypoxische Enzephalopathie
– Stoffwechselstörungen
– Infektionen

Intravitale Totenflecken („Kirchhofrosen“)11

rötlich-livide Hautverfärbungen durch die Stauung von Blut innerhalb der Hautkapillaren

– Zeichen einer eingeschränkten Herztätigeit unmittelbar vor dem Sterben
– Symptom des Waterhouse-Friderichsen-Syndroms (Nebennierenapoplexie – in 90% der Fälle tödlich
verlaufender akuter Ausfall der Nebennieren infolge massiver bakterieller Infektionen)

Quellen:

1 Aulbert, Nauck, Radbruch, Lehrbuch der Palliativmedizin, 2008, S. 357

2 Karnofsky DA, Burchenal JH. The Clinical Evaluation of Chemotherapeutic Agents in Cancer. In: MacLeod CM (Ed), Evaluation of Chemotherapeutic Agents. Columbia Univ Press, 1949:196.

3 Oken, M.M., Creech, R.H., Tormey, D.C., Horton, J., Davis, T.E., McFadden, E.T., Carbone, P.P.: Toxicity And Response Criteria Of The Eastern Cooperative Oncology Group. Am J Clin Oncol 5:649- 655, 1982. The ECOG Performance Status is in the public domain therefore available for public use. To duplicate the scale, please cite the reference above and credit the Eastern Cooperative Oncology Group, Robert Comis M.D., Group Chair.

4 The Palliative Performance Scale version 2 (PPSv2) tool is copyright to Victoria Hospice Society and replaces the first PPS published in 1996 [J Pall Care 9(4): 26-32]. Victoria Hospice Society, 1900 Fort St, Victoria, BC, V8R 1J8, Canada. Übersetzung: Nils Wommelsdorf

5 David Hui et al. – Clinical Signs of Impending Death in Cancer Patients, Oncologist. 2014 Jun; 19(6): 681–687

6 David Hui et al. -Bedside clinical signs associated with impending death in patients with advanced cancer: preliminary findings of a prospective, longitudinal cohort study, Cancer, 2015 Mar 15;121(6):960-7

7 Kehl, Kowalkowski – A systematic review of the prevalence of signs of impending death and symptoms in the last 2 weeks of life, Am J Hosp Palliat Care. 2013 Sep;30(6):601-16

8 Mark A. Marinella – On the Hippocratic Facies, Journal Of Clinical Oncology (American Society of Clinical Oncology) July 20, 2008 vol. 26 no. 21 3638-3640

9 Peter G. Lawlor et al. – Occurrence, Causes, and Outcome of Delirium in Patients With Advanced Cancer – A Prospective Study, Arch Intern Med. 2000;160(6):786-794

10 Dylan Harris – Delirium in advanced disease, Postgrad Med J. 2007 Aug; 83(982): 525–528

11 http://flexikon.doccheck.com/de/Intravitaler_Totenfleck (abgerufen am 01.05.2015)

Titelbild: Ferdinand Hodler – Dying Valentine (1915)
Ferdinand Hodler [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

PDF: Medikamente zur subkutanen Gabe in der Palliativversorgung (Version 5)

Medikamente zur subkutanen Gabe in der Palliativversorgung (Version 5).pdf

Indikationen / Vorteile:
– Alternative Applikation bei Praefinalität, Übelkeit/Erbrechen, Dysphagie, Malabsorption, Illeus etc.
– Weniger aufwändig, komplikationsgefährdet und/oder symptombelastet als i.v. und vor allem i.m. Applikation
– Durchführung durch Pflegepersonal und Laien möglich (v.a. über subkutane Dauerzugänge)
– Dauertherapie (z.B. PCA) wie an venösen Zugängen möglich (evtl. Reduzierung des Volumens nötig)
– Weniger invasiv und entzündungsgefährdet bei Dauerzugängen als venöse Verweilkanülen

Durchführung:
Anstelle der üblichen Applikation über Standardkanülen können Beschwerden vermindert werden durch:
1. Nutzung von geigneten subkutanen Dauerzugängen (z.B. BD Saf-T-Intima™)
2. Langsame Injektion, bei großen Volumina auch in mehrere Injektionen aufgeteilt
3. „Beklopfen“ der Einstichstelle mit den Fingern während der Injektion
4. Reizende Substanzen langsam injizieren oder als Kurzinfusion applizieren

Cave: Diese Liste ist ohne Gewähr. Nicht alle Präparate sind für eine subkutane Gabe zugelassen.

Analgetika (Nicht-Opioide): Diclofenac, Ketamin, Lidocain, Metamizol, Paracetamol

Analgetika (Opioide): Tramadol, Alfentanil, Buprenorphin, Fentanyl, Hydromorphon, Levomethadon, Morphin, Oxycodon, Pethidin, Piritramid, Sufentanil

Antiemetika: Alizaprid, Metoclopramid, Dimenhydrinat, Ondansetron, Granisetron, Tropisetron

Neuroleptika: Haloperidol, Levomepromazin, Promethazin, Risperidon, Triflupromazin

Benzodiazepine: Clonazepam, Diazepam, Lorazepam, Flunitrazepam, Midazolam

Antikonvulsiva: Levetiracetam, Valproat

Corticosteroide: Dexamethason, Hydrocortison, Prednisolon

Weiteres: Amitriptylin, Atropin, Butylscopolamin, Clonidin, Cyclizin, Erythropoetin, Furosemid, Glycopyrronium, Hyaluronidase, Methylnaltrexon, Naloxon, Neostigmin, Octreotid, Omeprazol, Pantoprazol, Phenobarbital, Propanolol, Pyrodistigmin, Ranitidin, Scopolamin, Terbutalin, Vitamin B12

Quellen:

Bausewein et al.: Arzneimitteltherapie in der Palliativmedizin (PCF2), München, 2005, S.305 – abweichende Seiten in Klammern

Medicus, Gabl Die Subkutane Verabreichung von Medikamenten in der Palliativmedizin, 2014, http://www.hospiz-tirol.at/wp-content/uploads/2014/02/Subkutane-Verabreichung-von-Medikamenten-in-der-Palliativmedizin_2014_01_20.pdf, abgerufen am 22.5.2016

Mark-Steven Braun – Praxis der subkutanen Gabe von Medikamenten und Flüssigkeit bei Palliativstationen und Hospizen und onkologischen Abteilungen – eine Umfrage in Deutschland, Frankfurt 2011, S. 40-42 – selten genutzte Medikament sind mit (s) gekennzeichnet

Ruberg – Palliativpharmazie: Etablierung der pharmazeutischen Betreuung von Palliativpatienten, Onkologische Pharmazie, 1/2010, S.21

Al-Kadhra, Eichner – Medikamententipps – Informationen für Patienten und Angehörige zu Palliativsymptomen und deren Behandlung, Deutscher Palliativverlag, Fulda, 2014

Levin -Symptomkontrolle bei schwerkranken oder sterbenden Menschen, München, 2010, http://www.palliativnetz-brv.de/app/download/4510739/Symptomkontrolle+Praktische+Tipps+f%C3%Bcr+Haus%C3%A4rztee-+sc+Medikament.pdf, abgerufen am 22.5.2016

Beitragsbild: ignis (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

PDF: Metamizol (Novaminsulfon) – Unterschiede im Geschmack


Metamizol (Novaminsulfon) – Geschmackliche Unterschiede.pdf

Metamizol (Novaminsulfon, Novalgin®) in Tropfenform ist ein in Deutschland sehr gängiges Schmerzmittel (Analgetikum) und wird oft in Dosen bis 4/5g je Tag über lange Zeit eingenommen.
Der Geschmack der Tropfen kann bei einer längerandauernden Therapie sehr von Bedeutung sein, da gerade hier ein unangenehmer Geschmack bei bis zu 5 Gaben á 40 Tropfen Lösung entscheidend für das Mitwirken und damit das Gelingen der Therapie ist.
Metamizol, dessen Name sich aus Methyl, Amino und Pyrazol herleitet, ist das einzige in Deutschland erhältliche Pyrazolon-Derivat. Es hat analgetische, antipyretische, antiphlogistische und spasmolytische Eigenschaften. Analog wird häufig die alternative Wirkstoffbezeichnung „Novaminsulfon“ verwendet.
In dieser Tabelle werden die unterschiedlichen Metamizol-Präparate in Tropfenform anhand ihrer Inhaltsstoffe gegenübergestellt. Jedes Präparat enthält als Wirkstoff 500mg/ml Metamizol/Novaminsulfon.
Angegeben sind Aromastoffe, Süssstoffe und Alkohole (häufig anhand des Geruchs kontraindiziert für abstinente Alkoholiker). Desweiteren sind die Hersteller genannt.
Metamizol (Novaminsulfon) Tropfen
Foto auf Flickr

Die Übersicht enthält folgende Präparate:
Novaminsulfon – CT®, Novaminsulfon-ratiopharm®, Novaminsulfon AbZ®, Metamizol Heumann®, Metamizol Aristo®, Novaminsulfon Lichtenstein®, Novalgin® akut Brausetabletten, Metamizol HEXAL®, Novaminsulfon-Sandoz®, Novaminsulfon – 1 A Pharma®, Novalgin® Tropfen

PDF: Fortbildungen zum Thema Schmerz für Pflegefachkräfte in Deutschland


Fortbildungen zum Thema Schmerz für Pflegefachkräfte in Deutschland.pdf

Eckdaten der Fortbildungen zur „Algesiologischen Fachassistenz“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. (DGSS) und der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), der Fernfortbildungen „Pain Nurse“ und „Pain Nurse Plus“ (zertifiziert von der DGSS), der Fortbildungen „Pain Care Assistant“ und „Schmerzassistenz Pflege“ (zertifiziert von der DGS) und der Fortbildung „Algesiologische Fachassistenz mit Schwerpunkt Tumorschmerz / Palliative Care“ (akkredetiert von der European Oncology Nursing Society (EONS).
Desweiteren eine Gegenüberstellung der Curricula zur „Algesiologischen Fachassistenz“ der DGS und der DGSS, auf denen die meisten deutschen Fortbildungen zum Thema „Schmerz“ basieren.

Es lässt sich feststellen, dass die Curricula erwartungsgemäss dieselben Bereiche abdecken. Das Curriculum der DGSS legt den Schwerpunkt eher auf die medikamentöse, nichtmedikamentöse und multimodale Schmerztherapie, während die DGS zusätzliche Unterrichtseinheiten zu Praxisorganisation und Reanimation enthält. Auch die ärztlicher Assistenz bei verschiedenen schmerztherapeutischen Maßnahmen wird vertieft.
Die Vorraussetzungen zum Erhalt des Zertifikats sind bei der DGS ebenfalls höher angesetzt. Auch eine Rezertifizierung fordert nur die DGS.
Die Titel „Pain Nurse“ oder „Algesiologische Fachassistenz“ sind in Deutschland nicht geschützt.
Die meisten Fortbildungen hierzulande finden lediglich in Anlehnung an das Curriculum der DGSS statt – oft jedoch mit Projektarbeiten und Praxis- und/oder Studientagen ergänzt. Diese Fortbildungen firmieren meist unter der Bezeichnung „Pain Nurse“ oder „Schmerzmanager/in“.
Die Fortbildung „Pain Care Assistant“(4) legt besonderes Augenmerk auf Recht, Qualitätssicherung und die Expertenstandards der DNQP, während die „Algesiologische Fachassistenz mit Schwerpunkt Tumorschmerz / Palliative Care“(5) organisatorische Faktoren (Koordination, Management) zugunsten einer umfassenderen Differenzierung der Schmerzarten vernachlässigt.

Quellen:
1 http://www.dgss.org/aus-weiter-fortbildung/curriculare-lehre/weiterbildung-zur-algesiologischen-fachassistenz/, abgerufen am 05.11.2015
2 http://www.cekib.de/kurs/pain-nurse-schmerzmanagement-in-der-pflege.html und http://www.cekib.de/kurs/pain-nurse-plus-wissen-und-kompetenz-im-umgang-mit-schmerzpatienten.html,
abgerufen am 05.11.2015
3 http://dgschmerzmedizin.de/algesiologische_fachassistenz.html, abgerufen am 05.11.2015
4 http://www.pain-care-assistant.de/, abgerufen am 05.11.2015
5 Ausbildung zur Schmerzassistenz Pflege, Flyer, Mundipharma Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG, keine Jahresangabe
6 http://www.km-potsdam.de/pain-nurse-1.html, abgerufen am 05.11.2015