Archiv der Kategorie: PDFs

PDF: Metamizol (Novaminsulfon) – Unterschiede im Geschmack


Metamizol (Novaminsulfon) – Geschmackliche Unterschiede.pdf

Metamizol (Novaminsulfon, Novalgin®) in Tropfenform ist ein in Deutschland sehr gängiges Schmerzmittel (Analgetikum) und wird oft in Dosen bis 4/5g je Tag über lange Zeit eingenommen.
Der Geschmack der Tropfen kann bei einer längerandauernden Therapie sehr von Bedeutung sein, da gerade hier ein unangenehmer Geschmack bei bis zu 5 Gaben á 40 Tropfen Lösung entscheidend für das Mitwirken und damit das Gelingen der Therapie ist.
Metamizol, dessen Name sich aus Methyl, Amino und Pyrazol herleitet, ist das einzige in Deutschland erhältliche Pyrazolon-Derivat. Es hat analgetische, antipyretische, antiphlogistische und spasmolytische Eigenschaften. Analog wird häufig die alternative Wirkstoffbezeichnung „Novaminsulfon“ verwendet.
In dieser Tabelle werden die unterschiedlichen Metamizol-Präparate in Tropfenform anhand ihrer Inhaltsstoffe gegenübergestellt. Jedes Präparat enthält als Wirkstoff 500mg/ml Metamizol/Novaminsulfon.

Angegeben sind Aromastoffe, Süssstoffe und Alkohole (häufig anhand des Geruchs kontraindiziert für abstinente Alkoholiker). Desweiteren sind die Hersteller genannt.

Teva Pharmaceutical Industries2

Novaminsulfon - CT®
Novaminsulfon-ratiopharm®
Novaminsulfon AbZ®
Metamizol Heumann® (Torrent Group)3
Metamizol Aristo® (Aristo Pharma GmbH)

Novaminsulfon Lichtenstein® (Sanofi)4

Novalgin® akut Brausetabletten (Sanofi)4

Novartis5:

Metamizol HEXAL®

   Novaminsulfon-Sandoz®

   Novaminsulfon – 1 A Pharma®

Novalgin® Tropfen (Sanofi)4

 

Himbeer Aroma

Aromastoffe

Sahne Aroma

Natriumcyclamat

Saccharin

Benzylalkohol

Propylenglycol

Natriumsalz, Natriumhydroxid, Citronensäure-1-Wasser, Triacetin, gereinigtes Wasser,

Aromastoffe

Saccharinnatrium

Sucralose

Malitol-Lösung

Propylenglycol

Dinatriumhydrogen-

phosphat, Natriumdi-

hydrogenphosphat-2-Wasser, gereinigtes Wasser, Triacetin

Himbeer-Aroma

Saccharinnatrium

Sucralose

Dinatriumhydrogen-

phosphat, Natriumdi-

hydrogenphosphat-2-Wasser, gereinigtes Wasser

Natriumcyclamat

Saccharinnatrium

Citronensäure, gereinigtes Wasser, Natriumhydroxid-

lösung

Natriumcyclamat,

Saccharinnatrium

Citronensäure, Macrogol 6.000, Natriumcarbonat, Natriumhydrogen-

carbonat

Halb-und-HalbBitteressenz

Saccharin

Natriumdihydrogenphosphat 2-Wasser, Dinatriumhydrogenphosphat 12-Wasser, Natrium 2-Wasser, Wasser, gereinigt

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Metamizol, abgerufen am 2.3.2016

2 https://de.wikipedia.org/wiki/Teva, abgerufen am 1.3.2016

3 https://de.wikipedia.org/wiki/Torrent_Group, abgerufen am 1.3.2016

4 https://de.wikipedia.org/wiki/Sanofi, abgerufen am 1.3.2016

5 http://www.sandoz.de/salutas/unternehmen/index.shtml, abgerufen am 1.3.2016

Metamizol (Novaminsulfon) Tropfen
Foto auf Flickr

Die Übersicht enthält folgende Präparate:
Novaminsulfon – CT®, Novaminsulfon-ratiopharm®, Novaminsulfon AbZ®, Metamizol Heumann®, Metamizol Aristo®, Novaminsulfon Lichtenstein®, Novalgin® akut Brausetabletten, Metamizol HEXAL®, Novaminsulfon-Sandoz®, Novaminsulfon – 1 A Pharma®, Novalgin® Tropfen

PDF: Fortbildungen zum Thema Schmerz für Pflegefachkräfte in Deutschland


Fortbildungen zum Thema Schmerz für Pflegefachkräfte in Deutschland.pdf

Eckdaten der Fortbildungen zur “Algesiologischen Fachassistenz” der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. (DGSS) und der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), der Fernfortbildungen “Pain Nurse” und “Pain Nurse Plus” (zertifiziert von der DGSS), der Fortbildungen “Pain Care Assistant” und “Schmerzassistenz Pflege” (zertifiziert von der DGS) und der Fortbildung “Algesiologische Fachassistenz mit Schwerpunkt Tumorschmerz / Palliative Care” (akkredetiert von der European Oncology Nursing Society (EONS).
Desweiteren eine Gegenüberstellung der Curricula zur „Algesiologischen Fachassistenz“ der DGS und der DGSS, auf denen die meisten deutschen Fortbildungen zum Thema „Schmerz“ basieren.

Es lässt sich feststellen, dass die Curricula erwartungsgemäss dieselben Bereiche abdecken. Das Curriculum der DGSS legt den Schwerpunkt eher auf die medikamentöse, nichtmedikamentöse und multimodale Schmerztherapie, während die DGS zusätzliche Unterrichtseinheiten zu Praxisorganisation und Reanimation enthält. Auch die ärztlicher Assistenz bei verschiedenen schmerztherapeutischen Maßnahmen wird vertieft.
Die Vorraussetzungen zum Erhalt des Zertifikats sind bei der DGS ebenfalls höher angesetzt. Auch eine Rezertifizierung fordert nur die DGS.
Die Titel „Pain Nurse“ oder „Algesiologische Fachassistenz“ sind in Deutschland nicht geschützt.
Die meisten Fortbildungen hierzulande finden lediglich in Anlehnung an das Curriculum der DGSS statt – oft jedoch mit Projektarbeiten und Praxis- und/oder Studientagen ergänzt. Diese Fortbildungen firmieren meist unter der Bezeichnung „Pain Nurse“ oder „Schmerzmanager/in“.
Die Fortbildung „Pain Care Assistant“(4) legt besonderes Augenmerk auf Recht, Qualitätssicherung und die Expertenstandards der DNQP, während die „Algesiologische Fachassistenz mit Schwerpunkt Tumorschmerz / Palliative Care“(5) organisatorische Faktoren (Koordination, Management) zugunsten einer umfassenderen Differenzierung der Schmerzarten vernachlässigt.

Quellen:
1 http://www.dgss.org/aus-weiter-fortbildung/curriculare-lehre/weiterbildung-zur-algesiologischen-fachassistenz/, abgerufen am 05.11.2015
2 http://www.cekib.de/kurs/pain-nurse-schmerzmanagement-in-der-pflege.html und http://www.cekib.de/kurs/pain-nurse-plus-wissen-und-kompetenz-im-umgang-mit-schmerzpatienten.html,
abgerufen am 05.11.2015
3 http://dgschmerzmedizin.de/algesiologische_fachassistenz.html, abgerufen am 05.11.2015
4 http://www.pain-care-assistant.de/, abgerufen am 05.11.2015
5 Ausbildung zur Schmerzassistenz Pflege, Flyer, Mundipharma Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG, keine Jahresangabe
6 http://www.km-potsdam.de/pain-nurse-1.html, abgerufen am 05.11.2015

PDF: Versorgung im stationären Hospiz

Versorgung im Hospiz.pdf

Eine Übersicht (geschichtlich, strukturell, finanziell) über die stationäre Palliativversorgung im Hospiz mit Schwerpunkt auf Hamburg.

Hospizbewegung (seit den Achtzigerjahren)
– bürgerliches, meist ehrenamtliches Engagement
– 1983 in Köln erste Palliativstation Deutschlands (Uniklinik)
– 1986 in Aachen erstes stationäres Hospiz (Haus Hörn)
– 1992 erste Palliativstation in Hamburg (AK Barmbek)
– 1997 erstes Hospiz in Hamburg (Hospiz Sinus Eimsbüttel)

Heute:
→ 1500 Hospizdienste
→ 214 Hospize + 14 Kinderhospize
→ 250 Palliativstationen
→ mehr als 270 PCTs
→ Pflegeheime mit palliativer / hospizlicher Expertise
→ insgesamt rund 10.000 Haupt- und Ehrenamtliche

Was ist ein Hospiz?

      Strukturell
– baulich, organisatorisch und wirtschaftlich selbständige Versorgungseinheit mit eigenem Personal
– fällt rechtlich unter das Heimgesetz → Pflegeeinrichtung
– 8 – 16 Betten (durchschnittlich: 10 Betten, 12 – 30qm )
Durchschnittliche Anzahl an Patienten im Jahr: 117
Durchschnittliche Verweildauer: 20 Tage
→ Auslastung / Belegung: durchschnittlich 80%

      Berufsgruppen
– Bestandteil eines ambulanten Hospizdienstes
– Palliativpflegekräfte (Stellenschlüssel ca 1:1)
– Allgemein- und Palliativmediziner
– Sozialtherapeuten / Psychologen
– additiv Physio- und Ergotherapeuten, Seelsorger etc.

      Zugangsvorrausetzungen
1.Progrediente Erkrankung
2.Heilung ausgeschlossen
3.Lebenserwartung von Tagen, Wochen, einigen Monaten
In der Rahmenvereinbarung explizit genannt:
– Krebserkrankungen
– Vollbild AIDS
– Erkrankungen des Nervensystems
– chronische Nieren-, Herz-, Verdauungstrakt- und Lungenerkrankungen
– Krankenhausbehandlung nicht erforderlich
– Palliativmedizinische, palliativpflegerische und/oder psychosoziale Versorgung, die aus der Krankheit resultiert, übersteigt die Möglichkeiten der Betreuenden, des Hausarztes, der SAPV und des Hospizdienstes
– Verlegung aus Pflegeheim grundsätzlich nicht möglich,(Einzelfallentscheidungen durch den MDK)
– Entlassung bei Stabilisierung
→ Wiederaufnahme (auch innerhalb eines Jahres) möglich
– keine Aufnahme „auf eigene Rechnung“ (widerspricht dem Hospizgedanken)

Finanzierung (gesetzlich)
– Kranken- und Pflegekasse (anteilig nach Pflegestufe)
– Sozialamt und Spendenfonds (bei Nicht-Versicherten)
tragen 90% des Tagespflegesatzes
→ 95% im aktuellen Gesetzesvorschlag vom 29.4.2015
→ 5 -10% der Kosten müssen durch Spenden (Schenkungen, Stiftungen etc.) erwirtschaftet werden

      Finanzierung (real)
Ehrenamtliche in der patientennahen Arbeit: 23
Ehrenamtliche, die andere Aufgaben übernehmen: 11
AnerkannterTagesbedarfssatz 228,00 €
Realer Tagesbedarfssatz 271,00 €
Realer Tagesbedarfssatz (mit ehrenamtlichen Leistungen, Gebäude und Grundstück) 330,00 €
-> Differenz: 102,00 €
→ Eigenleistung (Spenden und Ehrenamt): 35%

Tagesbedarfssätze je Gast in Hamburg (Stand 1.4.2014)
Diakonie-Hospiz Volksdorf 293,15 €
Hamburg Leuchtfeuer Hospiz 352,99 €
Hamburger Hospiz im Helenenstift 295,23 €
Hospiz am Israelitischen Krankenhaus 300,00 €
Hospiz Sinus Barmbek 259,60 €
Hospiz Sinus Othmarschen 259,60 €
Hospiz für Hamburgs Süden 281,50 €

Quellen:
– Zahlen zur Hospizarbeit (Vortrag, DHPV, 2011)
– Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 1 Satz 4 SGB V über Art und Umfang sowie Sicherung der Qualität
der stationären Hospizversorgung vom 13.03.1998, i. d. F. Vom 14.04.2010
– Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (Hospiz- und
Palliativgesetz – HPG), Stand 29.4.2015, Kabinettentwurf
– Ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize vor existenziellen Problemen (DHPV, 13.03.2009)
– Tagesbezogene Bedarfssätze der stationären Hospize Stand 01.04.2015
(www.hamburg.de – abgerufen am 01.05.15)
– Eigenangaben zweier stationärer Pflegeheime in Hamburg (Stand 1.4.2015)

PDF: Maximale Laufraten und Tageshöchstdosen parenteraler Ernährungslösungen

Maximale Laufraten und Tageshöchstdosen parenteraler Ernährungslösungen.pdf

Eine Übersicht über die maximalen Laufraten und Tageshöchstdosen in Deutschland gängiger parenteraler Ernährungslösungen.

BRAUN: Nutriflex Lipid Peri, Nutriflex Lipid plus / Omega plus, Nutriflex Lipid special / Omega special
BAXTER: Olimel 2,5% E, Olimel 3,3% E, Olimel 4,4% / 4,4% E, Olimel 5,7% / 5,7% E
FRESENIUS KABI: Aminomix 1 Novum 1,25, Aminomix 2 Novum 2,0, Aminomix 3 Novum 2,0, Kabiven peripher 3,7, Kabiven zentral 2,6, Smofkabiven peripher 3,0, Smofabiven zentral 2,0, StructoKabiven peripher 3,0, StructoKabiven zentral

Quelle:
– Informationen der Arzneimittelhersteller / Packungsbeilagen (Stand: 01.03.2015)

PDF: Midazolam als nasales oder buccales Notfallmedikament in der Palliativversorgung (Version 2)

Midazolam als nasales oder buccales Notfallmedikament in der Palliativversorgung (Version 2).pdf

Midazolam ist angstlösend, sedierend, schlaffördernd, krampflösend und verursacht eine anterograde Amnesie. Die Wirkung tritt rasch ein und hält nur kurz an.
Midazolam wird palliativ zur Sedierung (bei Blutungen, Dyspnoe etc.) und gegen Krampfanfälle eingesetzt.

Midazolam
Dieses Material steht unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung 4.0 International.
www.nilswommelsdorf.de

Buccale Applikation

  • 1. Fertigpräparat: Buccolam® – Fertigspritzen mit 2,5 mg / 5 mg / 7,5 mg / 10 mg zur buccalen Applikation. Zugelassen bei länger anhaltenden akuten Krampfanfällen / epileptischen Anfälle bei Kindern (3 Monate bis 18 Jahre)
  • 2. Midazolamampullen (MidazolamHCl 15 mg / 3 ml) mit stumpfer Spritze zwischen den geöffneten Lippen verteilt (off-label)

 
Intranasale Applikation (off-label)

  • 1. Apothekenrezeptur für Sprühflaschen (2,5 mg/Hub (0,1 ml) → unterliegt BTMG Anlage III)MidazolamHCl 1,4 g (entspricht 1,25 g Midazolam)
    Benzalkoniumchlorid-Lösung 50% 0,01 g
    Natriumedetat 0,05 g
    Natriumchlorid 0,43 g
    1N HCl q.s.
    Aqua purificata ad 50 mlBenzalkoniumchlorid-Lösung, Natriumedetat und Natriumchlorid in einem Teil Wasser lösen. MidazolamHCl hinzugeben. Entstandene Suspension unter Rühren und Kontrolle des pH-Wertes mit 1N Hcl ansäuern bis klare Lösung vorliegt und der pH-Wert mindestens 1 Min. stabil bei etwa 3,3 liegt. Auf 50 ml mit Aqua auffüllen und gut mischen.
    Jeweils 5 ml in Allround-Flakon aus Braunglas (10 ml) mit Allround-Nasenzerstäuber weiß in PP-Folie einschweissen.
    Haltbarkeit bis zu 18 Monate, angebrochen bis zu 6 Monate.Geläufige, niedriger konzentrierte Rezepturen erfordern deutlich mehr Sprühstöße, um die erforderlichen Wirkdosen bei Erwachsenen zu erreichen und sind somit nur in der Pädiatrie empfehlenswert.
  • 2. 15 ml / 3 mg Ampulle in 3 ml-Spritze mit „Mucosal Atomization Device“ (MAD) als Luer-Lock-Aufsatz

0,25 – 0,3 ml pro Nasenloch können gut resorbiert werden, deshalb sollten grössere Mengen Lösung
(0,5 – 1 ml) immer auf beide Nasenlöcher verteilt werden, um die Aufnahmefläche zu erhöhen und den Wirkstoffverlust durch enterale Aufnahme niedrig zu halten. Nach 10 Min. können weitere Sprühstöße erfolgen.

Bei der intranasalen Applikation von Midazolam gilt es zu bedenken, daß für 30 – 60 Sek. lokale Reizungen / Schmerzen in der Nase auftreten können, die durch vorherige Gabe von intranasalem Lidocain verhindert werden können.

Mit einer Rezeptur aus 40 mg/ml MidazolamHCl und 20 mg/ml LidocainHCl konnten lokale Reizungen verringert werden.

 

Quellen:

– M Pecking et al. – Absolute bioavailability of midazolam after subcutaneous administration to healthy volunteers, Br J Clin Pharmacol. 2002 Oct; 54(4): 357–362.

– Greenblatt et al. – Effect of age, gender, and obesity on midazolam kinetics, Anesthesiology. 1984 Jul; 61(1):27-35.

– Schwagmeier, Alincic, Striebel – Midazolam pharmacokinetics following intravenous and buccal administration, Br J Clin Pharmacol. 1998 Sep; 46(3): 203–206.

– Walbergh wet al. – Plasma concentrations of midazolam in children following intranasal administration, Anesthesiology. 1991 Feb;74(2):233-5.

– Kirchhoff et al. – Midazolam 25mg/ml Krankenhauspharmazie 7/2010

– http://www.intranasal.net/DeliveryTechniques/ (Stand 16.3.2015)

– http://www.intranasal.net/Sedation/Sedation_overview.htm (Stand 16.3.2015)

– Manley et al. – Retrospective audit of the efficacy and safety of the combined intranasal/intravenous midazolam sedation technique for the dental treatment of adults with learning disability, British Dental Journal, 2008, 205: E3