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Tutorials: Inhalation von Cannabis mit Volcano Medic und Mighty Medic

Playlist: https://tinyurl.com/vaporisator

Wer beruflich mit der Inhalation von medizinischem Cannabis zu tun hat, ist vielleicht schon mal über eines dieser Geräte gestolpert:

Der Volcano Medic oder der Mighty Medic – zugelassene, verschreibungsfähige medizinische Hilfsmittel zur Inhalation von beispielsweise Cannabis (PZN 15634242 und 15634236). Die Firma Storz & Bickel (www.storz-bickel.com) hat mir freundlicherweise beide Geräte zu Schulungs- und Demonstrationszwecken überlassen. Mehr Informationen zu den Vaporisatoren gibt es unter www.vapormed.com.

In den jetzt entstandenen Video-Tutorials zeige ich die Bedienung der Vaporizer / Vaporisatoren / Verdampfer zur Inhalation von beispielsweise Cannabisblüten, -tropfen und anderen Kräutern.

Transkripte der Videos:

Tutorial Volcano Medic
Tutorial Volcano Medic

Wer beruflich mit der Inhalation von medizinischem Cannabis zu tun hat, ist vielleicht schon mal über eines dieser
Geräte gestolpert:
Dies hier ist der “Volcano Medic”, den mir die Firma Storz & Bickel überlassen hat.

Wenn ich medizinisches Cannabis zu mir nehmen möchte, also Cannabisblüten vornehmlich, bin ich
darauf angewiesen, das über einen sogenannten Vaporisator oder Vaporizer zu machen.
Alternativen sind: Tee kochen oder Kekse backen. Die Inhalation mit Zigaretten wird natürlich nicht empfohlen, da dies gesundheitsschädlich ist.
Wenn ich den Volcano Medic das erste Mal auspacke, werde ich ein bisschen erschlagen von der Fülle an Inhalt. Da wäre erst einmal das Gerät an sich. Der Volcano Medic ist nicht sehr handlich, ist aber auch nicht für die Benutzung unterwegs gedacht.
Neben dem Volcano selbst enthält der Umkarton noch diverse kleine Kästchen aus Plastik mit den Ballons, über die inhaliert wird, inklusive Mundstück. Ich hab’s mal ausgepackt.
Dies ist so ein großer Ballon. Wie der benutzt wird, erkläre ich später.
Das wichtigste Teil jedoch ist die Füllkammer.
Hier kommt das Cannabis oder auch eine andere Art von Substanz, die ich inhalieren möchte, hinein.

Wie befülle ich den Volcano richtig?

Ich schraube die Füllkammer auf. Der Deckel und hier unten ein feines Metallnetz. Da kann ich beispielsweise einen
Filter einlegen und auf den Filter eine Lösung träufeln. Möglich ist Dronabinol zum Inhalieren, aber natürlich auch irgendetwas anderes.
Häufiger ist allerdings der Fall, dass Medizinalcannabis inhaliert werden soll, also Blüten.
Die muss ich erstmal fein mahlen.
Dies ist natürlich kein Cannabis, das ist einfacher “Knaster Kräutertabak”, fein gemahlen mit dieser Mühle.
So kann ich den hier eingeben, verschließen, die Füllkammer hier oben auf drehen und das Ganze hochheizen. Hier unten ist die Temperatur, die erreicht werden soll, da ist die aktuelle Temperatur und hier kann ich die Solltemperatur erhöhen.
210°C ist für Cannabisblüten meist eine gängige Temperatur.
Jetzt heißt es erstmal warten.

Die Solltemperatur ist erreicht. Bevor ich hier unten über die Taste “Air” den Ballon fülle, muss ich den natürlich erstmal verbinden.
Der Ballon passt hier oben direkt drauf und wird sich gleich aufpumpen.Beenden dann wieder über “Air”.
Jetzt nehme ich ihn hier ab und verbinde das Mundstück. Das hält das Gas fest, so kommt keine Luft heraus. Jetzt entspannt atmen und das Inhalat etwas länger im Mund behalten nach dem Einatmen.
Oben die Füllkammer entfernen und unten wieder ausstellen.
Jetzt dauert es ein bisschen, der Volcano Medic fährt sich langsam herunter, das heißt, die Temperatur wird niedriger, damit das ganze nicht in der Verpackung weiterglüht.

Tutorial Mighty Medic
Tutorial Mighty Medic

Die Alternative zur Inhalation von Medizinalcannabis, gerade auch für unterwegs, ist beispielsweise der Mighty Medic. Der Mighty Medic wurde mir, wie der Volcano Medic, von der Herstellerfirma Storz & Bickel um damit Schulungen durchzuführen.
Beim Mighty Medic ist der große Vorteil,
dass er sehr leicht, sehr klein und transportabel ist, vom Prinzip her aber genauso wie der große Volcano Medic
funktioniert. Ich habe hier oben einen Drehverschluss und darunter fülle ich das Inhalat ein. Damit ich zusätzlich noch besser mobil bin, habe ich eine kleine Dose mit kleinen Gefässen.
Das hier ist ein kleines Döschen mit einem Deckel.
Hier kann ich mein Inhalat einfüllen. Auch hier kann ich wieder über einen Tropfschwamm auch Tropfen nutzen – meistens ist es allerdings das Medizinalcannabis, also die gemahlenen Blüten.
Hier müssen sie auch wieder mit einer Mühle gemahlen werden. Ich habe schon mal ein kleines Gefäß vorbereitet – hier befindet sich jetzt schon das Medizinalcannabis drin
Das lege ich jetzt oben einfach ein, verschließe das Ganze wieder und starte den Apparat.
Auch hier ist wieder 210°C die empfehlenswerte Temperatur.
Jetzt heißt es warten.

Der Mighty Medic wird über ein Netzgerät geladen, das natürlich mit dabei ist. Desweiteren sind auch da die üblichen Reinigungsmaterialien dabei: ein kleiner feiner Pinsel, falls Rückstände übrigbleiben und Gummidichtungsringe, damit ich den selber auch ein bisschen warten kann.
Er hat sogar einen Vibrationsalarm. Wenn die Temperatur erreicht ist, muss ich oben einmal nach außen drehen und kann mit dem Inhalieren beginnen.

P-e-ac Ohrakupunktur (Anerk. Fortbildung)

In den Expertenstandards zum Schmerzmanagement in der Pflege bei Schmerzen wird sie schon lange erwähnt, in der Psychiatrie und durch Hebammen darf sie schon länger durch “nichtärztliches” Personal durchgeführt werden. Erstmals gibt es jetzt für Pflegekräfte die Möglichkeit, Ohrakupunktur als delegationsfähige Leistung durchzuführen: nach dem P-e-ac-Schema zur Linderung von Schmerzzuständen. Durch die unermüdliche Arbeit von Oli und Carmen von P-e-ac gibt es die Möglichkeit, diese komplementäre, nicht-medikamentöse Schmerzbehandlung rechtssicher für Pflegekräfte zu erbringen.

Vom 11.06. – 14.06.2020, Nomavision in Harsum bei Hannover (nomavision.de): https://www.facebook.com/events/543684439795839/

Vom 12.11. – 15.11.2020, DFA in Hamburg (dfa-hamburg.de): https://www.facebook.com/events/1113238528868489/

Ich freue mich sehr, jetzt erstmals Fortbildungen in Norddeutschland ermöglicht zu haben – und assistieren zu dürfen.

Die Ohrakupunktur arbeitet mit der Reflexabbildung des gesamten Körpers am Ohr. Liegen in einem Bereich des Körpers Schmerzen, Entzündungen oder andere Symptome vor, dann wird am Ohr der zu diesen Beschwerden gehörige Punkt mit verändertem Hautwiderstand gefunden.
Dr. Paul Nogier, ein französischer Arzt, hat in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts die Ohrakupunktur wiederentdeckt und erforscht und zu einer eigenen Disziplin abseits der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) entwickelt. Zahlreiche Studien belegen die Wirkung speziell von Ohrakupunktur zu Schmerztherapie, sodass sie bei bestimmten Syndromen als Kassenleistung erstattet wird.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat erstmals der Möglichkeit der ärztlichen Delegation von Ohrakupunktur an dafür qualifizierte Pflegekräfte zugestimmt. Die zuständigen Ministerien beispielsweise in Hamburg, Niedersachsen und Bremen haben sich der Argumentation des Bayerischen Staatsministeriums angeschlossen. Durch die Qualifikation als „Fachkraft p-e-ac® Ohrakupunktur“ ist also erstmalig die Durchführung der Akupunktur, wie im “Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei Akuten Schmerzen” empfohlen rechtlich möglich.

Themeninhalte:

  • Geschichtlicher Überblick und die wissenschaftlichen Grundlagen der Ohrakupunktur
  • Wirkung der Ohrakupunktur
  • Punktsuche mit unterschiedlichen Hilfsmitteln und Nadeln,
  • Ohrmuschelkartographie
  • Arbeitstechniken zur Punktsuche und Nadelung
  • Anamnese (Ausschluss von Störfeldern und sonstigen Therapiehindernissen)

    Zugangsvorraussetzungen zum Erlangen des Zertifikats sind
  • dreijährige Berufsausbildung in den Pflege- und Heilberufen oder
  • Approbation als Arzt
    und eine der folgenden Zusatzqualifikationen:
  • Pflegeexperte/in für Nicht-Medikamentöses Schmerzmanagement (P.N.M.S.®)
  • erfolgreich abgeschlossene Absolvierung einer der von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. (DGSS) zertifizierten Ausbildungen (Algesiologische Fachassistenz, Pain Nurse, Pain Care Manager o.ä.)
  • Fachpflege im Bereich Anästhesie und Intensivmedizin
  • Fachpflege Palliative Care
  • Klinische Tätigkeit im Bereich Akutschmerzdienst oder Anästhesie/Intensivmedizin

Das Zertifikat zur „Fachkraft p-e-ac® Ohrakupunktur“ wird für einen Gültigkeitszeitraum von zwei Kalenderjahren ausgestellt und kann durch den Nachweis von mindestens 16 kontrolliert durchgeführten Akupunkturbehandlungen nach dem p-e-ac®-Schema oder den Besuch eines eintägigen Refresh-Workshops verlängert werden.
Weitere Informationen, auch zur Delegationsfähigkeit in den einzelnen Bundesländern, findet sich hier: www.p-e-ac.com

Dozenten:
Dr. Carmen Dütsch, Fachärztin Anästhesie, Zusatzbezeichnung Akupunktur


Oliver Sablowski, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pain Nurse Plus, Ohrakupunkteur, TUINA Praktiker, Lehrer für QiGong & Taiji


Assistenz:
Nils Wommelsdorf, Krankenpfleger, Pain Nurse Plus, Fachkraft Palliative Care, Fachkraft p-e-ac Ohrakupunktur, Praxisanleiter, Fachautor

Geschichten vom Rand des Lebens: Protokoll einer Nacht

Diese Kurzgeschichte wurde im Mai 2019 von der österreichischen Seite und Fachzeitschrift “Pflege Professionell” veröffentlicht (https://pflege-professionell.at/geschichten-aus-der-pflege-protokoll-einer-nacht), eine Hörfassung gibt es hier: https://tinyurl.com/geschichten-nacht.

Protokoll einer Nacht (https://pflege-professionell.at)
https://pflege-professionell.at/geschichten-aus-der-pflege-protokoll-einer-nacht

21:45 – Ein angenehmer Tag liegt hinter mir.
Am Morgen Frühdienst mit meinem normalen Arbeitspensum, am Nachmittag mit der Familie die Sonne im Garten genießen. Zwischendurch ab und an das Bereitschaftstelefon, meist wegen organisatorischer Fragen oder Unsicherheit bei der Bedarfsmedikamentengabe.

Ich arbeite in der SAPV, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Ich versorge schwerstkranke und sterbende Menschen in der Häuslichkeit oder im Pflegeheim.

Nun liege ich also entspannt auf dem Sofa und gucke fern. Ich genieße es, neue Serien zu gucken und das zwiespältige Vergnügen, einerseits müde zu sein und andererseits dann doch bei jedem Cliffhanger weiterzuschauen. Um 21:45 klingelt das Telefon und der Mann von Frau Hahn ruft an.

Am vorigen Morgen habe ich Frau Hahn aufgrund ihrer starken Schmerzen eine subkutane Medikamentenpumpe gebracht. In der vorletzten Nacht sind die Schmerzen derart eskaliert, dass die Angehörigen sehr viele Morphininjektionen geben mussten und eine Dauergabe unumgänglich war. Im Verlauf des Tages hat sich die Anspannung dann gelegt, der Allgemeinzustand jedoch verändert. Trotz der wirklich niedrigen Dosis an Morphin über die Pumpe, war sie heute im Frühdienst nur noch schwer kontaktierbar. Sie reagiert noch auf Ansprache, jedoch ist der Lidschluß inkomplett, die Atmung durch den offenen Mund unregelmäßig und leicht brodelnd. Alles Zeichen eines baldigen Versterbens. Die Angehörigen habe ich schon am Morgen über den zu erwartenden Verlauf aufgeklärt, ihnen Mundpflege mit einer Sprühflasche und möglichst wenig belastende Pflegehandlungen angeraten sowie das weitere Procedere erläutert.

Diese Situationen sind trotz bester Vorbereitung für Angehörige äußerst belastend. Immer, ganz egal, ob jemand vorher viel oder wenig Kontakt zu Sterbenden hatte. Ich kenne diese Anrufe und hoffe, dass ich den Angehörigen wieder etwas Sicherheit vermitteln kann. Frau Hahn wirkt gerade etwas unruhig. Da sie vor 45 Minuten erst einen Bolus, also eine zusätzliche Morphingabe neben der Dauergabe, mit der Pumpe erhalten hat, empfehle ich den Angehörigen buccales, also vorrangig über die Schleimhaut resorbierbares, Lorazepam zu geben. Dies erscheint mir, da ich aufgrund der Beschreibung der Angehörigen motorische Unruhe vermute, als sinnvoller.

Ab 21:55 bin ich mir mehr oder weniger sicher, dass ich in der Nacht noch einen Einsatz bei Frau Hahn haben werde. Entweder die Symptome brechen wieder durch – oder sie ist verstorben.
Trotzdem gucke ich jetzt erst einmal diese Folge der Serie zuende. Meine Frau und ich verabreden schon einmal, wer die Kinder am Morgen zu Schule und Kita weckt, wenn es ein langer Einsatz werden sollte.

Um 3:00 klingelt das Handy. Fr. Hahn ist verstorben.
Ich schäle mich aus dem Bett, trinke einen Becher Milch, putze mir die Zähne. Dann ins Auto. Ein offenes Fenster und Musik helfen, wach zu werden. Das Gute an Nachtfahrten ist ja, dass selbst in der Großstadt kaum Verkehr herrscht. Ich rekapituliere die Ereignisse der letzten Tage, die Veränderung der Symptomlast, die Haltung der Angehörigen. Wie haben sie auf mich gewirkt, was für ein Typus Mensch sind sie, gerade im Hinblick auf eine solche Ausnahmesituation, die das ganze Leben durcheinanderwirbelt.

3:40 – ich komme im Haus der Familie Hahn an.
Ehemann, Sohn und Tochter erwarten mich, andere Angehörige sind schon auf dem Weg. Ich reiche die Hand, blicke den Angehörigen in die Augen – Floskeln möchte ich nicht von mir geben, ich suche lieber ein persönliches Wort in solchen Situationen, gerne auch später.
Die Familie wirkt gefasst, einerseits erleichtert, andererseits traurig. Der Tod kommt selten zur richtigen Zeit: Menschen sterben entweder zu früh oder leiden zu lange.

Wir suchen gemeinsam Kleidung für Frau Hahn zusammen, ich lege mir Waschutensilien zurecht. Die Pflege nach dem Versterben unterscheidet sich nicht wirklich von der Pflege zu Lebzeiten. Ich spreche mit den Verstorbenen, wasche den Körper, schaue, dass der Intimbereich bedeckt bleibt. Am Ende die Augen und den Mund, soweit möglich, schließen, die Hände übereinanderlegen oder falten, je nach religiöser Überzeugung. Für ein ruhiges Ambiente zum Abschiednehmen sorgen.
Ich mag diese Arbeit. Sie ist wichtig. Geburt und Tod sind die einzigen Sicherheiten in diesem Leben. Am Anfang des Lebens ist das Bonding, die Nähe zu den Eltern, die Geborgenheit wichtig. Am Ende des Lebens ist die Nähe zu Familie und Freunden für den Sterbenden, aber auch die Zugehörigen, wichtig. Diese Arbeit hat das Ziel, all das zuhause zu ermöglichen. Das Sterben, den Tod und das, was danach kommt.

Wir sprechen noch ein wenig über die letzten Tage, über die Unsicherheit, die ganz natürlich ist, über die Dinge, die jetzt noch zu erledigen sind. Ich wünsche der Familie viel Kraft und hoffe, dass ich einen friedlichen, guten Abschied ermöglichen konnte. In Hamburg sagt man ja bekanntermaßen „Tschüß“, was in solchen Situationen gut passt.

Um 5:40 bin ich wieder zuhause. Der Hund müsste mal vor die Tür. Danach mache ich mir einen Kaffee und wecke die Kinder.

Ich bin zufrieden mit meiner Arbeit. Nach solchen Nächten bin ich erschöpft – aber eben auch glücklich, dass ich in der Lage bin, Menschen beim Sterben zu begleiten und den Angehörigen oft ein Trauma zu ersparen.

*Namen sind geändert

SAPV und ambulante Palliativversorgung (E-Learning Altenpflege Akademie)

Die zweite E-Learning Einheit für dck-media: Die Geschichte und die Gegenwart in der SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung). Informationen zu rechtlichen Hintergründen, Beschreibung der Tätigkeitsbereiche von AAPV (Allgemeine Ambulante Palliativversorgung), SAPV und SAPPV (SAPV für pädiatrische Patienten). Die tabellarische Übersicht gibt es hier, das ganze Heft hier:
https://www.altenpflege-akademie.de/lerneinheiten/lerneinheiten_artikel/t/sapv_und_ambulante_palliativversorgung

Ambulante palliative Versorgung gibt es, seit es ambulante Medizin und Krankenpflege gibt.
Pflegekräfte und Ärzte passen die Ziele ihrer Arbeit an, wenn Erkrankungen nicht mehr geheilt werden können und die Belastung durch Symptome zunimmt. Symptomlinderung und -kontrolle stehen im Vordergrund. Behandlungen, die auf ein Heilen der Erkrankung zielen und mit Belastungen für den Betroffenen einhergehen werden könnten, werden überdacht, Behandlungsziel ist das Wohlbefinden des Betroffenen. Die ambulante Palliativversorgung ist als zusätzliche Struktur bei besonders herausfordernden und aufwändig zu versorgenden Symptombelastungen am Ende des Lebens konzipiert. An ihren Aufbau werden besondere Anforderungen gestellt, um schnell und umfassend auf rasche Veränderungen der Situation reagieren zu können. Multiprofessionalität und ein erweitertes Aufgabenspektrum in Bezug auf Koordination und Beratung decken den besonderen Bedarf ab.
Wenn sie diesen Artikel gelesen haben, kennen sie
– die Akteure und Geschichte der ambulanten Palliativversorgung
– die verschiedenen Leistungen der SAPV
– die Indikationen, die eine Verordnung von SAPV ermöglichen
– die Unterschiede der einzelnen palliativen ambulanten Versorgungsmöglichkeiten

Video: Was ist Palliative Care?

YouTube: https://tinyurl.com/was-ist-palliative-care

Was bedeutet Palliative Care? Was ist Palliativversorgung?
Stellen Sie sich Ihr Leben als eine Art Brücke vor:
Schwere Krankheiten lassen die Brücke instabil werden – doch Palliative Care stabilisiert sie wieder.

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Eine neue Whiteboard-Animation, diesmal von getpalliativecare.org aus den USA, in deutscher Synchronisation.
Das Originalvideo “Palliative Care: You Are a BRIDGE” kann man sich hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=lDHhg76tMHc

Transkript des Videos:

Um Ihnen die Palliativversorgung besser erklären zu können, stellen Sie sich Ihr Leben als eine Art Brücke vor:
Wenn Sie gesund und vital sind, ist die Brücke stabil und kann viele Lasten tragen:
Autos, Züge – die Höhen und Tiefen des Lebens.
Sie sind gefestigt.

Wenn Sie jedoch schwerwiegend erkranken und zum Beispiel Krebs bei Ihnen diagnostiziert wird,
wird die Brücke instabil, bekommt Risse, und irgendwann kann die Brücke die Last nicht mehr tragen.
Belastungen zu denen auch die Therapie ihrer schweren Erkrankung gehört.
Und hier setzt Palliative Care an.

Palliative Care ist eine spezialisierte Versorgungsform für schwerst erkrankte Menschen.
Die Palliativversorgung verbessert die Lebensqualität, indem sie das Gewicht auf die Linderung von Schmerzen, Luftnot und anderen Symptomen, von Belastungen und depressiven Gedanken legt, die bei fortgeschrittenen Erkrankungen und ihrer Behandlung auftreten.

Um es kurz zu sagen: Palliative Care stabilisiert ihre Brücke.

Denn die Palliativversorgung ist eine tragfähige Konstruktion.
Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Psychologen, Seelsorger und viele mehr
unterstützen ihre behandelnden Ärzte, die Brücke wieder tragfähig zu machen.
Palliative Care sorgt für Stabilisierung, gerade auch in frühen Krankheitsstadien –
im eigenen Zuhause, im Pflegeheim, im Hospiz oder im Krankenhaus.
Es ist nie zu spät, um sie zu nutzen.

Sollten Sie also selbst oder ein Mensch aus ihrer Umgebung schwer erkranken, nutzen Sie das Potenzial der Palliativversorgung.