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#29 Alex Bluhm: Berufspolitischer Dreiklang und spezielle Schmerzpflege

Es geht um Berufspolitik. Und für die, die beim Wort „Politik“ noch nicht aufgehört haben zu lesen: Es geht um Berufspolitik und wie sie das Schmerzmanagement verbessern kann.
Alex Bluhm kennt den „Dreiklang“ aus Berufsverband, Gewerkschaft und Pflegekammern aus erster Hand, aus eigenem Engagement in den verschiedenen Institutionen.
Wer sorgt für fachlich richtiges Handeln und professionelle Fortbildungsinhalte?
Wer macht Fortbildungen und aktuelles Wissen verpflichtend?
Und wer sorgt dafür, dass sich die Pflegenden dieses Wissen nicht in ihrer Freizeit selbst erarbeiten müssen?

Hier geht’s zu Alex‘ Initiative careraising: www.instagram.com/careraising

Musik:

  • Intro, Jingle und Outro: Tidy (Podcast Version) – Heiko Wommelsdorf
  • Needle In A Haystack (Drums And Percussion Only) – David Robson (licensed from www.fesliyanstudios.com)
  • Small – Heiko Wommelsdorf
  • Open – Heiko Wommelsdorf

Heiko Wommelsdorf – Midi Piano (Album):

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Transkript der Podcastfolge

Wir können nicht immer so agieren. Ja, wir müssten ja einfach, einfach nur mal. Und uns muss man ja zuhören.

Also Freunde, 50 Jahre sagt man, uns müsste man noch mal zuhören. Uns muss man zuhören. Wir sind die größte Berufsgruppe.

Uns wird man seit 50 Jahren nicht zu uns läuft. Und dann muss man halt einfach mal das Spiel spielen, so wie es gespielt werden muss. Und das ist halt über Selbstverwaltungsorgane.

Das ist über eine gute berufspolitische Organisationsquote. Das ist gewerkschaftlich auch. Das könnten wir alles auch haben.

So, das ist jetzt nicht so, dass das uns verwehrt bleibt. Aber es ist halt einfach, das eine hängt mit dem anderen zusammen und nur vom, wir könnten, wenn wir wollen, dann wäre das alles hier und so weiter und so fort. Seit 50 Jahren läuft so.

Es hat sich nix verändert.

Schmerz ist das, was die Betroffenen darunter verstehen. Und er liegt immer dort und dann vor, wenn ihn die Betroffenen spüren. Schmerz ist individuell und betrifft jeden Menschen.

Ob als Warnung des Körpers, jahrelange Erkrankung, Zeichen von Überlastung oder Folge eines Traumas. Genauso ist die Schmerztherapie individuell. Und um die Schmerzen und ihre Therapie, darum geht's in Schmerz Der Podcast.

Und ich bin Nils Wommelsdorf. In dieser Folge des Podcasts geht es um Berufspolitik. Und für die, die beim Wort Politik noch nicht direkt geskippt haben, sei gesagt, dass es nicht um irgendeinen Wahlkampf geht.

Wäre es nicht schön, wenn wir die Versorgung durch Fortbildungsmöglichkeiten verbessern könnten? Vielleicht eine bundesweit einheitliche Pain Nurse-Fortbildung mit sicherem Standing in der Versorgungslandschaft?

Mit von uns selbst erarbeiteten Inhalten? State of the art? Vorgegeben in einem Expertenstandard?

Verpflichtend für alle Settings? Bezahlt durch die Arbeitgeberin? Das wäre der Hammer.

Und das geht eben nur durch den sogenannten Dreiklang. Berufsverband, Gewerkschaft und Pflegekammer. Eine perfekte Ansprechperson ist da Alex Bluhm.

Pflegefachperson mit Erfahrung in beiden Gewerkschaften, Verdi und Bochumer Bund, in dem für ihn passenden Berufsverband, der Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegeperson der Psychiatrie BFLK und jetzt aktiv in der Pflegekammer

Rheinland-Pfalz. Er ist Teil der gemeinnützigen Initiative CareRaising, die zum Beispiel Infos auf Instagram bereitstellt und Veranstaltungen rundum die professionelle Pflege organisiert. Also es wird interessant. Alex, vielen Dank.

Wer bist du denn genau? Du kommst aus der Pflege, du hast das mal gelernt. Nicht in Rheinland-Pfalz, hast du gesagt.

Aber wie ist der Rest der Geschichte?

Also der Name Alexander Bluhm, genau. Ich bin in Dresden aufgewachsen, im schönen Sachsenland, im Tal der Ahnungslosen. So hieß das mal früher.

Dresden liegt in einem Tal und da hat man keinen Westfunk bekommen damals in der DDR Zeit. Und dann hat man gesagt, das ist das Tal der Ahnungslosen. Und die haben nämlich nicht so viel was von der Welt mitbekommen.

Die haben immer nur, das waren Indoktrinierte. Genau. Und ja, genau.

Ich habe dort von 2002 bis 2005 meine Ausbildung gemacht an einem städtischen Klinikum und bin da schon in Kontakt gekommen mit der Psychiatrie. Hab da so mein Herz dran verloren.

Ich fand das Fachgebiet der Psychiatrie einfach immer spannend, weil jeder Mensch halt auch unterschiedlich ist. Einfach die Persönlichkeit ist immer individuell und dann prägt ist die Ausprägung der Erkrankung meistens auch sehr individuell.

Es gibt so Leidsymptome, die sind überall gleich, die sind ja natürlich auch in der Somatik überall gleich, aber wie speziell das ausgelebt wird und vor allem das soziale Umfeld in der Psychiatrie muss man ja immer noch mitdenken und das hat mich

einfach da fasziniert. Und dann habe ich was gemacht, was jetzt wiederkommt, nämlich meinen Zivildienst. 2005 bis neun Monate noch durfte ich dann Zivildienst noch machen. Das hat mir total Spaß gemacht.

Also ich war dann schon fertiger Krankenpfleger und sozusagen billiger Arbeitskraft. Genau.

Und habe dann in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie meinen Zivildienst abgeleistet und bin danach, weil hört hört, es gab damals nicht so richtig Jobangebote für Gesundheits- und Krankenpfleger in Sachsen.

Außer man ist in die Langzeitpflege gegangen, aber das ist ja natürlich, dann hätte man sich ja direkt für die Langzeitpflege auch entschieden per Ausbildung.

Aber ich wollte im Krankenhaus bleiben, ich wollte in die Psychiatrie und das war dann eher schwierig in Sachsen 2006 damals.

Und habe mich dann bundesweit beworben und bin damals nach Baden-Württemberg gegangen, nach Wiesloch, ein psychiatrisches Zentrum Nord-Baden heißt das, in die forensische Psychiatrie, also dann mit Straftätern gearbeitet, sehr, sehr lang, von 2006

bis 2019, dann tatsächlich unter direkten Versorgung zwischendrin meine Fachweiterbildung für Psychiatrie gemacht. Während der Fachweiterbildung, die lief von 2015 bis 2017, da habe ich tatsächlich damals schon den Markus May kennengelernt, auf einer

Tagung, der da berichtet hatte, dass sie jetzt eine Pflegekammer in Rheinland-Pfalz haben. Das war ganz cool.

Da habe ich dann schon damals gemerkt, du lernst ja gerade so viel und irgendwie kannst du die Sachen so nicht anwenden, wie dir das beigebracht wird. Und das hat mich total gewurmt.

Und dann bin ich so langsam berufspolitisch aktiv geworden, habe mir so überlegt, Mensch, wie könnte man das machen? Und wie könnte man mehr Tätigkeiten auch übernehmen?

Nicht, weil man einfach nur Lust hat, irgendwie mehr zu machen, sondern weil man halt auch mehr kann. Und man will halt einfach auch Selbstbekanntkeit erleben.

Und dann hat man sich so in die Tiefen des Gesundheitswesens einfach erstmal reingearbeitet und hat man schnell gemerkt, wie wir es ja jetzt auch haben, Befugniserweiterungsgesetz lässt grüßen.

Der Arztvorbehalt in Deutschland ist sehr, sehr gravierend. Und das sorgt halt einfach dafür, dass wir Pflegefachkräfte nicht so agieren können, wie wir das wollen. Und dann hat man sich halt einfach weiter damit beschäftigt, warum ist das so?

Warum wird uns das nicht erlaubt? Und dann muss man sich eben immer mehr auch damit beschäftigen, wie kommen denn Dinge einfach auch zustande? Wie werden Gesetze geschrieben?

Wer schreibt die? Wie ist so ein Gesetzgebungsprozess? Und dann lernt man so langsam kennen, wie das Gesundheitssystem in Deutschland aufgebaut ist.

Es ist föderal aufgebaut. Es ist nicht alles von der Bundesebene. Es passiert sogar viel auf der kommunalen Ebene schon.

Dann wird das immer diverser und viele klingen dann einfach aus. Die sagen, ist mir alles zu kompliziert, weißt was Alex?

Ich mache acht Stunden meinen Job und dann gehe ich später, wenn ich Feierabend habe, gehe ich kicke und dann babble ich noch ein bisschen, holen mit meinen Kumpels und dann gehe ich am nächsten Tag Wiederschaffe.

Das, was du da machst, das interessiert mich mit Politik. Die wollen doch eh alle nur in ihr gemachtes Nest dicke Geldbeute füllen und fertig aus. Das sind ja viele Vorbehalte, die man dann auch im politischen Betrieb hat.

Genau und in diesen Zugang bin ich damals auch in die Gewerkschaft eingetreten, damals noch in die Verdi. Damit kommt man ja als erstes so ein bisschen berufspolitisch auch in Kontakt. Arbeitnehmerrechte vertreten, wissen, um was es geht.

Also ich will mehr Geld, also gehe ich auf die Straße und streike. Genau und dann eben auch Tarifverträge, wie das eben alles so funktioniert. War dann aber relativ zügig und frustriert von den Leistungen, die da abgeliefert wurden.

Wobei man da ja sich auch als Pflegekraft an die eigene Nase fassen muss.

Also wenn ich halt gewerkschaftlich nur zu 10 Prozent organisiert bin, dann brauche ich mich nicht wundern, wenn ich meiner Gewerkschaft, also dann eben damals der Verdi eben nicht meinen Stempel aufdrück und die nicht für mich kämpfen.

Es gibt ja ganz andere Berufsgruppen, die sind total gut organisiert. Sozialarbeiter, Erzieher, die holen ja viel viel mehr raus bei den Tarifverhandlungen.

Kommen wir zu den Gewerkschaften. Ja, es gibt mehrere. Die Branchengewerkschaft, die neben vielen anderen Branchen auch die Pflege vertritt, ist die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, die Verdi.

Hier sind weniger als 15 Prozent der pflegenden Mitglied. Und der Vorzuheben ist, dass der Großteil der Mitglieder aus Kliniken kommt.

Denn in der Langzeitpflege können Gewerkschaften durch die oft kirchlichen Träger keine Tarife oder andere Konditionen erstreiten.

Und das ist die öffentlichkeitswirksame Aufgabe der Gewerkschaften, gute Entlohnung und Arbeitsbedingungen zu erstreiten. Dafür können Streikende auf die Straße gehen und werden aus der Gewerkschaftseigenen Streikkasse bezahlt.

Und dann bin ich ausgetreten, wie man das dann so macht, wenn man frustriert ist, dann schmeißt man klar hin. Eigentlich ein falscher Weg gewesen, aber ich habe dann damals den Bochumer Bund kennengelernt.

Das war ja 2020, da haben die sich gegründet. Das ist ja eine Fachgewerkschaft. Also Verdi ist ja eine Branchengewerkschaft, die vertritt ja ganz viele Berufsgruppen.

Und der Bochumer Bund ist ja in Bochum da gegründet worden durch Studenten. Das war erst eine EV. Und dann 2020, am 12.

Mai, Tag der Pflegenden, haben die dann sich ja als Gewerkschaft dann gegründet. Und da bin ich dann relativ zügig auch eingetreten, weil ich das eigentlich ganz cool fand, so eine Fachgewerkschaft.

Und wo man dann auch so denkt, ja, das könnte vielleicht eher noch was werden. Bin da auch engagiert gewesen. 2022 gab es dann Neuwahlen vom Vorstand.

Und da bin ich dann mit in einen Vorstand gewählt worden. Und 2023 gab es dann aber, na ja, Schwierigkeiten. Und dann habe ich für mich entschieden, dass ich da auch für mich einen Haken hintermache.

Also irgendwie doch sehr unbeständig, Herr Bluhm. Na ja, aber ja, also ich, man sucht ja auch, sag ich mal, im berufspolitischen Werden seine Identität. Und dann ist man jetzt erst mal über die Gewerkschaft gekommen.

Und da habe ich dann aber schon langsam auch gemerkt, ja, der Bochumber Bund ist ja sehr, unterstützt die Selbstverwaltungsorgane mit seiner gewerkschaftlichen Arbeit, auch mit Informationen und so weiter.

Und die Verdi ist ja nicht so ein Fan von den Selbstverwaltungen. Spricht da über diesen berufspolitischen Dreiklang. Ich habe es mal in einem anderen Podcast bei den Kollegen der Zwischenschicht gesagt.

Das ist ein Besteck, was man eigentlich hat in der Berufspolitik. Und das ist Löffel, Gabel, Messer. Und man braucht alles dreist.

Die Suppe löffelt sich nun mal nicht mit der Gabel. Und zwar kann ich meinen Steak da so abknapsen mit einer Gabel und einem Löffel, aber irgendwie wäre so ein Messer auch nicht schlecht.

Und deshalb braucht es Berufsverband, die inhaltlich arbeiten, die Gewerkschaft, die Arbeitsbedingungen im Prinzip erstreiten zur Not und dann eben die Selbstverwaltungen, die auf der Metaebene sozusagen auch viel arbeiten, der politische Arm.

Berufsverbände könnten pflegefachliche erarbeitete Fortbildung mithilfe der Pflegekammern verbindlich machen, Gewerkschaften, die ArbeitgeberInnen zu Fortbildung verpflichten, unentgeltlich während der Arbeitszeit.

Trotzdem kämpft die Branche Gewerkschaft ver.di gegen die Errichtung der Pflegekammern, warum auch immer. Nicht so die kleine Spatengewerkschaft Bochumabund. Die kämpfen für Pflegekammern, sind aber noch zu klein, um richtig Druck machen zu können.

Herzlichen Glückwunsch, ihr habt eine Pflegekammer und wir haben leider in Hamburg keine. Warum ist denn das so?

Pflegekammern resultieren aus einem parlamentarischen Prozess. Ja, also nicht wie so häufig man so denkt. Na ja, es werden alle Pflegekräfte gefragt und wenn die dann sagen, ja, okay, wir hätten gerne eine Kammer, dann kommt dann so eine Kammer.

Nein, nein, das ist nicht so. Durch das Parlament, durch die Landesregierung werden die eingesetzt. Also die werden eingerichtet.

In Rheinland-Pfalz war das in der Tat so. Die ehemalige Ministerpräsidentin Marlou Dreyer hat damals 2016 nach einem langen Informationsprozess die erste Pflegekammer hier auf den Weg gebracht. Ja, 2016 glaube ich.

Also es gab vorher eine große Informationskampagne. Es durften alle Pflegekräfte damals abstimmen, ob sie das möchten oder nicht. Man will ja auch nicht über die Pflege immer so hinweg entscheiden.

Das macht man ja des Öfteren tatsächlich immer noch.

Meistens.

Ja, genau. Und da hat man damals gesagt, ja, wir machen eine ganz breite Kampagne informieren und dann sollen die abstimmen. Und bei dieser Abstimmung, das wurde vom DIP in Köln begleitet.

Diese Abstimmung kann man alles noch nachlesen. Im Internet ist das immer noch frei zur Verfügung. Und da haben sich damals über 70 Prozent für die Kammer ausgesprochen.

Also es gab eine richtige Abstimmung. Man weiß, also das kann man wissenschaftlich irgendwie erheben, dass man alle Pflegekräfte erreicht hat mit dieser Kampagne.

Und naja gut, also nur weil man behäbig ist und dann nicht zur Abstimmung geht, so ist es in jedem Wahlprozess auch. Es gehen ja nicht 100 Prozent wählen. Es ist ja nicht wie DDR, wo alle 99 Prozent wählen waren.

Genau, aber die, die gewählt haben oder abgestimmt haben, die haben sich dann hauptsächlich für diese Kammer entschieden.

Und dann hat die damalige Regierung hier, die Landesregierung, SPD geführt, gesagt, wir würden das jetzt auf den Weg bringen, diese Landespflegekammer und dann wurde die gegründet. Und so geschehen auch in Nordrhein-Westfalen.

Dort war es eine CDU geführte Landesregierung, die damals 2022, die sind noch nicht so alt, und die haben eben auch gesagt, ja, wir würden hier diese Landespflegekammer auf den Weg bringen.

Da ist ja der Herr Laumann sehr dahinter gewesen, ehemaliger pflegebevollmächtigter, genau, sehr arbeitnehmernah und auch sehr verdient, im Prinzip jetzt auch durch die Pflege.

Also ganz unterschiedlich, wie du siehst, es ist eine SPD geführte Landesregierung gewesen, in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein-Westfalen war es eine CDU geführte Landesregierung. Genau.

Und die haben dann eben auf einem parlamentarischen Prozess, auch da das Heilberufegesetz angefasst und haben gesagt, ja, hier übers Heilberufegesetz, wo ja alle anderen Heilberufe auch aufgelistet werden, die eine eigene Selbstverwaltung haben,

Ärzte, Psychotherapeuten und so weiter, da schreiben wir jetzt mal die Pflege mit rein, dass die auch eine eigene Selbstverwaltung bekommt. Genau.

Oder hat man ja letztes Jahr noch einen Prozess gehabt in Baden-Württemberg, da hat man sich ja auch auf dem Weg schon begeben, ist man auch übers Parlament gegangen, hat dann gesagt, ja, wir wollen das hier auch, aber wir bauen eine kleine Hürde

ein, also mussten 60 Prozent der damals tätigen Pflegefachpersonen in Baden-Württemberg mussten sich innerhalb von einer gewissen Zeit registrieren, also vollständig registrieren, vorher haben die Arbeitgeber im Prinzip die Daten hingeschickt und man

musste das vervollständigen. Also man hat das ein bisschen höher wie 50 Prozent gemacht, das ist auch ein bisschen schräg eigentlich, weil die Mehrheit ist die Mehrheit ab 50 plus 1, aber in Baden-Württemberg wollte man eine höhere Legitimation haben

und in der Tat ist man aber da gescheitert, sonst würden wir über Dreiflegekammern reden, die man hätte und in Baden-Württemberg waren es 59, irgendwie Prozent. Also sehr, sehr, sehr, sehr knapp ist man gescheitert bei der Errichtung dieser Kammer,

der dann dritten Kammer. Und um das noch zu vervollständigen, kundige Erhörer wissen das ja, dass es auch schon zwei andere Pflegekammern gab, die haben dich umrandet in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen. Und auch da ist es ein

parlamentarischer Prozess gewesen. Ja, es war damals in Niedersachsen eine SPD-Landesregierung und in Schleswig-Holstein, glaube ich, eine CDU-Landesregierung, wenn ich nicht alles erd. Und auch da ist, also das Parteibuch sagt gar nichts aus.

Aber da war die Gegenwehr so groß, dass man dann eben im parlamentarischen Prozess dann wieder gesagt hat, okay, wir machen jetzt hier eine Abstimmung. Und wenn dann die Pflegekräfte sagen, na gut, wir wollen das alles nicht.

Dann gab es, na ja, Abstimmung gab es schon. Die waren aber, sage ich mal, wissenschaftlich nicht gut. Also die Fragestellungen waren nicht erst rein, sage ich mal.

Und dann hat man auch aufgrund von, also da war die Beteiligung relativ gering. In Niedersachsen war sie bei 20 Prozent. Und dann haben sich aber relativ viele auch dafür dagegen ausgesprochen.

Aber so ist Demokratie. Es ist in Ordnung, dass das eben jetzt so lief. Und in der Tat haben dann eben die Kolleginnen und Kollegen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gesagt, nein, wir wollen keine Pflegekammer, wir wollen keine.

Also man konnte die Kollegen davon nicht überzeugen. Die hatten aber auch nicht viel Zeit. Also die hatten nur ungefähr zwei Jahre überhaupt waren die tätig.

Genau, sehr, sehr kurz.

Genau.

Und dann hat man eben dann wieder die Rolle rückwärts gemacht. Ja, also das ist sehr bitter.

Ja, und es gibt da ein schöne PDF, der Abschlussbericht der schleswig-holsteinischen Pflegekammer, wo da nochmal dann drinne stand, nachdem die die ja dann aufgelöst haben, was jetzt alles nicht mehr durch die Pflegekammer abgedeckt wird.

Ja, und das war ganz spannend. Das ist auch jetzt immer noch ganz interessant zu lesen, dieser Abschlussbericht, denn das muss jetzt alles wieder in irgendwelche anderen Kanäle gebracht werden.

Und dann meistens auch wieder durch Akteure beeinflusst, die jetzt nicht mal originär aus der Pflege kommen.

Die berufsständige oder einfacher berufliche Selbstverwaltung der Pflege bezieht sich typischerweise auf die Pflegekammern. Derzeit sind es zwei in den deutschen Bundesländern.

Eine dritte wurde nach einer gescheiterten Abstimmung unter den Pflegenden nicht gegründet. Zwei weitere wurden von der Politik nach Abstimmung wieder abgeschafft. Ein Hemmnis ist für viele die Pflichtmitgliedschaft und ein Mitgliedsbeitrag.

Eine verpflichtende Mitgliedschaft schafft aber politische Macht. Bei über einer Million Pflegende in Deutschland. Und ein Mitgliedsbeitrag sichert die finanzielle Unabhängigkeit der Kammern.

Die Höhe ist dabei individuell nach Einkommen berechnet. Bewegt sich aber beim Durchschnittseinkommen der Pflege bei ca. 10 Euro monatlich.

Teilweise deutlich weniger. Trotz deutlich gestiegener Gehälter in den letzten Jahren. Eine Pizza vom Lieferdienst kostet mehr.

Einen Sonderweg geht die Vereinigung der Pflegenden in Bayern. VDPB.

Die zwar auch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, wie die Pflegekammern, in der die Pflegenden jedoch nur freiwillig registriert sind und keinen Mitgliedsbeitrag zahlen müssen. Die Mitgliedszahlen zeigen dann aber das Dilemma.

Nur 4500 von bis zu 200.000 Pflegenden in Bayern sind registriert. Noch dazu ist sie finanziell komplett vom Land abhängig. Ändern sich die Wahlergebnisse oder die Schwerpunkte der Politik, ändern sich auch die Möglichkeiten der Vereinigung.

Die Basis für den Aufbau der Kammern sind oft Landespflegeräte. Vereine entdienen sich Pflegende zusammenschließen, um ihre Interessen gegenüber den Entscheidungsträgerinnen zu vertreten. Die Bundespflegekammer ist derzeit nur ein Verein.

Der Deutsche Pflegerrat, DPR, damit einziger Ansprechpartner für unseren Berufsstand in der Bundespolitik.

Kammern sind, wie gesagt, Körperschaften des öffentlichen Rechts, haben damit im Gegensatz zu Vereinen auch die Möglichkeit, eine verbindliche Berufsordnung und Fortbildungsordnung zu erarbeiten.

Unabhängig vom Staat und ArbeitgeberInnen, also selbstverwaltet durch die demokratisch gewählte Kammerversammlung und von ihr eingesetzte Arbeitsgruppen und Ausschüsse.

Selbstverwaltungen sind halt einfach deshalb so gut, weil sie viele Aufgaben übertragen bekommen, die normalerweise in Regierungen abgebildet werden auf irgendwelchen Ministeriumsebenen.

Und da sagt man eben, ja, ihr kennt euch doch eigentlich viel besser aus. Und dann sagt man eben, ja gut, dann macht ihr Selbstverwaltungen das mal. Aber dann kriegt man natürlich auch eine politische Macht.

Und ja, momentan entscheidet sich die Pflege aus meiner Sicht, weil ich finde, Selbstverwaltungen sind eigentlich das Schärfste, was man haben kann, weil sie einfach auch sehr, sehr mächtig werden können. Da sage ich auch gleich noch warum.

Ich glaube, die Pflege entledigt sich gerne ihrer Messer. Also wir laufen momentan nur mit Löffel und Gadel rum. Und die Messer lassen wir irgendwie immer liegen.

Ja, aber wo du jetzt gerade auch Dreiklang sagst, ich meine, wir haben Berufsverbände, die gibt es.

Die sind auch leider sehr, also sehr rar an Mitgliedern. Das ist so, sind bei Weitem nicht die ganzen Pflegepersonen drin, die drin sein sollten und Pflegekammern oder so eine so eine rechtliche Vertretung, okay, die haben wir nur in manchen Ländern.

Manchen sind sie rückabgewickelt, in manchen gibt es ähnliche Konstrukte, die aber nicht ganz so schlaghaftig sind. Aber nochmal ganz kurz zurück zu den Gewerkschaften.

Ich bin ja auch beim Bochumer Bund und ich habe immer gehofft, das wird so ein bisschen wie die GDL unter Klaus Weselski. Wir sind ja keine sehr kleine Gruppe, aber eine sehr spezielle Gruppe, die eigentlich mega schlagkräftig wäre.

Also die Lokomotivführer sind definitiv weniger als die Pflegefachpersonen.

Erstens mal, also du hast ja schon gesagt, Berufsverband, also da die Organisationsquote ist natürlich auch ziemlich schwach, muss man einfach sagen. Also die wenigsten wissen auch, dass es Berufsverbände gibt, für alles, was es so gibt.

Also es gibt welche für, keine Ahnung, für alle möglichen somatischen Fächer gibt es irgendeinen Berufsverband. Es gibt für die Pflegepädagogen einen Berufsverband. Es gibt für die Pflegemanager zwei Berufs-, drei Berufsverbände.

Ja, Mimmel. Es gibt den allgemein sehr generalistischen Berufsverband, der DWFK. Da kann man im Prinzip immer eintreten.

Da findet man irgendwie immer irgendwo was.

Und die Schwester der Pfleger kennt jeder.

Die Schwester der Pfleger ist dann zum Beispiel von einem Berufsverband das Organ. Also ein Berufsverband hat immer eine Fachzeitschrift. Und das ist im Prinzip die Schwester der Pfleger, ist die klassische Fachzeitschrift vom DWFK.

Und beim Bochumer Bund ist das natürlich bitter gelaufen. Also ich habe ja gerade gesagt, 12. Mai 2020.

Naja, wir erinnern uns mal ganz kurz zurück, was 2020 war. Corona. So, also Gewerkschaft ist einfach auch ins Tun kommen und ansprechen.

Und wenn man sich dann halt gründet, das wussten die ja damals nicht, dass das so gravierend sein wird, aber wenn man die ersten zwei Jahre schlicht und ergreifend in keine Einrichtung kommt, um dort irgendwie Werbung für sich zu machen.

Und dann wird es schon mal schwierig mit der Mitgliederschaft. Und wenn man dann eben noch, dann muss man noch für sich verstehen, der Bochumer Bund ist ja nicht von vornherein eine Gewerkschaft.

Es ist jetzt erstmal eine nicht tariffähige Arbeitnehmervereinigung. Tariffähig, also ich darf erst streiten oder Tarifverträge abschließen, wenn ich eine gewisse Mitgliederstärke habe.

Und da spricht man meistens von 1% der Berufsgruppe, die ich vertrete. Über 12.000 müsste man ungefähr haben. Genau.

Der Bochumer Bund ist noch ein bisschen etwas entfernt davon, von diesen 12.000. Und das Problem ist, viele wissen noch gar nicht, dass es den Bochumer Bund gibt, also weil die Pflege sich nicht informiert.

Und ich würde ja was von einem Bochumer Bund mitbekommen, wenn ich eine Fachzeitschrift zum Beispiel lese. Aber wer liest denn eine Fachzeitschrift?

Wenn ich halt nur 10% Leute habe, die sich organisieren, in irgendwelchen Verbänden, dann lesen von diesen 10%, also diese 10% lesen dann die Fachzeitschrift.

Und dann sind aber auch nicht alle gleich dabei und sagen, ja und in die Gewerkschaft gehe ich jetzt auch noch und gebe dort auch noch ein bisschen Geld aus. Obwohl man ja das alles absetzen kann. Genau.

Und ja, und häufig ist es ja so, dass die Kollegen und das ist ja auch die Diskussion, die wir mit den Kammern haben. Wenn man Geld bezahlen muss, will man nur was dafür haben.

So und häufig war es beim Bochumer Bund dann ebenso, was man häufig einfach auch gesagt bekommen hat. Ja, wo habt ihr denn schon Tarifverträge abgeschlossen? Und dann muss man halt einfach sagen, na ja gut, wir sind im Aufbau.

Und mit jeder Mitglied, jedes Mitglied macht uns stärker. Und das muss man eher so als Investment verstehen, beim Bochumer Bund Mitglied zu sein. Also und ein Investment ist genauso auch bei den Kammern.

Ja, also das ist auch eine Investition in meine Berufsgruppe. So und dann also man könnte jetzt von Hölzchen auf Stöckchen kommen. Warum investiert man nicht?

Ja, vielleicht ist der fehlende Berufsstolz, dass man einfach gar nicht so lange in der Beruf in dem Beruf bleiben möchte, weil man schon eh weiß, ich bin in sieben Jahren EKO und das zahlt sich doch gar nicht für mich aus, weil ein Investment zahlt

sich eben erst auf Dauer aus, wenn ich dabei bleibe. Das kennen wir von unserem Sparbuch, das kennen wir von unseren ETF-Fonds und und und und und.

Also ich kann ja auch nicht zur Bank gehen und sagen, heute zahle ich zehn Euro ein und ich hätte gerne die Rendite von vor in zehn Jahren. So, das funktioniert ja nicht.

So und deshalb, da muss man ein Stück weit Weitsicht entwickeln und viele haben da gar kein Interesse dran. Die leben im Hier und Jetzt. Die bockt das einfach auch nicht so.

Also wenn man die jetzt direkt immer fragen würde, ja, es muss sich was verändern, aber Politik ist so ein langwieriges Geschäft und damit arbeitet natürlich auch Politik, dass sie eben langwierig ist und komplex, sodass man dann eben auch sagt, na

Berufsverbände und Fachgesellschaften sind Vereine, in denen sich Pflegende zusammenschließen, um ihr Fachwissen zu bündeln und Interessen nach außen effektiv zu vertreten.

Das kann das Pflegenetzwerk Schmerz im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, dem DBFK, sein oder die Pflegenden in der multidisziplinären deutschen Schmerzgesellschaft. Mehr dazu in den Folgen zum European Diploma in Pain Nursing.

Oder die leider verschwundene Gesellschaft für Schmerzmanagement der Gesundheits- und Krankenpflege GESCUC in Österreich. Aber es gibt auch Berufsverbände für alle weiteren erdenklichen Interessen.

Psychiatrische Pflege, Intensivpflege, Lehrende, Pflegende in Führungspositionen und und und. Wie in den Gewerkschaften gibt es aber viel zu wenig Pflegende, die sich hier einbringen.

Davon kann der Deutsche Pflegerat, DPR, der ja immerhin Ansprechpartner der Bundespolitik ist, ein Lied singen. In ihm sind einige dieser Berufsverbände und Interessensvertretungen der Pflege, aber auch der Hebammen vereint.

In der Pflege sind nur circa fünf Prozent Mitglied in Berufs- und oder Fachverbänden. Ihr hört Schmerz, der Podcast.

Ich denke auch nicht jede Person muss sich jetzt in allen drei Gruppen, also Kammer und Gewerkschaft und Fachgesellschaft, immer engagieren.

Aber es würde ja reichen, wenn vielleicht jeder irgendwie ihr oder sein Steckenpferdchen fände und irgendwer hat vielleicht Lust auf die Straße zu gehen und demonstrieren und die nächste Person die macht so ein Podcast oder schreibt ein Buch.

Also jeder könnte ja irgendwie was haben. Dafür sind wir ja mehr als genug Menschen.

Richtig.

Und wenn jede Pflegefachkraft sich in irgendeiner Form irgendwo engagieren würde, dann würde die Masse, also wenn jeder für sich sagen würde, 1,2 Millionen Pflegefachkräfte haben wir ungefähr, hälftig aufgeteilt in die Langzeitpflege und die

Akutpflege. Und wenn jeder aber für sich sagen würde, okay, ich wäre Mitglied im Berufsverband oder ich gehe in die Gewerkschaft oder ich gehe dort hin, dann wäre so viel Geld im System, dass man sich hauptamtliche Kollegen leisten könnte, die eben

für einen streiten. Apropos Worommerbund. Also ich bin jetzt schon eine Weile draußen. Das ist ja nur noch die Außensicht.

Aber ich glaube, dass die beiden Bundesvorsitzenden immer noch ehrenamtlich arbeiten. Das sind keine Hauptamtler. Im Klaus Weselski, wie du das so schön gesagt hast, der war hauptamtlich dort angestellt bei der GDL.

Der ist kein Lok mehr gefahren. Der hat immer von außen nochmal geguckt. Der ist sicher immer mit dem Zug gefahren, weil er ein stolzer Lokführer, glaube ich, auch ist und war.

Aber der hat eine Lokomotive in den letzten 20 Jahren schon wie auf nett von innen gesehen. Zumindest mal nett im Beruf.

Ja, aber das ist ja auch okay. Also, ich meine, was hat er den Leuten damit eben auch, wie du sagst, als Investition für die Zukunft dann auch gebracht. Und das ist keine Zukunft zwei Generationen weiter, sondern wir reden ja nicht von Klimaschutz.

Das ist ja noch schwerer zu vermitteln, sondern es geht ja hier um Ergebnisse, die man vielleicht auch in zehn Jahren schon richtig merken könnte.

Ich habe mir dazu ja auch viel Gedanken gemacht, warum die Organisationsquote bei uns in der Pflege so gering ist.

Ich glaube, dass vielleicht die Strukturen sich verändert haben, dass wir niederschwelliger sein müssen, dass wir gar nicht mehr so auf diese Vereins- und Strukturen unbedingt... Also, hat alles Vor-

und Nachteile. Ein Verein schafft Sicherheit, hat feste Strukturen, Satzungen, bla bla bla. Und man kriegt doch immer gleich was wieder.

Dann kriegt man eine Zeitschrift, dann kriegt man irgendwelche Vergünstigungen, die der Verein ausgehandelt hat. Aber vielleicht gibt es ja auch Möglichkeiten, das noch mal auf einer anderen Ebene zu fahren.

Ja, dass man einfach sagt, okay, ich habe zwei Euro im Monat übrig oder was. Und die spende ich dann halt an eine Organisation, die sich für die Pflege einsetzt. Ohne, dass ich da jetzt Mitglied wäre.

Sondern daran einfach glaubt, dass die das gut macht. Ich kann mal eine Stunde irgendwie was leisten. Oder komm, ich habe ein altes Auto, nimm das.

Dann kannst du halt rumfahren und irgendwelche berufspolitischen Abende halten in irgendeinem Stadtteil oder was. Oder hier kriegst du ein Fahrrad geschenkt von mir, gespendet. Das wäre vielleicht auch eine Idee auf so Fundraising Basis vielleicht.

Aber auch das wird immer ein Investment bleiben mit viel Vertrauen. Und es muss ja, also da muss dann eben die Organisation für einen werben. Man kann heute schon spenden.

Man kann einen deutschen Pflegerat spenden und so weiter und so fort. Aber die sind halt immer irgendwie in ihrer. Also man muss es halt einfach publiken.

Die Selbstverwaltung, da spendet man nicht. Das ist auch alles gar nicht freiwillig, denn in den Selbstverwaltungen ist man ein Pflichtmitglied. Genau.

Und das ist eben genau das scharfe Schwert, was man dann in der Hand hat, weil ich dann eben als Vorsitzender dieser Selbstverwaltung sagen kann, ich spreche für über 200.000 oder für 42.000 Pflegefachkräfte aus meinem Bundesland. So.

Und dass das der Präsident oder die Präsidentin in dem Fall, in Nordrhein-Westfalen, für sagen kann, ich spreche für diese Leute, für meine Pflegekräfte, liegt daran, dass es wie so ein kleines Parlament immer dann in diesen Kammern gibt.

Das nennt sich Kammervollversammlung oder Mitgliederversammlung. Das wäre es jetzt im Prinzip in einem Verein. Und dort kann man sich reinwählen lassen.

Also man, das ist total basisdemokratisch eigentlich. Ich bin Mitglied in der Pflegekammer Rheinland-Pfalz. Nächstes Jahr wird da gewählt.

Und da gibt es wie in der Kommunalwahl dann Listen.

Da lasse ich mich aufstellen und dann werde ich in die Kammervollversammlung oder in die Vollversammlung eingewählt und kann dann sogar für Ausschüsse kandidieren, für den Vorstand kandidieren, für das Präsidium kandidieren.

Also superpartizipativ, ja. Und in diesem Gremium, in diesem Parlament werden natürlich auch Beschlüsse gefasst, sowie die Bundesregierung ja auch Beschlüsse fasst.

Und dann sind das Mehrheitsbeschlüsse oder Stellungnahmen, Positionspapiere, die dann eben in diesem Gremium abgestimmt werden.

Und mit dieser, mit diesem Mehrheitsbeschluss, mit diesem Positionspapier kann dann eben ein Präsident hingehen und sagen, das ist die Meinung unserer Pflegekräfte aus Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen.

Und das ist natürlich eine Riesenmacht, zu sagen, ich spreche für XYZ.

Also allein in diesen beiden Pflegekammern, die wir ja jetzt noch haben, sind knapp ein Drittel, das liegt halt daran, dass Nordrhein-Westfalen relativ viele Mitglieder hat, aber sind ein Drittel aller, knapp ein Drittel aller Pflegekräfte in

Deutschland organisiert. Also die haben so eine Macht eigentlich schon, oder hätten eine politische Macht, wo kein Politiker dran vorbei will. Also man könnte sich gar nicht erlauben zu sagen, ich höre dir gar nicht zu. Für wen redest du denn?

Wenn ich einen Verein mit 500 Mitgliedern bin und sage, ja ich vertrete dir die Pflege in Deutschland, dann fragt der, naja, sie vertreten die Meinung ihrer Mitglieder, aber sicherlich nicht die der Pflege. Die können doch gar nicht dafür reden.

Und so ist man schon schachmattgestellt. Genau. Und mit einer Pflegekammer wäre das halt einfacher.

Und woran sich halt die Leute stoßen, ist halt diese Pflichtmitgliedschaft, die dann aber auch mit einem Pflichtbeitrag verbunden ist.

Denn so eine Verwaltung, die das ja dann auch am Ende ist, baut sich halt nicht von alleine auf, braucht Ressourcen, braucht Mitarbeitende, die im Hauptamt eben so eine Verwaltung auch stemmen. Ja, kann in jede Gemeinde gehen.

Da gibt es ein Rathaus, da gibt es Mitarbeiter, die verwalten, die die Einwohner schafft. Ja, da sieht man mal schon allein, wenn wenn ich eine kleine Gemeinde von 15.000 Mann habe. Ja, das Rathaus, das hat auch genügend.

Natürlich machen die und andere haben die andere Aufgaben kommunal. Also es lässt sich ein bisschen schwer vergleichen. Aber nichtsdestotrotz haben die ja auch in einer Geschäftsstelle für eine Kammer.

Genau. Und das mache ich halt auch nicht ehrenamtlich. Da braucht es einen Geschäftsführer und damit werden diese Sachen dann eben auch bezahlt.

Und was aber eben auch damit bezahlt wird, sind eben auch Kollegen und Kolleginnen, die als Referenten dann tätig sind, die sich eben mit der Politik auseinandersetzen und mit Themen, die uns beschäftigen in der Pflege.

Die lobbyieren für uns.

Richtig. Und Lobbyisten muss ich entsprechend auch ausstatten, mit ein bisschen Geld. Nicht, dass die die Leute schmieren.

Das ist ja Quatsch.

Es hat immer so ein bisschen bösen Touch. Wenn man lobby hört, denkt man gleich immer, die kraken im Hintergrund.

Das ist ja auch in Ordnung, dass man lobbyiert. Jeder tut es. Warum sollten wir es eben nicht tun?

Das ist ja auch so eine Frage. Ich will nur mal sagen, die Bundesärztekammer ist ja ein Verein. Es ist ja keine Selbstverwaltung im eigentlichen Sinne, sondern ist ein Verein aus den einzelnen Ärztekammern, die es gibt.

Die haben einen Verein gegründet, die Bundesärztekammer. Die wird dann von den Mitgliedsbeiträgen im Prinzip auch gespeist. Im Bundestag auf der Website gibt es ein Lobbyregister.

Da könnt ihr alle mal Bundesärztekammer eingeben. Und da steht auch, mit wie viel Geld die jedes Jahr was die für Budget nur für Lobbytätigkeit haben.

Und das ist, also jetzt dürft ihr euch festhalten, das sind, glaube ich, bei der Bundesärztekammer 3,6 Millionen Euro, die für Lobbytätigkeit ausgegeben wird. 3,6 Millionen.

Also viele denken ja, dass die Ärzte so super viel für ihre Kammern ausgeben. Das ist gar nicht der Fall. Also der Kammerbeitrag selbst hält sich, glaube ich, auch prozentual da an Grenzen.

Der Vorteil, den die Ärzte ja halt haben, ist ja das Versorgungswerk. Und das ist ja immer mit den Kammerbeiträgen dann im Prinzip verbunden. Ärzte zahlen ja nicht in die Rentenversicherung ein.

Die haben ja ihre Versorgungswerke, die über die Kammern mit angeknüpft sind. Und das ist denen ja Rentenbeitrag letztendlich auch.

Und die würden im Leben niemals mehr ihre Kammern abschaffen, weil die dann einfach auch ihre Versorgungswerke damit vernichten würden. Also die würden auch bleiben. Das könnte man auch unabhängig davon machen.

Aber warum hat man denn Kammern oder warum macht man denn das mit den Kammern? Es geht ja nicht nur darum, dass wir einen coolen Lobbyverband haben und dass wir dann irgendwie Politiker für unsere Ideen überzeugen möchten.

Mehrheiten vielleicht auch gewinnen. Nein, eine Kammer, eine Selbstverwaltung dient auch immer der Qualitätssicherung. Und das schaffe ich eben nur, indem jeder, der diesem Beruf angehört, dort eben auch Mitglied ist.

Eine kleine Anekdote aus dem späten 19. Jahrhundert hat eben der Kaiser gesagt, ärztliche Versorgung, das muss alles qualitativ ein bisschen besser werden. Also so kann das nicht bleiben.

In Deutschland muss jeder gleich irgendwie behandelt werden. Aber ich bin irgendwie da auch nicht firm genug drin, um euch zu sagen, wie ihr eure Berufsgruppe ordentlich organisiert.

Und dann hat er halt einfach die Ärzte verdonnert, sich selbst zu organisieren in einer Selbstverwaltung, sich selbst Qualitätsstandards aufzuerlegen. Und dadurch ist die Bevölkerung einfach auch besser versorgt gewesen medizinisch.

Und genau das ist ja auch der Sinn und Zweck an der Pflegekammer. Ja, das pflegerische Tun und Handeln auf einem qualitativ hochwertigen Niveau anzubieten.

Und das schaffe ich, indem ich Fortbildungsordnungen zum Beispiel erlasse, wie wir es ja jetzt in Rheinland-Pfalz gemacht haben. Seit dem 1.7. ist die bei uns in Kraft getreten, die Fortbildungsordnung.

Da steht drin, liebe Pflegekraft, du musst alle zwei Jahre insgesamt 40 Fortbildungspunkte sammeln. Und wir kontrollieren das, dass du das auch machst. Also man geht dann natürlich auf Fortbildung aus dem Fach.

Also das wäre bei dir jetzt Schmerzmanagement zum Beispiel, gibt es dann Fortbildung, die dann akkreditiert werden von der Pflegekammer, wo die dann hingucken und sagen, ja das ist eine qualitativ hochwertige Fortbildung, dafür wird man so und so

Ein Riesenschritt voran und absolut sinnvoll, dass zum Beispiel eine Pain Nurse Fortbildung landes-

und bundesweit für alle den gleichen Umfang und Inhalt hat.

Es würden nicht überall verschiedene Fortbildungen angeboten werden, beispielsweise kürzere, günstigere Fortbildung durch ArbeitgeberInnen und ihre Verbände oder nur auf Kliniken bezogene durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Eine Fachgesellschaft wie die Deutsche Schmerzgesellschaft entwickelt dann ein Curriculum, wie das für die spezielle Schmerzpflege. Eine Landespflegekammer beschließt dies als verbindlich für Fortbildung im eigenen Bundesland.

Die Bundespflegekammer macht die Pain Nurse zu einem bundesweiten Standard. Unser derzeitiger Standard sind die 120 Unterrichtseinheiten für die spezielle Schmerzpflege, die von der Schmerzgesellschaft zertifiziert werden können.

Trotzdem werden noch Fortbildung ohne Zertifizierung mit teilweise nur 40 Unterrichtsstunden angeboten. Die Gesellschaft für Schmerzmedizin zertifiziert eine eigene, im Gegensatz dazu wenig umfangreiche Online-Fortbildung.

Und alle Teilnehmenden können sich Pain Nurse, Schmerzfachpflegerin oder wie auch immer nennen. Irreführend und wenig aussagekräftig und auch wenig qualifiziert. Auch die psychiatrische Fortbildung von Alex wäre dann ein bundesweiter Standard.

Je nach Weiterbildungsstätte findet man hier zwischen 740 und 2100 Unterrichtseinheiten, also ein noch unterschiedlicherer Wissensstand. Diese Pflegefortbildung zu standardisieren, ist eine Aufgabe für uns Pflegende.

Denn wir sind zum Beispiel die Pain Nurses und wir wissen, was für unsere Arbeit wichtig ist. Und das sicherlich besser, als es politische Fachausschüsse, Arbeitgeber in Verbände und selbsternannte PflegeexpertInnen wissen.

Da geht es um Geld und Machtpolitik, um Publicity. Bei einer berufsständigen Selbstverwaltung entscheiden wir selbst.

Ich würde dann für die Psychiatrie vielleicht was besuchen. Und so wäre ich halt fit und bleib state of the art.

So und jetzt darf ja jede Pflegefachkraft mal in sich gehen, wann sie die letzte Fortbildung besucht hat zu einem Fach, zu ihrem eigenen Fach, also offene chirurgische Fortbildung, Wundversorgung und so weiter und so fort.

Und ich spreche nicht von Fortbildung, Datenschutz, Reanimation.

Arbeitsschutz und Hygiene.

Richtig, genau. Und das sind ja immer die Fortbildungen, die ich ja, die der Arbeitgeber für mich organisiert.

Weil sind wir doch mal ehrlich, vom Arbeitsschutz, das kriege ich von meiner Berufsgenossenschaft gesagt, liebe Leute, wenn ihr keine Arbeitsschutzfortbildung macht, dann kriegt ihr mal richtig Ärger von eurer Berufsgenossenschaft.

Hygiene, gibt es einfach Vorschriften, die ich dann einfach einhalten muss. Hygienevorschriften, die das eben auch von mir abverlangen, dass ich meine Mitarbeitenden darin schule. Reanimationsfortbildung, versteht sich glaube ich von selbst.

Das schreibt mir jetzt nur mal keiner vor, aber das ist vielleicht auch nicht so ganz verkehrt. Und Datenschutz, ja, also Datenschutz hat mein Arbeitgeber ein extrem hohes Interesse.

Weil wenn da irgendwann mal jemand den falschen Link aufmacht, dann wird das richtig teuer. Ja, aber man ist halt fachlich gar nicht fortgebildet.

Und es ist halt leider heute noch so, dass ich, ich kann heute meinen Examen machen und ich kann 40 Jahre im Beruf bleiben, ohne dass ich jemals eine Fortbildung gemacht habe.

Und das bin ich aber, manche haben dieses Selbstverständnis nicht, dass ich das für mich mache. Aber es gibt halt einfach auch genügend, ja, also man ist es den Patienten einfach schuldig, dass man sich fithält fachlich so.

Und wenn manche halt einfach zu faul sind, dann muss man sie eben auch mal auf den Weg bisschen begleiten, freundlich Nachdruck verleihen.

Ich gehe einfach davon aus, dass die meisten Pflegepersonen in dem Bereich, in dem sie arbeiten, auch arbeiten wollen.

Also gerade heutzutage ist es ja nicht so, dass man die Leute jetzt, dass die Leute in irgendwelche Berufe gedrängt werden, sondern du hast ja eine relativ gute Wahl.

Und ich denke, wenn eine Pflegefachperson auf einer Chirurgie arbeiten möchte oder wie du auf einer Psychiatrie oder wie ich in der Palliation oder in der Langzeitpflege oder wo auch immer, dann hat die Person ja grundsätzlich schon ein Interesse an

diesem Setting, in dem sie tätig ist. Möchte man sich wünschen.

Und da denke ich prinzipiell, hätten die Leute schon Lust, auch eine Fortbildung zu besuchen zu ihrem Thema, was sie jeden Tag begleitet und was sie auch zufriedener in ihrer Arbeit macht.

Ich sehe das auch beim Schmerzmanagement immer, wenn die Leute gut wissen, wie man Schmerz erkennt und behandelt, ist deine Arbeit viel schöner, weil du keine schreienden Leute mehr vor dir hast. Also es hat ja Sinn.

Aber die Frage ist halt, es wird ja nur wirklich gemacht, wenn es überprüft wird, wenn es eine Konsequenz hat, weil dann kann ich, habe ich vielleicht auch ein Druckmittel oder ein Arbeitgeber hat ein Interesse, mich da auch hinzuschicken und gibt

Ja, und ich habe auch die Pflicht, Steuern zu bezahlen, weil ich Bürger dieses Landes bin.

Und in der Tat kriege ich aber auch was zurück dafür. Ich kriege dafür, was weiß ich hier, die Straße gemacht. Ich kriege dafür kostenlose Bildung und so weiter und so fort.

Gut, in der Pflegekammer bekomme ich durch meinen Pflichtbeitrag politische Mitsprache. Das darf man auch nicht unterschätzen. Das ist gar nicht so wenig.

Und jetzt noch mal zu den Fortbildungen. Nicht jeder Arbeitgeber hat da Interesse. Wenn das Human Kapital nicht für mich wirtschaftet, sondern in irgendeiner Fortbildung hockt, dann macht die keine Erlöse für mich.

Nicht jeder Arbeitgeber ist da. Wir müssen auch dran denken und wir reden nicht nur für die Klinik, sondern wir müssen auch an die Langzeitpflege denken. Und da sind noch mal ganz andere Nummern unterwegs.

Wir kennen ja alle unsere Pappenheimer da an der Langzeitpflege. Und da kommen jetzt die anderen beiden Gabel und Löffel.

Denn eine Gewerkschaft kann so etwas verhandeln, so dass man kostenfrei in Fortbildung hinkommt, dass man acht Stunden im Jahr für Fortbildung freigestellt wird oder, oder, oder. Ein Tarifvertrag ist vorneweg immer ein leeres Blatt Papier.

So und alles das, was ich draufschreibe, das wird dann ein Vertrag. So, natürlich muss der ein bisschen bestimmte Gesetze unterliegen.

Aber selbst wenn ein Arbeitgeber sowas nicht unterschreibt, sagt, die Leute müssen bei mir freigestellt werden, die hier nicht. So ein Quatsch.

Dann könnte man doch als Gewerkschaft, das war damals auch meine Idee im Burundner Bund, so eine Professionszulage oder sowas noch verhandeln.

Dass man zum Beispiel sagt, es gibt 100 Euro Sonderzahlungen pro Jahr, Professionszulage, das sind 10 Euro pro Monat, das spart man sich dann nicht auf und wird im Mitte des Jahres ausgezahlt.

Und für diese 120 Euro gehe ich in eine Fortbildung und hole mir dort meine paar Pünktchen. Und dann tut mir das mit weh, dann nehme ich mir einen Tag frei und bezahle das davon ab.

Oder ich werde von diesen 10 Euro gehe ich in die Mitgliedschaft in einen Berufsverband. Also ich lasse mir das alles von meinem Arbeitgeber bezahlen. Nun, wenn ich das ja tarifiere, so dann ist das ja auch refinanzierbar.

So, weil das steht halt im Tarifvertrag drin. Was dann Tarifleistungen sind, steht ja auch drin. Herr im Himmel, also im TVÖD habe ich ja die leistungsorientierte Bezahlung.

Paragraph 19a ist das, glaube ich. Da kriege ich Fahrradleasing von. Also oder ein Job Ticket oder sowas.

Also da sagt ja auch nicht die Krankenkasse, also hören sie mal zu. Diese Beiträge, die müsste man dann aber mit rausdividieren. Sondern da geht man ja einfach hin als Verhandler und sagt, das steht im Tarif, das muss ich bezahlen, fertig aus.

Und so hätte man dann tarifvertragliche Sachen geregelt.

Also wie ich dann zu meiner Fortbildung komme, wer mir die bezahlt, wer mich da freistellt und inhaltlich würden dann die Berufsverbände einsteigen, die dann im Prinzip die inhaltliche Aufarbeitung dieser Fortbildung machen, die dann vielleicht auch

anbieten, damit man sich eben auch vielleicht finanziert. Dann gehe ich halt zu meiner Schmerzgesellschaft oder was, die das dann er anbietet, aber die halt inhaltlich brutal stark ist durch ihre Fachleute.

Und dann bezahle ich denen die Fortbildung und dann können die sich vielleicht hauptamtliche Leute leisten, die dann als Gesellschaft mal forschen in dem Bereich und so weiter und so fort. Und dann hätte das alles schließt sich der Kreis. So, ne.

Und dann hätte man ein System, was echt auch gut funktioniert.

Und aber wenn ich dann halt eine Gewerkschaft habe, die sagt, ne, Kammern sind einfach irgendwie total doof, weil wenn die Leute ja in die Kammer gehen, dann müssen die ja Beiträge bezahlen.

Und dann sagen die ja vielleicht, okay, dann tret ich aus der Gewerkschaft aus, dann spare ich mir den Gewerkschaftsbeitrag, damit ich wenigstens, also das ist ja Quatsch. So.

Und ich würde auch gerne mal auf Kollegen zugehen, die da eben so argumentieren aus der Gewerkschaftsseite. Ich würde gerne mal fragen, wie sich die Mitglieder der einzelnen Gewerkschaften entwickelt haben in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen.

Ich glaube nicht, dass es da einen riesen Run auf die Gewerkschaften gab. So. Nachdem die Kollegen gesagt haben, boah, jetzt spare ich ja 10 Euro im Monat, dann gehe ich jetzt mal voll in die Gewerkschaft und bezahle das dreifache.

Nein, dann geht es auf Facebook in eine Gruppe und dann beschwert man sich erst mal, bis es alles versiegt.

Also, aber diese Verpflichtung, ich kenne zwei Beispiele so aus meinem Daily-Business.

Und zwar, das eine ist, dass, wenn wir mal die Wunden zum Beispiel angucken, bei den Wunden ist es ja verpflichtend, wenn du Wunden als einen Pflegedienst abrechnen möchtest, dann musst du deine Leute zur Fortbildung schicken.

Und zack, sind alle Fortbildungen ran voll. Das habe ich sofort gemerkt, also als Dozent, dass diese ganzen Fortbildungen, die sind plötzlich so überfüllt. Wir haben so viele Anfragen.

Und eine andere Sache, wo es dann wieder um die Fachgesellschaften geht, ist, wenn irgendwas an einem Expertenstandard steht.

Weil früher oder später fängt zum Beispiel so ein Verein wie der MD, fängt dann an, solche Dinge auch zu überprüfen, weil es dann plötzlich nämlich Standard wird.

Und dann hast du den nächsten Run, das merken wir beim Schmerz gerade, dass nach und nach auch Leute bemerken, das steht seit zehn Jahren ja schon im Expertenstandard drin, dass ich diese Schmerz-Expertise im Betrieb brauche.

Na ja, okay, da muss ich wohl mal ein paar Leute fortbilden. Also da würde ich dann schon vielleicht eher von einem Zwang reden, weil das tut manchmal ganz gut.

Die Leute haben mich oft Bock dazu, so was zu lernen und kriegen es einfach nicht mehr zu.

Es gibt noch ein anderes Beispiel.

Ja, sag.

Die Praxisanleitung.

Genau, genau.

Es gibt ein Bundesgesetz, die müssen 24 Stunden Fortbildung pro Jahr besuchen. 24 Stunden jedes Jahr. Ansonsten sind die keine Praxisanleiter mehr.

Ja, und da geht es um die Qualität der Ausbildung, von Pflegefachkräften. Das ist im Bundesgesetz so drin geschrieben. Da hat kein einziger Praxisanleiter, ist deshalb nicht Praxisanleiter.

Das wird, wie selbstverständlich wird das gemacht. Diese ganzen Fortbildungen sind voll. In Bayern mussten sich Praxisanleitende registrieren lassen, damit da der Staat ein Stück weit die Kontrolle drüber hat.

Aber da guckt halt ein Staat drauf oder irgendein Ministerium. Warum nicht die Selbstverwaltung? Weil es die in Bayern nicht gibt.

Ja, okay.

Bayern, der kleine Sonderfall. Da hast du völlig recht.

Aber solche Sachen irgendwie in trockene Tücher zu bringen und wirklich dafür zu sorgen, dass etwas verpflichtend wird, das sind ja Aufgaben, die wir ja über Pflegekammern und idealerweise über eine Bundespflegekammer, weil ja nun mal auch einiges

beim Bund hängt an Gesetzgebung. Was wir aber auch durch den Druck von großen Fachverbänden und so ja genauso auch unterstützen könnten.

Wenn das alles zusammen spiele, dann wären eben solche Sachen, diese Beispiele, die wären halt auch in anderen Bereichen möglich oder wir könnten sie ausbauen.

Und dann wären die Leute einfach verpflichtet dahin zu gehen und da hat auch kein Arbeitgeber Lust zu, dann zu sagen, ja dann lassen wir es halt keine Ausbildung, wir können keine Wunden abrechnen.

Also Akutschmerzdienst in der Klinik entschließen, wäre es zu teuer, die Leute auszubilden?

Ja, also beispielsweise jetzt, man könnte so weit gehen, also in Pflegekammern, also was oder was machen Selbstverwaltung, gerade die Mediziner, die machen, die haben keinen Einfluss auf die Ausbildung.

Also auch eine Ärztekammer kann nicht sagen, wie die ausgebildet werden. Das ist ja dann an den Universitäten. Und dann bin ich ja erst mal nur Arzt, nur Arzt, in Anführungsstrichen.

Und dann will ich ja Facharzt werden. So. Und wie werde ich Facharzt, indem ich eine Facharzt-Ausbildung dann mache?

Und diese wird wiederum über die Ärztekammern geregelt. Die Ärztekammern geben dann eben vor, was muss ich machen, um dann eben mein Facharzt für Neurologie, Facharzt für Pediatrie, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für was weiß ich nicht.

Es gibt ja so viele Facharzt-Ausbildungen. So, jetzt, die Sandra Postel hat es, glaube ich, mal gesagt in einem Podcast, es gibt, glaube ich, 65 Facharzt-Weiterbildung. 65.

Jetzt können wir ja mal gucken, wie viele Fachweiterbildungs-Innerpflege es gibt.

Bundesweit. Das sehr, sehr wenig.

Genau. Es gibt noch nette. Und dann könnte man ja dem auch mal begegnen.

Es gibt ja immer den großen Aufschrei nach der Generalistik, dass die Pädiatrie ja so abgeschmiert ist. Wenn es doch eine Fachweiterbildung Pädiatrie geben würde, das wäre doch nicht schlecht.

Und die würde dann inhaltlich durch die Pflegekammern und die Fachgesellschaften ausgearbeitet werden. Über die Weiterbildungsordnung, die eben neben der Berufsordnung gibt es eine Weiterbildungsordnung, gibt es eine Fortbildungsordnung.

Das sind die drei Ordnungen, die man erlässt über die Pflegekammern. Und wenn ich dann eben über meine Weiterbildungsordnung, dann eben eine Weiterbildung für Pädiatrie habe. Psychiatrie, für Onkologie, für, für, für...

Geriatrie.

Wir haben das in der Altenpflege, haben wir dieselbe Thematik ja auch.

Genau. Und momentan ist es eben so, dass es gibt ja schon Fachweiterbildung. Ich bin ja auch Fachweite gewildert für Psychiatrie.

Aber jetzt kann man ja mal gucken, wer hat denn die Inhalte dieser Fachweiterbildung bestimmt. Das war die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Und die Deutsche Krankenhausgesellschaft, das ist ein Arbeitgeberverband.

So und ein Arbeitgeberverband bildet im Prinzip so aus, wie er es braucht, wie er es am besten verwerten kann. Und er guckt natürlich auch inhaltlich.

Also es geben ja dann auch die unterschiedlichen Curricula auch her, dass man dann auch sich entsprechend auch da auslebt als Profession. Aber trotzdem ist es irgendwie, finde ich, schräg aufgezogen.

Wenn man, wenn ein Arbeitgeberverband und nur nur diese Fachweiterbildung, die durch die DKG laufen, sind tarifrechtlich anerkannt. Ja, das ist ja auch ganz spannend.

Ja, aber hier in Rheinland-Pfalz zum Beispiel wird es eine Weiterbildung für Neurologie geben. Die gibt es bundesweit so nicht. So, ja, und das ist doch eigentlich eine ganz feine Sache.

Und die wird natürlich dann auch tarifrechtlich anerkannt. Also bei aller Liebe, aber wenn eine Weiterbildung durch eine Pflegekammer akkreditiert ist, mit entsprechenden Stunden und so weiter.

Also wenn die tarifrechtlich anerkannt wird, welche denn sonst? Das sind alles so Themen, wo wir uns noch so gut entwickeln können. Ja, das Thema Akademisierung, was auf Masterniveau sich weiterzuentwickeln.

Das könnten alles die Pflegekammern im Prinzip entwickeln über ihre Weiterbildungsordnung. Wir haben eine Vision zusammen. Stell dir vor, alle Patienten sind gut eingestellt.

Sie haben Schmerzfreiheit, keiner schreit. Was wäre das für ein cooler Dienst, den du da hättest?

Traumhaft, ja.

Und mit der Vision kann ich doch viel mehr arbeiten, als dass ich sage, du musst dich da keine Ahnung weiterbilden.

Aber wenn du da fein bist, und wir sind ja alle, wie du es selber sagst, wir sind ja angetreten für unsere, also alle, die jetzt in der Pflege arbeiten, machen es ja nett, weil in der Pflege kriegt man, also das sind ja alles Idealisten in

irgendeiner Form. So und ich glaube, dass man da mit diesem Idealismus mehr arbeiten kann. Und um idealistischer zu sein vielleicht, gehört das einfach mit dazu.

Und je mehr wir drüber sprechen, je mehr wir das aber auch in die Ausbildung mit einfließen lassen, für einen Arzt ist Berufspolitik selbstverständlich, dass der sich damit auseinandersetzt.

Weil es könnte ja sein, dass er irgendwann mal eine eigene Praxis hat. Eine Selbstständigkeit zum Beispiel. Und da muss er sich mit viel Politik beschäftigen.

Kassenärztliche Bundesvereinigung und so was alles. Da muss er so viele Standards politisch auch erfüllen. Und das muss aber eine angestellte Pflegefachkraft in der Form halt nicht.

Aber mit den Befugnis Erweiterungen jetzt, also Thema Demenz, Thema Wunden und chronische Wunden.

Diabetes.

Genau. Da werden wir ja irgendwann so viele Kompetenzen haben. Also, dass Leute, die in diesem Bereich sich dann vielleicht auch selbstständig machen, die werden dann schon erkennen.

Scheiße, noch eins. Wir brauchen hier irgendeine Selbstverwaltung. Wir brauchen irgendeinen Sprachrohr.

Und vielleicht wird das so langsam passieren. Und deshalb sind solche Podcasts total wertvoll, indem wir einfach drüber reden. Ohne irgendwie immer mit du musst, du musst, du musst.

Sondern einfach erst mal sagen, was man haben könnte. Und was man dann einfach auch bereit sein muss zu investieren.

Naja, und ich will nicht immer sagen, dass es überall anders besser ist. Aber wir sind da ja schon in vielen Jahren Stückchen hinterher, hinter den meisten anderen Ländern auf der Welt.

Aber gerade so was, was die Kammern oder überhaupt die berufsständischen Vertretungen und so was betrifft, das ist in vielen Ländern einfach ein Standard.

Und das führt nicht dazu, dass alle immer glücklich sind, aber es führt dazu, dass man ein bisschen seines Glückes schmied vielleicht auch wird und sich engagieren kann und Dinge halt verändern kann. Wir können ganz wenig verändern.

Das ist das Problem.

Ja, es ist ein gewisses Selbstverständnis. Das muss man nicht. Also da guckt jeder internationale Nurse, geht ja nicht so.

Ihr habt das nicht? Komisch, wir haben das. Also die brasilianische Pflegekammer hat gesagt, wir schicken keine Leute mehr zu euch.

Wir brauchen die hier selber. So, ja, also es gibt überall ein Register.

Was für ein Standing.

Eben, also die sind zudem, wie hieß er hier, unser ehemaliger?

Hubertus Heil. Richtig.

Der war ja in Brasilien und hat da groß Werbung gemacht. Und dann hat die Pflegekammer Brasilien halt gesagt, Freunde, von uns gibt es nix mehr.

Und das ist halt eine Institution erst mal, die dann aber eben nicht dafür die Pflegekräfte unbedingt spricht, sondern erst mal für die Versorgung für die Brasilianer. Und sie sagten halt, Freunde, ihr könnt hier nicht Lohnsklaverei betreiben.

Also wir bluten aus und euch geht's gut, oder was? Nee, nee, nee, nee, nee.

Aber da geht es ja indirekt trotzdem um die Leute, weil worüber maulen hier einfach ganz viele über den Notstand. Also zu wenig Pflegeleute da und letzten Endes tun sie es ja auch für ihre Mitglieder, klar. Aber auch für die Versorgungssicherheit.

Aber das ist ja auch unser Ziel, ein bisschen eine Versorgungssicherheit zu haben. Und das geht ja nur darüber dann.

Ich finde, wir Pflegekräfte, wir babbeln halt viel, wenn der Tag lang ist. Wir müssten alle noch mal streiken, da täten sie sich aber umgucken.

Ja, also ich meine, da gab es schon mal einen langen Streik in NRW, den längsten Streik, den es damals im Gesundheitssystem gab. Ja, und die haben nur über die Arbeitsbedingungen gestreikt. Da ging es nie um Geld.

Da ging es nur darum, dass man gute Bedingungen hat. Und selbst das war so schwierig für die. Und was war?

Man musste immer eine Notfallbesetzung haben. Und das ist der Unterschied zu Klaus Weselski und seiner GDL und der Pflege. Bei uns gibt es das nicht, weil wenn wir nicht kommen, sterben Menschen.

Das hat man in Corona gesehen. In Spanien gab es Landstriche, da sind Pflegekräfte nicht mehr auf Arbeit gegangen. Die haben Monate später tote Menschen aus den Wohnungen geholt, weil da keine Pflegefachkraft war, die da hingekommen ist.

Weil die einfach gehörig Angst hatten, ihren Job zu machen, weil die nicht wussten, stecke ich mich irgendwie an. Also man weiß das, wenn wir nicht arbeiten, dass Menschen sterben.

Und trotzdem setzt man eben drauf, dass viele noch nach Berufung nachgehen. Das finde ich auch so schwierig. Also ich möchte gern mit Menschen arbeiten.

Ich mag das halt einfach. Interaktionsarbeit, sagt man ja auch so schön. Das mag ich.

Und Pflege ist ein guter Zugang zu diesem Wunsch, solche Interaktionsarbeit zu machen. Und sehr, sehr vielfältig.

Und deshalb bin ich nicht berufen, diesen Job zu tun, sondern ich habe halt einfach ein Interesse, wie ich gerne mein, wie ich gerne arbeiten will, wo meine Interessen einfach liegen.

Ich meine, wenn meine Interessen eher technischer Natur gewesen wären, dann wäre ich wahrscheinlich Handwerker geworden.

Das ist immer ein schwieriges Wort, das finde ich auch. Das ist Berufung und dann im Zusammenhang noch mit der oldschool Schwester. Jeder muss irgendwie glücklich sein, so wie er sich selber sieht und ankündigt und bezeichnet.

Aber es hat manchmal so eine schräge Note dann schon. Komische Konnotation. Ja, Alex, genau diese politischen Themen, genau dieses Engagieren für die Pflege, das machst du ja auch viel im Internet.

Also ich folgte ja schon lange auf Insta. Da hast du ja immer interessante Posts und interessante Statements. Die kannst du mir auch sehr gut teilen.

Und du hast jetzt noch was ganz Neues gemacht.

Ich habe mir damals überlegt vor, das ist schon ein bisschen her, zwei Jahre. Ich überlegte mir, wie könnte man denn so eine Niederschwelligkeit irgendwie erreichen? Und ich habe eine gemeinnützige Organisation gegründet, nennt sich Careraising.

Und da möchte ich eben genau über so ein Fundraising, also Care und Fundraising habe ich zusammengeknüpft.

Und eben über so ein Fundraising-Modell möchte ich gerne Menschen aus der Pflege oder generell Leute, die sich mit Pflege, also Pflege für wichtig halten, wird ja immer mehr wichtig, denen möchte ich eine ganz niederschwellige Möglichkeit geben, uns

zu unterstützen, unsere Berufsgruppe zu unterstützen. Also wenn Geld übrig ist, zum Beispiel zwei Euro im Monat oder so, dann kann man das an meine Organisation spenden.

Jetzt denkt ihr euch, ja logisch, dann schenke ich jetzt dem Alex zwei Euro und was macht er dann damit? Also das eine ist gemeinnützig. Also es ist eine anerkannte gemeinnützige Organisation.

Ihr kriegt eine Spendenquittung. Also das ist so für die Steuer nicht schlecht. Richtig.

Genau. Aber das andere ist eben, wir haben einmal jetzt den Instagram-Kanal Careraising. Das ist so eine Art Nachrichtenaggregator.

Ich habe so das Gefühl gehabt, naja, irgendwie, ich bin immer auf der Suche nach Information. Was geht so gerade ab im Gesundheitswesen? Und es ist immer etwas schwierig, das herzuholen.

Und da habe ich jetzt eben so die ganzen Presse Accounts da von den wichtigen Playern Berufspolitik abonniert. Und würde das im Prinzip filtern und push dann im Prinzip jeden Tag so relevante Sachen über diese Instagram-Seite.

Das ist jetzt aber auch noch nichts, was man mit einer Spende unbedingt unterstützen muss. Das ist jetzt noch nichts, wo ich so spüre, hm, okay, das ist wirklich, da gibt es eine große Gegende.

Nein, was wir dann in der Offline-Welt machen, ist viel wichtiger. Wir, ähm, ich spreche in wir, weil wir sind, es ist nicht nur ich, es sind einige Pflegepädagogen, ähm, wir haben Workshops entwickelt und wir haben uns drei Themen rausgepickt.

Es gibt noch ein viertes, da komme ich gleich noch dazu. Das steht so ein bisschen extra, aber zu den drei Themen, das ist einmal Feindseligkeit unter Pflegen, also horizontale Feindseligkeit.

Ähm, äh, Beispiel Schwester Rabjata, wie die halt immer so rumläuft auf Stationen und böse mit, mit den Schülern umgeht. Das ist feindseliges Verhalten und das kann man abstellen.

Ja, und dafür gibt es Workshops und das ist auch ein internationales Problem. Also da helfen auch keine Pflegekammern. Also das ist ein sehr, ähm, ähm, man, vielleicht hat das schon mal jemand gehört.

Nurses Id Derjang, ähm, dieses Phänomen, genau. Und das ist, äh, tatsächlich auch gut untersucht. Also da gibt es viele, ähm, ähm, internationale Lektüre dazu.

Und das ist ein Thema, den wir uns gerne annehmen würden, mit einem Workshop eben, dann Kollegen zu sensibilisieren für dieses Thema und wie ich feindseligen Verhalten begegnen kann.

Dann gibt es noch einen klassischen Workshop, äh, Berufspolitik, weil, äh, berufspolitisch, ähm, äh, Menschen, die sich einfach damit auskennen, wissen, wo sie, wie sie sich organisieren können. Also beispielsweise jetzt über so einen Podcast.

Also das ist nur so ein Randding. Also da geht man etwas mehr in die Tiefe. Da habe ich auch Kollegen gewonnen, die, äh, vielleicht auch schon einige kennen aus der Community.

Da arbeiten wir das gemeinsam auf. Ähm, und dann gibt es eben noch ein, äh, äh, Workshop. Das war mal ein Projekt vom Bundesgesundheitsministerium.

Das fand ich aber so gut, da habe ich dran teilgenommen. Das wollte ich gerne weiterführen. Das nennt sich Kompetenz und Wertschätzung in der Pflege.

So hieß dieses Co-Web, hieß das. Und dann war ein Teil die Kom- äh, Kompetenzkommunikation.

Also wie ich Fachsprache anwende, wie ich mich artikuliere. Und das hat halt einfach auch viel was mit Berufsstolz zu tun, in dem ich eben, äh, äh, mich auch gegenüber anderen gut ausdrücken kann, was ich tue, wie eben, wie ich etwas tue.

Ähm, das, das, ähm, äh, lässt eine Kompetenz bei, bei mir vermuten. Und, äh, was, was qualitativ hochwertig ist, wird auch gut bezahlt. Also das geht an so einen Kreislauf hin zu Berufsstolz, ja.

Ich wäre anders wahrgenommen, also nehme ich mich auch anders wahr, und so weiter und so fort. Und abschließend haben wir uns dann noch überlegt, es gibt ja so diese, das, das sind so die drei Kernworkshops, ähm, die da eben sind.

Und dann gibt's noch, äh, möchten wir gerne in die Schulen gehen.

Das wäre der vierte Workshop, wo wir Resilienz und psychische Gesundheit, äh, gerne an, äh, an die Schüler heranbringen wollen und dann eben auch zeigen wollen, dass Pflegekräfte das sehr gut vermitteln können, weil, äh, wir Pflegekräfte arbeiten im

Alltag, ja, und wir würden eben auch Alltagssituationen eben auch bewältigbar machen, mit den jeweiligen, äh, Herausforderungen, die uns da eben so begegnen. Und da haben wir extrem hohe Kompetenzen als Pflegefachkräfte.

Und die würden wir gerne dann eben Schülern auch zur Verfügung stellen, unsere Kompetenzen und dann eben auch Lösungsmöglichkeiten. Und dann darüber eben auch in den Schulen für unseren superguten Beruf, äh, dafür werben.

Und das wäre jetzt was, was man mit Spenden unterstützen könnte, weil man natürlich dann auch, äh, gewisse Fahrtkosten hat. Man, mir schwebt eben vor, jedem, der da auch referiert, also das sollen, äh, Pflegefachkräfte sein, äh, die das machen.

Also es sollen jetzt keine immer die super ausgebildeten Pflegepädagogen sein, sondern wir machen Pflegefachkräfte sprachfähig, dass die dann eben in ihrem Umkreis in eine Schule gehen können, in eine Einrichtung gehen können und zu diesem Thema dann

referieren. Und die sollen natürlich auch eine Aufwandsentschädigung bekommen. Und das würde man dann im Prinzip mit den Spenden dann erreichen. Ähm, das hätte, also da würde man wirklich direkt was machen, ja.

Also man würde auch sehen, ähm, was da mit meinem, mit dem, mit den Spenden passiert. Genau. Und, ähm, das hat jetzt aber ein bisschen länger gedauert, äh, äh, das alles aufzubauen.

Denn, äh, ich schaff nebenher, also ich mach das halt noch im Ehrenamt.

Aber mir war die, diese Idee total wichtig, eben was mal losgelöst von einer Vereinsmitgliedschaft, ähm, selbst, äh, also tätig zu werden, ohne dass ich irgendwo Mitglied bin, sondern dass ich wie so hop on, hop off, ja.

Also ich mach das mal, wenn ich Zeit hab. Also ich sag, ah, du Nils, ich könnte jetzt, nächste Woche Freitag hab ich vormittags acht bis zehn Uhr Zeit. Hast du irgendeine Einrichtung, wo ich hingehen könnte, mit dem Thema, das die da wollen?

Ich könnte da hin. Und dann ist es meine Aufgabe, das hinzubekommen. Ah, in deinem Umkreis gibt es das Haus Elisabeth.

Das ist eine Langzeitpflegeeinrichtung. Die würden gerne das Thema Kompetenzkommunikation hören. Und dann gehst du dann da hin und dann kriegst du Fahrtkosten, Aufwandsentschädigung, Feierabend.

Und hast was für unsere Kollegen getan. Du bist aus der Peer Group sozusagen. Und genau, so ist der Plan.

Und dadurch, dass ich nebenbei noch einen festen Job habe, hat es jetzt ein bisschen länger gedauert, das alles aufzuziehen. Aber jetzt bin ich so dran, das so unter die Leute zu bringen. Und wir schauen mal, wo sich das hin entwickelt.

Ich bin guter Dinge.

Ihr könnt auf jeden Fall Careraising in den Show Notes, also in der Episodenbeschreibung finden. Und ich finde das total unterstützenswerte Idee von dir, Alex.

Also ich bin ja auch auch ein Mensch, der gerne manche Sachen einfach mal macht, weil man einfach was nach draußen tragen will und auch so das Berufsleben der anderen vielleicht ein bisschen besser gestalten möchte.

Richtig.

Ja, vielen Dank, Alex. Das war wie beim letzten Mal, bloß diesmal mit gutem Ton, ein schönes Gespräch. Und ja, ich bedanke mich wirklich sehr für deine Zeit und für diese ganzen Infos zum Dreiklang.

Also letztendlich haben wir ja wirklich über alle drei Player in diesem Game ausführlich geredet und ich hoffe, der die eine oder andere hat auch was davon mitgenommen und vielleicht eine tolle Initiative, die man ja auch mit zwei Euro schon

unterstützen kann, scheinbar. Das finde ich großartig.

Jeder Euro ist was wert, weil wenn wir, wenn jede Pflegekraft unter den 1,2 Millionen, ein Euro pro Monat.

Oh, da können wir lange für arbeiten.

Kommt sowas bei rum, ne?

Ja, vielen Dank dir, Alex. Vielen Dank.

Ja, ich hab zu danken.

Schmerz Der Podcast ist eine Produktion von mir, Nils Wommelsdorf. Die Musik ist komponiert und eingespielt von Heiko Wommelsdorf, das Margo McCaffrey Zitat im Intro, eingesprochen von Kathrin Wommelsdorf.

Ihr findet Schmerz Der Podcast auf allen gängigen Podcastplattformen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr die Reihe abonniert, einen Kommentar schreibt und sie weiterempfehlt. Wir hören uns.

CC BY 4.0 #29 Alex Bluhm: Berufspolitischer Dreiklang und spezielle Schmerzpflege von Nils Wommelsdorf ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 international.

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